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Der Umsatz hat sich in allen Geschäftsfeldern erhöht. Das Konzernergebnis erhöhte sich um 19,1 % auf 478,3 Mio. Euro und beruht zum einen auf dem höheren Umsatz und zum anderen auf einer besseren Kapazitätsauslastung sowie Maßnahmen zur Produktivitätssteigerung. Zum Jahresende 2014 beschäftigte das Unternehmen (Gruppe) 40.456 Mitarbeiter, 1,4 % mehr als im Vorjahr.

„Freudenberg ist dank des enormen Engagements und der exzellenten Leistung seiner mehr als 40.000 Mitarbeiter weltweit profitabel und nachhaltig gewachsen“, sagte Dr. Mohsen Sohi, Sprecher des Vorstands der Freudenberg Gruppe, bei der Bilanzpressekonferenz in Weinheim.

Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (Ebit) lag bei 563,4 Mio. Euro und damit 23,2 % über dem Vorjahr. „Wir konnten die Investitionsquote von 4,1 auf 4,5 Prozent im Jahr 2014 weiter ausbauen“, sagte Dr. Ralf Krieger, Mitglied des Vorstands. Die Investitionen in Sachanlagen betrugen im Berichtsjahr 271,6 Mio. Euro (Vorjahr 229,3 Mio. Euro). Die liquiden Mittel lagen zum Jahresende bei 917,7 Mio. Euro (VJ. 672,9 Mio. Euro).

Organisatorische Veränderungen im Unternehmen
Mit dem im Geschäftsjahr 2014 eingeführten Führungskonzept „Strategic Guide“ konzentriert sich der Vorstand stärker auf die Entwicklung der Strategie, große Investitionen und strategische Richtlinien. Dies hat zu mehr Transparenz und schnelleren Entscheidungen geführt. Die Geschäftsgruppen sind weiterhin vollständig für das operative Geschäft und die Zielerreichung verantwortlich.

Unterstützt wird der Vorstand von einem neuen Gremium, dem Executive Council. Durch die vier Mitglieder dieses Gremiums, Dr. Klaus Peter Meier (Freudenberg Home and Cleaning Solutions), Claus Möhlenkamp (Freudenberg Sealing Technolo¬gies), Bruce R. Olson (Freudenberg Performance Materials) und Hanno D. Wentzler (Freudenberg Chemical Specialities), haben die Sichtweisen der Geschäftsgruppen bei geschäftsgruppenübergreifenden Themen stärkeres Gewicht.

Strategische Weiterentwicklung der Gruppenunternehmen
Das Unternehmen hat ein Programm strategischer Projekte auf den Weg gebracht und die Organisationsstruktur auf die künftigen Anforderungen der Märkte ausgerichtet. So arbeiten Freudenberg Schwab Vibration Control und Dichtomatik sowie das Joint Venture NOK-Freudenberg Group China bereits seit Anfang 2014 unter dem Dach von Freudenberg Sealing Technologies zusammen.

Seit Januar 2015 ist Freudenberg Performance Materials am Start, ein Zusammenschluss von Freudenberg Vliesstoffe und Freudenberg Politex Vliesstoffe. „Die erweiterte Materialkompetenz, die weltweite Aufstellung und das Nutzen von Skaleneffekten sind nur einige Vorteile dieses neuen gemeinsamen Wegs“, führte Sohi aus.

Geschäftsportfolio weiter ausgebaut
Für die etablierten Geschäftsfelder hat Freudenberg Home and Cleaning Solutions im Januar 2014 das Geschäft mit Marigold-Haushaltshandschuhen von der Comasec in Gennevilliers, Frankreich, übernommen, einem Unternehmen der niederländischen Ansell-Gruppe. Damit hat Freudenberg die weltweiten Markenrechte an Marigold sowie das Kundengeschäft in Großbritannien, Irland, Italien, den Niederlanden, Hongkong und Japan erhalten.

Freudenberg Sealing Technologies hat im Juli 2014 das amerikanische Unternehmen Tobul Accumulator in Bamberg, USA, übernommen. Es verstärkt das etablierte Akkumulatorengeschäft in verschiedenen Märkten, zum Beispiel Energie/Öl & Gas, Bergbau sowie Fluidtechnik in Nord- und Südamerika.

Im August kaufte Freudenberg Vliesstoffe die Gesellschaften, die das Einlagestoffgeschäft des deutschen Unternehmens Hänsel Textil in Iserlohn, betreiben. Mit dem Know-how und der innovativen Technologie baut Freudenberg das Angebot im Bereich der Gewirke zukunftsweisend aus.

Für die strategischen Wachstumsmärkte übernahm Freudenberg Filtration Technologies von der amerikanischen Meadwestvaco das Geschäft mit Aktivkohleprodukten für Korrosionsschutz in industriellen Anwendungen. Zudem erwarb Freudenberg Performance Materials im Januar 2015 Polymer Health Technology in Großbritannien, einen führenden Spezialisten für Polyurethane-Schaumsysteme für die moderne Wundversorgung.

Freudenberg New Technologies als Konzernfunktion
Die Geschäftsgruppe Freudenberg New Technologies agiert seit 2014 als Konzernfunktion und damit als geschäftsgruppenübergreifender Innovationstreiber. Neben dieser organisatorischen Neuordnung hat das Unternehmen im Berichtsjahr die Aufwendungen in Forschung und Entwicklung von 2010 bis 2014 auf quotaler Basis um rund 50 % auf 270,3 Mio. Euro erhöht. Ziel aller Aktivitäten ist es, den Umsatzanteil neuer Produkte weiter zu steigern. Der Anteil der Produkte, die jünger sind als vier Jahre, liegt auf quotaler Basis bei 28,2 Prozent. Die Zahl der Mitarbeiter in der Forschung und Entwicklung lag im Berichtsjahr nach Quote bei 2.582, davon 1.542 in Deutschland.

Investitionen bei knapp 370 Millionen Euro
Insgesamt investierte die Unternehmensgruppe auf Basis der At-Equity-Konsolidierung 369,8 Mio. Euro, davon 271,6 Mio. Euro (VJ. 229,3 Mio. Euro) in Produktionsanlagen, Sachanlagen, Gebäude und immaterielle Vermögenswerte. Beispiele dafür sind der Aufbau eines Produktionsstandortes von Freudenberg Chemical Specialities in Valinhos, Brasilien, sowie das neue Forschungs- und Entwicklungs¬zentrum von Freudenberg Chemical Specialities in Qingpu, China. Außerdem errichtete Freudenberg Oil & Gas Technologies einen neuen Standort in Port Talbot, Großbritannien.

Aktuelle Unternehmensentwicklung
Die Freudenberg-Gruppe ist gut ins Jahr 2015 gestartet, wenngleich die globalen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Russland, Südamerika und Griechenland herausfordernd sind. Während sich der starke US-Dollar positiv auf die Umsatzentwicklung auswirkt, werden die in US-Dollar nominierten Rohmaterialien teurer. Insgesamt will das unternehmen 2015 auf quotaler Basis Investitionsprojekte im Wert von 370 Mio. Euro starten. Davon sollen rund 130 Mio. Euro in Sachanlagen in Deutschland und davon wiederum 36 Mio. Euro in Weinheim investiert werden. Zu den großen Projekten gehört ein neues Produktions- und Logistikzentrum in Maisach, Bayern, mit rund 44 Mio. Euro. In Weinheim ist unter anderem ein neues Ausbildungszentrum geplant.

Ausblick für das Geschäftsjahr 2015
Die weltweiten konjunkturellen Rahmenbedingungen für das Geschäftsjahr 2015 schätzt Freudenberg insgesamt vorsichtig optimistisch ein. Das wirtschaftliche Umfeld kann sich sehr schnell ändern. Es wird davon ausgegangen, dass sich die schwierige wirtschaftliche Lage in Südamerika, Russland und Südeuropa auch in den kommenden Jahren nur unwesentlich ändern wird und so wird erwartet, dass sich die Öl- und Gasindustrie auf heftige Widerstände einstellen muss. Daher geht das Unternehmen von einem moderaten Umsatzwachstum zwischen 2 und 4 % für das Geschäftsjahr 2015 aus. Hierzu sollen alle Geschäftsgruppen beitragen.

Die Geschäftsergebnisse basieren auf der Quotenkonsolidierung für Gemeinschaftsunternehmen (inklusive der Aktivitäten der 50:50 Joint Ventures), die Freudenberg weiter zur Steuerung der operativen Tätigkeiten verwendet. Den Bilanzierungsregeln nach IFRS entsprechend werden 50:50 Joint Ventures nach der At-Equity-Methode bewertet, das heißt Umsatz- und Mitarbeiterzahlen werden nicht berücksichtigt. Demnach lag der Umsatz mit 5,982 Mrd. Euro knapp 6 % über dem Niveau des Jahres 2013. Auf Basis der At-Equity-Methode beschäftigte die Freudenberg-Gruppe zum Jahresende 34.030 Mitarbeiter.

Über die Freudenberg-Gruppe
Die Unternehmensgruppe entwickelt und produziert Dichtungen, schwingungstechnische Komponenten, Filter, Vliesstoffe, Produkte zur Oberflächenbehandlung, Trennmittel und Spezialschmierstoffe, medizintechnische sowie mechatronische Produkte. Vor allem für mittelständische Unternehmen entwickelt Freudenberg Softwarelösungen und IT-Dienstleistungen. Unter den Markennamen vileda, O-Cedar, Wettex, Gala, Marigold und Swash stellt das Unternehmen mechanische Reinigungsprodukte her.

(dw)