Den neuen Standort zeichnet eine moderne Architektur mit energieeffizienter Technik aus.

Den neuen Standort zeichnet eine moderne Architektur mit energieeffizienter Technik aus.

Die Maplan, seit 2012 im Besitz der Familie Soulier, erzielte im Jahr 2015 einen Umsatz von45 Mio. EUR. Dies war das bislang erfolgreichste Jahr der Unternehmensgeschichte. Zwischen 2010 und 2015 kletterte die Mitarbeiterzahl von 140 auf 220, und die Eigenkapitalquote von deutlich über 40 % ist sehr solide. Mit einer Reinvestition von 10 % des Umsatzes in F&E-Aufwendungen zur Zukunftssicherung ist das von Philippe Soulier als geschäftsführendem Gesellschafter und Wolfgang Meyer als Geschäftsführer geführte Unternehmen auf Wachstumskurs. Am 1. September fand im ECO-Plus Industriepark von Kottingbrunn (Niederösterreich) ein Grand Opening mit über 400 Gästen aus Politik und Wirtschaft statt. Maplan übersiedelte bereits im August von Ternitz nach Kottingbrunn und bezog eine neue Verwaltung und neue Fertigungshallen. Inhaber Philippe Soulier investierte 12 Mio. EUR in das Projekt nahe Wien. 90 Prozent der Mitarbeiter folgten dem Unternehmen von Ternitz nach Kottingbrunn, um die Personalkonstanz und somit das Know-how abzusichern.

Neustrukturierung der Fertigung

Ein wesentlicher Schwerpunkt war die Neuausrichtung der Fertigung. Die bisher erfolgreiche Strategie des modularisierten Werksbaukastens wird weiter vorangetrieben. Gleichzeitig erfolgte nun der Übergang von der Einzelplatzfertigung zur Takt- und Linienfertigung. Das Motiv für diese Entscheidung war einfach: Im Sondermaschinenbau sind Auftragsschwankungen von Auftragsmangel bis zu hohen Auftragsspitzen und Lieferzeiten (mit der Tendenz zum Auftragsverlust an den Wettbewerb) keine Seltenheit. Die Neuausrichtung ermöglicht nun ein deutliches Plus an Flexibilität, um diese Auftragsschwankungen zu harmonisieren.

Am neuen Standort in Kottingbrunn können in Linien- und Taktfertigung Maschinen mit bis zu 460 Tonnen Schließkraft montiert werden. Bilder: alle Maplan

Am neuen Standort in Kottingbrunn können in Linien- und Taktfertigung Maschinen mit bis zu 460 Tonnen Schließkraft montiert werden.
Bilder: alle Maplan

Gleichzeitig ergeben sich eine Senkung der Montagezeiten, bis möglichst nahe an einer technischen Bauzeit im Bedarfsfalle und eine positive Veränderung der Kostenstruktur. Maplan entschied sich dabei für einen hybriden Ansatz der Fertigungsphilosophie: Reine Standardmaschinen bleiben in der Linienfertigung bis zur Fertigstellung. Alle Baugruppen und Maschinenmodule bezieht die Fertigung aus dem Werksbaukasten. Dann, wenn eine Serienmaschine, bedingt durch kundenspezifische Zusatzwünsche, zur Sondermaschine wird, wird sie aus der Taktung herausgelöst und kommt in eine klassische Einzelplatzfertigung. Der Materialfluss in Werksintralogistik und Logistik vollzieht sich nun auf kurzen Wegen, möglichst Just-in-time (JIT) und mit minimierten Materialpuffern. Die neue Fertigung erweiterte auch die Möglichkeiten in der Montage: Alle Maschinen bis 4.600kN können nun ohne besondere Planung die Taktfertigung durchlaufen. Maplan ist mit dieser Konzeption der erste Hersteller von Elastomermaschinen, der mit einer Linienfertigung den Spagat zwischen Sondermaschinenbau und Kleinserienfertigung aufnimmt. Der Plan ist es, die Durchlaufzeiten um 30 Prozent zu senken. Meyer: „Da die Fertigungslogik wesentlich stärker im IT- und Logistiksystem integriert wurde und daher personenunabhängiger abläuft, erwarten wir uns eine signifikante Steigerung der Qualitätskonstanz. Die Produktionshalle in Kottingbrunn verfügt nun über 5.200 m² Fläche. Dies, verbunden mit einer Linen- und Taktfertigung, ergeben eine Verdoppelung der Kapazität. Das gibt Luft, sich den Anforderungen des Marktes gezielt und flexibel anzupassen.“

Nah am Verarbeiter

Im Technikum stehen immer verschiedene Maschinentypen des Anlagenbauers für Versuche zur Verfügung. Hier bindet der Maschinenbauer auch die Partner aus der Werkzeugtechnik, Automations- und Verkettungstechnik ein. Das Team von Rudolf Eisenhuber, dem langjährigen Technischen Leiter von Maplan, kann sich in diesem Umfeld nun intensiv mit den Verarbeitern aus der Praxis austauschen.

Das neues Maschinendesign in Staubgrau ausgestattet mit Verkleidungsschnellverschlüssen für eine bessere Zugänglichkeit bei Wartung und Prävention.

Das neues Maschinendesign in Staubgrau ausgestattet mit Verkleidungsschnellver- schlüssen für eine bessere Zugänglichkeit       bei Wartung und Prävention.

Auch die Maschinentechnik und das Design wurden überarbeitet. Das seit einigen Jahren typische Lichtgrau wurde dunkler (RAL 7037). Als praktischer Nebeneffekt zeigt sich die wesentlich geringere Schmutzempfindlichkeit der Anlagen. Die Horizontalmaschinen verfügen über einen vergrößerten Glastürenbereich, optional mit pneumatischen Schiebetüren. Alle wesentlichen Verkleidungselemente sind mit Schnellverschlüssen für Wartung und Prävention leicht demontierbar. Die Revisionszeiten werden somit verkürzt. Eine Premiere auf der K 2016 ist das Smart Light an den Holmmaschinen. Dabei handelt es sich um mehrfarbige Signallampen mit zu- oder abschaltbaren Alarmtönen. Sie geben Auskunft über aktuelle Betriebszustände wie etwa die Bereitschaft für den Zyklusstart, oder die Eingriffssicherheit in den schließ- und spritzseitigen Bereich. Besonders praktisch ist der visuelle Countdown, der über einen vertikalen Farbverlauf die verbleibende Vulkanisationszeit der Maschine anzeigt. Im Standard sind es 3 Signalsegmente, optional 5 Segmente. Der Sinn erschließt sich mit Blick in die Produktionshallen heutiger Elastomerverarbeitungsbetriebe: Die Bediener müssen in einer Schicht oft mehrere Maschinen bedienen und überwachen. Da bieten die neuen Smart Lights, auch auf Distanz, optisch eindeutige Signale, um den Überblick zu behalten.

Präsentation auf der K 2016

Mit drei Highlights im neuen Maschinendesign treten die Kottingbrunner zur K 2016 an. Aus der neuen, ergonomisch optimierten MTF-Baureihe wird eine vollhydraulische MTF 1500/250 vorgestellt. Sie rückt als vertikale Holmspritzgießmaschine die Themen Bedienfreundlichkeit und Ergonomie in den Vordergrund. Die Maschine steht dabei für optimierte Ergonomie mit einer geringen Bedienhöhe von nur 935 mm und damit für eine wesentlich verbesserte Zugänglichkeit zum Werkzeug. Das clevere „One Piece Design“ ermöglicht den Transport der Maschine ohne Demontage von Hydraulik oder Spritzeinheit. Dadurch verkürzt sich die Inbetriebnahme beim Kunden signifikant. Auch eine spätere Verlagerung der Maschine innerhalb der Kundenproduktion gerät so zu einer einfachen Übung. Die Maschine verfügt über ein neues Konzept der Schließeinheit, welches durch FEM-Analysen optimiert wurde. Es sorgt für ein wesentlich steiferes Schließsystem mit minimierter Plattendurchbiegung und hoher Plattenparallelität. Vergrößerte, doppelt wirkende Schnellhubzylinder können speziell massive Werkzeuge besser und vor allem ruhiger bewegen. Die 250er-Maschine ergänzt mit Spritzvolumina von 1.500 bis 2.500 cm³ die bisherige 3.200kN-Version. (K 2016 Halle 16 / D 49)

Große Öffnungsweite

Das zweite Exponat, eine optimierte 3.000kN-Horizontalmaschine MHF 700D/300 empfiehlt sich für die wirtschaftliche Produktion von beispielsweise Dichtungen und O-Ringen. Die Maschine vermittelt, durch eine extreme Öffnungsweite mit verlängerten Holmen, sowie einer hydraulischen Düsenabhebung, mit variablen Düseneintauchtiefen und extrem kurzer Düse, eine hohe Flexibilität und Kompatibilität beim Einsatz sehr unterschiedlicher Werkzeugkonzepte – egal, ob es sich um dicke, flache, große oder kleine Werkzeuge handelt. Für anspruchsvollere Anwendungen, wie etwa in der Kaltkanaltechnik bietet die neue MHF 700D/300 Platz für bis zu 6 in den Maschinenrahmen integrierte Temperiergeräte. Ein neu gestalteter Streifeneinzug sorgt für zuverlässige Zufuhr des Materials – auch bei heiklen Kautschukmischungen.

Für kleine Formteile und kleine Losgrößen

Als drittes Exponat stellt das Unternehmen eine vertikale MTTF-C 30 vor. Die auf der DKT 2015 präsentierte 200kN Maschine wird um eine 300kN-Version ergänzt. Auch sie zeichnet sich durch ihre ergonomisch ausgerichtete Bedienhöhe von 937 mm aus. Ideale Anwendungsgebiete der Top-Top-Baureihe sind die Eckenanspritzung, Dichtelemente, sowie die Fertigung von kleinen Formteilen und/oder kleinen Losgrößen.

Die Steuerungs­generation ist webbasiert aufgebaut.

Die Steuerungs­generation ist webbasiert aufgebaut.

Im One-Piece-Design ist die Maschine, wie alle Typen der C-Rahmenbaureihe, besonders kompakt und platzsparend und punktet daher mit einem attraktiven Footprint. Ein praktisches Detail ist die zur Seite schwenkbare TPE-Spritzeinheit. Diese ermöglicht an der gezeigten MTTF-C 30 einen einfachen Tausch der Schnecke für einen schnellen Material- oder Farbwechsel ohne Hebewerkzeuge. Zeitnah folgt eine Erweiterung der Baureihe mit 400kN und 500kN Schließkraft.

Webbasierte Steuerung

Die neue, nun serienreife 6. Steuerungsgeneration C6000.web und C600.web, wird an allen Exponaten zu sehen sein. Die webbasierte Full-HD-Lösung ist mit integrierten Optimierungsregelkreisen ausgestattet. Das ergonomische Bedienkonzept Vario Switch bietet dem Anwender drei fest belegte Drucktaster und zwei variabel belegbare Drehschalter. Die Selektion der Funktionen erfolgt über die Auswahl der individuell konfigurierbaren Belegungsreihe am Touch-Display. Ebenfalls neu ist die Multi-Panel-Option: An einer Maschine können mehrere, autarke Panels für mehr Überblick in der Produktion sorgen. Die Bedienpanels ermöglichen unabhängige Anmeldungen, Berechtigungen und Seitenaufrufe. Unter Smooth Movements versteht das Unternehmen, ein sich automatisch erstellendes und sich selbst optimierendes Bewegungsprofil. Für Maschine und Werkzeug werden optimale Prozessparameter für Beschleunigung und Verzögerung der Bewegungen ermittelt. Diese Automatik soll schnellstmögliche Werkzeugbewegungen bei optimaler Werkzeugschonung und hoher Energieeffizienz sicherstellen.

Interview mit Philippe Soulier, Inhaber und Wolfgang Meyer, CEO, Maplan, Kottingbrunn, Österreich

Neue Akzente setzen

KGK:  Herr Soulier, seit der Übernahme im Jahre 2012 durch die Familie Soulier,  scheint sich bei Maplan einiges zu tun. Was verändert sich bei Ihnen?
Philippe Soulier: Der Eindruck ist richtig und auch so gewollt. In der alten Gruppenstruktur vor 2012 war Maplan ein Exot und befand sich als 5. Rad am Wagen in einer Art Dornröschenschlaf. Ich sah aber das hohe Potenzial, welches die Maplan-Technologie für die Elastomerverarbeitung bot. Dazu war man bei der Modularisierung und dem Baukastensystem auf einem guten Pfad. Was fehlte, waren ganzheitliche Konzepte, um die Technologie- und Kostenführerschaft unter Beweis zu stellen.

Philippe Soulier, geschäftsführender Gesellschafter von Maplan

„Der Neustart in Kottingbrunn wird uns eine Vielzahl von Möglichkeiten und Ideen vermitteln, um im Bau von Elastomer­maschinen ganz vorne mitzumischen. Wir wollen stärker wachsen als der Markt und das geht nur mit frischen Ideen und einem Unternehmertum mit Mut und Augenmaß.“                     Philippe Soulier, geschäftsführender Gesellschafter von Maplan

KGK:  Was meinen Sie konkret?
Philippe Soulier: Kostenstruktur und Innovationsniveau waren in Ternitz an Grenzen gestoßen. Um die Herausforderungen wie Automation, Programm-Sizing oder Industrie 4.0 schlagkräftig am Markt auszuspielen, und uns gegenüber Wettbewerbern abzugrenzen, waren neue Strategien notwendig. Die neue Konzeption des Unternehmens Maplan sollte die Wertschöpfung im Auge haben: Die unserer Kunden und unsere eigene. Das macht eine Lösung von Maplan für die Elastomertechnik attraktiver und ist Ausdruck der Zukunftssicherung. Kurz- und mittelfristig wollen wir mit neuen Modellen, Paketlösungen und produktbegleitenden Dienstleistungen dynamischer wachsen als der Markt. Daher haben wir uns zu einem Neustart in Kottingbrunn entschlossen.

KGK:  Welche Möglichkeiten bieten sich Ihnen am neuen Standort?
Wolfgang Meyer: Als familiengeführtes Unternehmen verfügt Maplan mit über 40 % Eigenkapital über die notwendige Basis und den Mut, 12 Mio. EUR in ein neues Werk zu investieren. In Kottingbrunn haben wir die Voraussetzungen für Wachstum geschaffen. Für den Neustart in Kottingbrunn wurde ein ganzheitliches Konzept umgesetzt: Neue Verwaltung, Umstieg von Einzel- auf Taktfertigung in der Produktionslinie und ein Industrial Engineering-Prozess, bei dem alle Unternehmensfunktionalitäten neu ausgerichtet wurden.

„Die Taktfertigung ermöglicht nun ein deutliches Plus an Flexibilität, um Auftragsschwankungen zu harmonisieren.“ Wolfgang Meyer, Geschäftsführer von Maplan

„Die Taktfertigung ermöglicht
nun ein deutliches Plus an Flexibilität, um Auftrags-schwankungen zu harmoni-sieren.“
Wolfgang Meyer,
Geschäftsführer von Maplan

KGK:  Was bedeuten Takt- oder Linienfertigung in der Praxis für Sie?
Wolfgang Meyer: Die Taktfertigung ermöglicht nun ein deutliches Plus an Flexibilität, um Auftragsschwankungen zu harmonisieren. Gleichzeitig ergeben sich Zeitvorteile und eine positive Veränderung der Kostenstruktur. Jeder Mitarbeiter in der Fertigung hat nun weniger Arbeitsschritte, um diese konzentrierter und besser ausführen zu können. Alle Produktionsschritte wurden analysiert, zerlegt, standardisiert und optimiert. Der Materialfluss in Werksintralogistik und Logistik vollzieht sich nun auf kurzen Wegen, möglichst Just-in-time (JIT) und mit minimierten Materialpuffern. Maplan ist mit dieser Konzeption der erste rein auf Elastomermaschinen spezialisierte Hersteller, der mit einer Linienfertigung den Spagat zwischen Sondermaschinenbau und Kleinserienfertigung aufnimmt. Für die Branche ist dies beispielgebend. Die Durchlaufzeiten in der Produktion können bei uns nun um bis zu 30 % gesenkt werden. Das Qualitätsniveau verbessert sich tendenziell. Die Produktionskapazität verdoppelte sich. In Kottingbrunn verfügt die Fertigung nun über 5.200 m² Fläche und wir können Maschinen bis 460 Tonnen ohne besondere Anpassungen durch die Taktfertigung laufen lassen. Das schafft Raum, sich den Anforderungen des Marktes gezielt und flexibel anzupassen.

KGK: Spielten vertikale oder horizontale Integration eine Rolle?
Wolfgang Meyer: Generell muss jedes Management Make- or Buy-Entscheidungen treffen. Dies gleichzeitig unter technologischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Elastomermaschinen sind komplexe Anlagen mit mehreren hundert bis über 1.000 Einzelkomponenten. Generell sieht sich Maplan als Know-how-Träger und Entwickler mit anschließender Montage und Inbetriebnahme. Die Fertigung der Einzelkomponenten ist und bleibt je nach Bauteil eine Spezialdisziplin, in dem sie als Maschinenbauer nie die gleiche Kompetenz haben können, wie ein Betrieb, der sich beispielsweise auf die Metallbearbeitung spezialisiert hat. In Kottingbrunn haben wir die Möglichkeit, gewisse Kernkomponenten selbst zu fertigen und auch Maschinen von bis zu 460 Tonnen in Linie zu montieren. Das ist ein gewaltiger Fortschritt.

KGK: In der Fertigung von Elastomermaschinen und deren Varietäten sehen Ihre Wettbewerber das klassische Modell der Einzelfertigung als geeigneter an. Wie stehen Sie dazu?
Philippe Soulier: Es kann sein, dass wir bei Maplan Dinge anders machen oder sehen als der Wettbewerb. Das ist aber auch gut so. Apropos, wir entschieden uns dabei für einen hybriden Ansatz der Fertigungsphilosophie: Reine Standardmaschinen bleiben in der Linienfertigung bis zur Fertigstellung. Alle Baugruppen und Maschinenmodule bezieht die Fertigung aus dem Werksbaukasten. Dann, wenn eine Serienmaschine, bedingt durch kundenspezifische Zusatzwünsche, unweigerlich zur Sondermaschine wird, wird sie aus der Taktung heraus gelöst und kommt in eine klassische Einzelplatzfertigung. Im ersten Schritt sind es 20 Einzelfertigungsplätze, an denen parallel gearbeitet werden kann. Wenn Sie so wollen, verknüpfen wir das Beste aus beiden Welten.
KGK: Warum gingen Sie jetzt nicht nach Asien oder Amerika, um sich zu internationalisieren?
Wolfgang Meyer: Das wären die klassischen Strategien, um näher an die weltweiten Kunden zu rücken. Das hat natürlich einen gewissen Charme. Faktisch haben wir bereits unseren Vertrieb und Service in den USA deutlich ausgebaut, um dort mehr Schlagkraft zu haben. In allen wichtigen Weltmärkten wollen wir Kunden zeitnah und kompetent unterstützen.

KGK: Ist eine Internationalisierung der Produktion geplant?
Wolfgang Meyer: Solche Szenarien haben wir auch schon durchgespielt. Allerdings ist jetzt der falsche Zeitpunkt. Zunächst wollen wir in Kottingbrunn unseren Mitarbeiterstamm stärken und ausbauen. Hier in Niederösterreich können wir uns sehr gut mit qualifiziertem Personal versorgen. In Kottingbrunn haben wir an einem Ort kurze Wege und eine gute Vernetzung für alle Teams. Hinzu kommt, wichtige Kundenbindungen sind in Europa verankert. Diese Nähe wollen wir nicht missen, denn ein Maschinenbauer entwickelt die Anlagentechnik gemeinsam mit seinen Kunden. In Kottingbrunn haben wir eine eingespielte Partner- und Lieferantenkette auf EU-Qualitätsniveau für werthaltige Produkte. Kottingbrunn ist ein Bekenntnis zu den hiesigen, hohen Qualitätsstandards. Weitere Produktionsstandorte stehen für einen nächsten Schritt auf unserer mittelfristigen Agenda.

KGK: Wo steht Maplan in 5 Jahren?
Philippe Soulier: Lassen Sie mich rechnen …. im Jahre 2021 … das wäre also das Jahr der DKT 2021 und ein Jahr vor der K 2022. Auf den Punkt kann ich da keine Aussagen machen (lacht). Aber so viel traue ich mir zu, zu sagen: Der Neustart in Kottingbrunn wird uns eine Vielzahl von Effekten, Möglichkeiten und Ideen vermitteln, um im Bau von Elastomermaschinen ganz vorne mitzumischen. Wir wollen stärker wachsen als der Markt. Das geht nur mit aufgezeigten Wertschöpfungspotenzialen, frischen Ideen der Mitarbeiter verbunden mit einem Unternehmertum mit Mut und Augenmaß. Denken wir doch an die Themen neue Materialien, Sensorik, Werkzeugtechnik, Automation und Industrie 4.0. Wenn wir hier dem Markt die richtigen Antworten geben, so können wir gestalten. Ich bin zuversichtlich, dass die Mannschaft von Maplan mit Engagement und Kreativität diesen Weg bestreiten wird.

Über den Autor

Guido Radig

Provvido PR & Communication

Bergkirchen