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Kolbendichtungen
aus TPE gewährleisten Leckagefreiheit und
erfüllen alle Regularien für medizintechnische Produkte.

Ob zweiteilige oder dreiteilige Spritzen (mit Gummistopfen am Ende des Kolbens), ob Spritzen für den manuellen Gebrauch oder für die Verwendung mit Spritzenpumpen (Dosierpumpen zur intravenösen Verabreichung von Medikamenten) – entscheidendes Kriterium ist nicht nur eine konstante Dichtigkeit des Kolbens, sondern auch die Elastizität der Dichtung, die ein leichtes Gleiten des Spritzenzylinders für exaktes Dosieren ohne Slip-Stick-Effekt gewährleisten muss. Dosierung und Durchfluss des Wirkstoffs müssen mithilfe der Gleiteigenschaften des Dichtungsmaterials eingestellt werden. Darüber hinaus ist Sterilität gefordert, ohne dass es zu Undichtigkeiten, Funktionsstörungen oder Alterungserscheinungen kommt. Üblicherweise werden Spritzen im Vorfeld im EtO (Ethylenoxid)-Sterilisationsverfahren sterilisiert, um 100 Prozent Keimfreiheit und damit Sicherheit für Patienten und Umfeld zu gewährleisten.

Substitution von Butylkautschuk durch TPE

Ein solches Anforderungsprofil zu erfüllen und gleichzeitig potenziell beeinträchtigende Einflüsse zu eliminieren, gelingt nur durch die feinfühlige Einstellung und Formulierung der Werkstoff-Rezeptur.

Actega DS, setzt als weltweit tätiger Produzent von weichelastischen TPE-Materialien, auf solche Rezepturkompositionen, die den Ansprüchen der Medizintechnik gerecht werden – und in diesem konkreten Anwendungsfall den Anforderungen der EN ISO 7886 Norm zur Feststellung der Gleiteigenschaften, Dichtigkeit und Mechanik entsprechen. Die Auswahl der Rezepturbestandteile erlaubt eine genaue Einstellung des fertigen Materials für die jeweiligen Anforderungen bis hin zum direkten Blut- oder Medikamentenkontakt. Durch Rezepturmodifikationen und eine gezielte Komposition von verschiedenen Polymeren, können weitere Verbesserungen von chemischen und mechanischen Eigenschaften erreicht werden. Hierfür können im hauseigenen Technikum Spritzgussversuche durchgeführt werden, durch die die Werkstoffe auf den Prozess und dessen konkretes Anforderungsprofil feingetunt werden. Damit können den Kunststoffanwendern individuell an die jeweilige Anwendung angepasste Kunststoffrezepturen und ein Service-Paket angeboten werden.

Durch die Substitution von Butylkautschuk durch TPE-Werkstoffe ergeben sich Vorteile für die Hersteller von Einwegspritzen. Denn durch die Verwendung von TPE können diese nun mit der Spritzgussverarbeitung nicht nur auf ein Herstellungsverfahren zurückgreifen, das sie selbst bestens kennen und beherrschen, sondern eben die Dichtungen auch selbst herstellen. Dadurch können sie sich aus der Abhängigkeit von anderen Unternehmen befreien und gleichzeitig von den besonderen Vorteilen der Fertigung mit TPE-Werkstoffen profitieren.

Vorteil der Rezyklierbarkeit

Eine Spritzenkolbendichtung muss verhindern, dass Leckagen entstehen. TPE eignen sich hierfür hervorragend als Dichtungsmasse, die sich im Spritzguss verarbeiten lässt. Ein weiteres Argument ist die Möglichkeit der wirtschaftlichen Verarbeitung im Mehrkomponentenspritzguss. Darüber hinaus wird der Einsatz von TPE dadurch bevorteilt, dass die TPE rezyklierbar sind. D.h., dass ein nicht einwandfreies Gutteil aus dem Spritzgussprozess nach geringen Aufbereitungsschritten, wie etwa Schreddern, wieder aufgeschmolzen und damit dem Produktionsprozess wieder zugeführt werden kann. Im Gegensatz zum Prozess der Verarbeitung von Gummi, bei dem eine chemische Veränderung in Form von Vernetzung stattfindet, die permanent unlöslich ist, ist dieser Vorgang des Aufschmelzens und Verfestigens bei Kühlung von TPE-Werkstoffen wiederholbar. Gerade diese Fähigkeit der wiederholten Verarbeitung ist einer der Hauptvorteile von TPE gegenüber der Gummiverarbeitung. TPE-S Materialien haben sehr gute Fließeigenschaften und ermöglichen eine sehr wirtschaftliche Verarbeitung und die Verbesserung von Zykluszeiten.

Biokompatibel und physiologisch unbedenklich

Das gilt auch für die hohen Anforderungen, die für Medical-grade-Werkstoffe für den Einsatz in Medizintechnik, Pharmazie und Personal Care gelten. Zum einen meint dies: geprüfte Biokompatibilität und physiologische Unbedenklichkeit nach ISO 10993 und USP Class IV. Dabei wird nicht nur die Erfüllung der technischen Anforderungen geprüft, sondern auch die Verträglichkeit des Materials mit dem menschlichem Organismus. Diese biologische Prüfung ist gemäß Medizinprodukte-Richtlinie MDD 93/42 EWG immer dann notwendig, wenn ein unmittelbarer Kontakt von Werkstoff/Produkt mit dem Patienten besteht.