Orion hebt die Preise für alle in den USA verkauften Gummi Ruße um 5 Cent pro Pfund an.
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Der wdk erwartet, dass steigende Rohstoffpreise sich in naher
Zukunft auch spürbar beim Umsatz bemerkbar machen werden.
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Betrachtet man die beiden großen Produktionsbereiche der deutschen Kautschukindustrie – Reifen und Technische Elastomer-Erzeugnisse (TEE) – einzeln, so wies der Reifensektor einen spürbaren Umsatzrückgang von 4,7 Prozent auf knapp fünf Mrd. EUR auf. Die Unternehmen verzeichneten im Ersatzgeschäft nur eine leichte Mengenausweitung und bei der Erstausrüstung moderate Zuwächse. Im Inland gab der Umsatz um 5,6 Prozent auf knapp vier Mrd. EUR nach, während das Auslandgeschäft ein Minus von 0,9 Prozent und einen Umsatz von knapp einer Mrd. EUR aufwies.

Uneinheitliches Bild bei TEE

Bei den Technischen Elastomer-Erzeugnissen zeigte sich angesichts der großen Bandbreite von Gummiprodukten ein uneinheitliches Bild. Im Bereich der Zulieferindustrien profitierten die Unternehmen spürbar von Produktionszuwächsen auf Abnehmerseite, was vor allem für den Automobilsektor gilt. Hier kletterte der Umsatz um 0,7 Prozent auf 3,4 Mrd. EUR. In anderen Branchen stagnierte hingegen das Geschäftsvolumen, was unter dem Einfluss der bereits erwähnten niedrigen Rohstoffpreise unter dem Strich zu einem Umsatzrückgang von 2,4 Prozent auf etwa 2,9 Mrd. EUR führte. Mit Licht und Schatten präsentierte sich das Auslandsgeschäft. Leichten positiven Impulsen aus Europa standen eine volatile Entwicklung in China und den USA sowie Rückgänge in Russland, der Türkei und Lateinamerika gegenüber. Im Ergebnis nahm hier das Volumen im gesamten TEE-Bereich um 0,1 Prozent auf gut 2,6 Mrd. EUR zu, im Inland hingegen um 1,4 Prozent auf rund 3,7 Mrd. EUR ab. Insgesamt schlug ein Umsatzminus von 0,8 Prozent bei knapp 6,3 Mrd. EUR zu Buche.

Schlechtere Standortbedingungen

Sorgen bereitet der Branche die produktive Entwicklung. Trotz einer erhöhten Kapazitätsauslastung (plus 0,9 Prozent auf 86 Prozentpunkte) ging die Produktion um 0,6 Prozent auf knapp 1,5 Millionen Tonnen zurück. wdk-Hauptgeschäftsführer Boris Engelhardt führte dies auf eine Verschlechterung der Standortbedingungen zurück: „Die Unternehmen leiden vor allem unter hohen und immer weiter steigenden Energiepreisen, die sie im internationalen Wettbewerb benachteiligen. Wir haben immer davor gewarnt, dass die Umlagefinanzierung der Energiewende die Leistungsfähigkeit der mittelständischen deutschen Kautschukindustrie beeinträchtigt. Die aktuellen Zahlen belegen, dass diese Befürchtung berechtigt ist. Deshalb muss der Gesetzgeber hier dringend entgegensteuern und die EEG-Umlage durch eine Haushaltsfinanzierung ersetzen.“

Weniger Beschäftige und weniger Investitionen

Der Produktionsrückgang wirkte sich auch negativ auf die Entwicklung der Investitionen und der Beschäftigung aus. Die Zahl der Beschäftigten nahm 2016 um 0,7 Prozent ab und fiel knapp unter 75.000. Die Investitionen im Inland verringerten sich um 1,4 Prozent auf knapp 400 Millionen EUR, während die Auslands-investitionen deutlich um 5,7 Prozent auf fast eine halbe Mrd. EUR zulegten.
Für das laufende Jahr erwartet der Chef-Volkswirt des wdk, Michael Berthel, ein klares Umsatzplus: „Die zuletzt stark steigenden Rohstoffpreise werden sich spürbar beim Umsatz bemerkbar machen. Ein Plus des Geschäftsvolumens von fünf Prozent ist angesichts der aktuellen Marktlage durchaus vorstellbar.“ Bei den Mengenabsätzen sei gegenwärtig hingegen eher eine Stagnation zu erwarten, sowohl im Reifen-Sektor als auch im gesamten TEE-Bereich.

Neuer Sitz und Verstärkung

Der Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie e.V. (wdk) veränderte am 1.2.2017 seinen Auftritt in der Bundeshauptstadt. Das wdk-Verbindungsbüro zu den Parlamenten und zur Bundesregierung verlegt seinen Sitz. Es wird zukünftig noch zentraler in den „Kaiserhöfen“, Unter den Linden 28 zu finden sein.

Dr. Christoph Sokolowski
Bildquelle: wdk

Dr. Christoph Sokolowski
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Gleichzeitig verstärkt der wdk sein Team vor Ort. Dr. Christoph Sokolowski (Jahrgang 1971) vertritt seit 1.2.2017 als Referent für den wdk die Bereiche Politik, Presse und Rechtsfragen der Materialwirtschaft. Der promovierte Jurist war zuvor Leiter Politik und Kommunikation beim Deutschen Speditions- und Logistikverband. Die Leitung des Berliner wdk-Büros liegt weiter bei Helmut Hirsch und wird nach dessen Ausscheiden in den Ruhestand zur Jahresmitte 2017 auf Dr. Sokolowski übergehen. Die Kontaktdaten des wdk in Berlin: Helmut Hirsch
(h.hirsch@wdk.de), Dr. Christoph Sokolowski (c.sokolowski@wdk.de), wdk e.V., Unter den Linden 26, 10117 Berlin.