Heckrahmen aus Kunststoff (Bildquelle: EMS-Chemie)

Ein ambitioniertes Projekt, stellt die Anwendung doch extrem hohe Anforderungen an das Material. Nebst einer hohen Torsions- und Biegesteifigkeit ist eine hohe Schlagfestigkeit erforderlich. Außerdem muss der Werkstoff eine ansprechende Oberflächenqualität bieten und UV-beständig sein. Doch am allerwichtigsten war die höchstmögliche Gewichtsreduktion, um das Handling des Motorrades weiter zu verbessern. Die Umsetzung des Bauteils in Kunststoff musste deshalb vor allem unter diesem Gesichtspunkt erfolgen. Das Unternehmen entschied sich bei dieser Anwendung für Grilamid LCL-3H, ein mit 30 Prozent Langkohlefaser-verstärktes Polyamid von EMS-Grivory, Domat/Ems, Schweiz. Das Material sorgt für eine sehr hohe Steifigkeit und Festigkeit bei einer gleichzeitig geringen Dichte von 1,15g/cm3. Zudem verfügt es über eine hohe Schlagzähigkeit und UV-Beständigkeit, gute Oberflächenqualität und eine geringe Kriechneigung. Das Resultat: Das Gewicht des Heckrahmens konnte um 30 Prozent reduziert werden, was die Schwerpunktlage optimiert und so für ein präziseres Handling sorgt. Das Kunststoffbauteil verfügt über eine 20 Prozent höhere Torsionssteifigkeit und eine 30 Prozent höhere Biegesteifigkeit als das Aluminiumbauteil. Es besteht außerdem nur noch aus drei verschraubbaren Einzelteilen, statt wie bis anhin aus einer 20-teiligen Konstruktion. Ein weiteres Highlight: Die Lebensdauer des Heckrahmens hat sich durch die kunststoffgerechte Umsetzung verdreifacht.