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Bayer erzeugt PUR-Rohstoff aus Kohlendioxid

11.06.2010

Gemeinsam mit dem Stromerzeuger RWE und der RWTH Aachen als akademischem Partner arbeiten Forscher von Bayer MaterialScience und Bayer Technology Services an einer nachhaltigen Verwendung von Kohlendioxid (CO2).

Im Mittelpunkt des Projekts „Dream Production“ stehen die Errichtung und Inbetriebnahme einer Pilotanlage im Chempark Leverkusen. Hier sollen im Kilogrammmaßstab Polyetherpolycarbonatpolyole (PPP) produziert werden, die als Basis für die Herstellung von Polyurethanen dienen. Dabei wird CO2 chemisch gebunden und findet so nachhaltig Verwendung als Werkstoff. Die Schlüsseltechnologie hierfür ist die Katalyse.

Beim Versuch, CO2 nutzbar zu machen, bildete dessen Reaktionsträgheit bisher wie eine große Hürde. Durch Katalyse wurde diese im Labor mittlerweile überwunden. Im Projekt „Dream Production“ sollen die Ergebnisse aus dem Labor nun in den Technikumsmaßstab überführt werden. Die vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) als Projektträger betreute Initiative wird in den kommenden drei Jahren mit insgesamt über 4,5 Mio. Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Das im Rahmen des Projekts eingesetzte CO2 wird aus dem Braunkohlenkraftwerk von RWE in Niederaußem stammen. Dort betreibt der Stromerzeuger in seinem Innovationszentrum Kohle eine CO2-Wäsche, mit der das Kohlendioxid aus dem Rauchgas abgetrennt wird. Für das Projekt Dream Production wird die CO2-Wäsche zusätzlich mit einer Verflüssigungsanlage ausgestattet, sodass das Gas nach Leverkusen transportiert werden kann.

Dream Production basiert auf dem von Bayer Technology Services initiierten und ebenfalls vom BMBF geförderten Vorläuferprojekt „Dream Reactions“. Im Rahmen dieses Projekts bearbeiteten die Forscher grundlegende Fragestellungen, bei denen die Nutzbarmachung von CO2 mithilfe neu entwickelter Katalysatoren im Mittelpunkt stand.

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