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Effizienz beim Spritzgießen von Gummi steigern
Einen Schwerpunkt innerhalb dieses Modulbaukastens von LWB Steinl, Altdorf, bilden die Spritzaggregate mit FIFO-Prinzip bei der Plastifizierung und nachgelagertem Kolbenaggregat zum Einspritzen. Neu ist, dass die Kolbenstange des Einspritzkolbens als regelbare Drossel beim Plastifizieren fungiert, um so die Massetemperatur der Gummimischung unmittelbar vor dem Einspritzen gezielt zu erhöhen und dadurch die Heizzeiten beim Vulkanisieren zu verkürzen. Neu ist außerdem, dass sich die Verstelltechnik des EFE-Spritzaggregats mit einer Regelsoftware, der Adaptive Cure Control- (ACC-) Software kombinieren lässt, die die Massetemperatur unabhängig von Schwankungen in der Mischungszusammensetzung oder Unregelmäßigkeiten im Bedienzyklus selbsttätig konstant halten kann. Dass in diesem Zusammenhang auch eine neue Maschinensteuerung mit entsprechender Rechnerkapazität entwickelt wurde, sei der Vollständigkeit halber angefügt.
Die neue Prozess- und Regeltechnik steigert die Fähigkeit der EFE-Spritzaggregate zur schnellen Anpassung der Massetemperatur. Abhängig von Druck- und Temperaturmessungen im Einspritztrakt steuert die Software die servohydraulisch verstellbare Drossel zwischen Plastifizierzylinder und Kolbeneinspritzeinheit an. Bei konstantem Schmelzstrom bewirkt die Drossel die Umwandlung von Druckenergie in zusätzliche Wärme in der Elastomerschmelze, die damit unmittelbar vor der Formfüllung homogen in die Nähe der Vulkanisiertemperatur angehoben wird. Dieser Vorgang ist feinfühlig regelbar. Eingestellte Massetemperaturen können auch bei variierenden Rahmenbedingungen wie Mischungs- oder Bedienzeitschwankungen sicher eingehalten werden. Das ACC-System macht die Gummispritzgießmaschine zu einer selbstoptimierenden Einheit und ermöglicht im Vergleich zu einer konventionellen, ungeregelten Prozessführung, vor allem bei der Herstellung dickwandiger Formartikel, Heizzeitverkürzungen von 30 bis 50 %.
Kompetenzzentrum
unterstützt Verarbeiter
Um das hohe Effizienzpotenzial der selbstoptimierenden Gummispritzgießtechnik einer möglichst großen Zahl an Verarbeitern zugänglich zu machen und diese bei der Einführung der Technologie in die Praxis zu begleiten, hat der Maschinenbauer sein Dienstleitungsangebot erweitert: Seit Anfang Oktober 2010 bietet die neugegründete Entwicklungsgesellschaft LET- (LWB Elastomer Technology-) Development Hilfestellung und Problemlösungen für Gummiverarbeiter. Als Mitgesellschafter und Geschäftsführer der neuen Gesellschaft konnte das Unternehmen den Gummifachmann und langjährigen Entwicklungspartner Prof. Dr. Volker Härtel gewinnen. Ihm steht ein Stab erfahrener Anwendungstechniker und Entwicklungsingenieure aus dem LWB-Steinl-Team zur Verfügung. Darüber hinaus kann die Entwicklungsgesellschaft auf ein umfassend ausgerüstetes Prüflabor und ein Technikum mit Testmaschinen zurückgreifen.
Zweck der Entwicklungsgesellschaft ist die Begleitung der Anwender bei der Einführung der neuen selbstoptimierenden Gummispritzgießtechnik in den Produktionsbetrieb. Im Vordergrund steht dabei eine kurzfristig erreichbare Steigerung der Produktivität, kombiniert mit kurzen Amortisationszeiten für die neue Anlagentechnik. Das Dienstleistungsangebot reicht von Machbarkeitsstudien über anwendungstechnische Beratungen im Vorfeld von Investitionsprojekten bis hin zu Schulungsprogrammen für Werkzeugkonstrukteure und Maschinenbediener.
NEUE TECHNOLOGIEN
Konstante Massetemperatur
Schwankungen in der Mischungszusammensetzung oder Unregelmäßigkeiten im Bedienzyklus können die Massetemperatur von Elastomerschmelzen unkontrolliert beeinflussen. Mit der ACC-Regelsoftware in Verbindung mit einem modifizierten EFE-Spritzaggregat ausgestattete Gummispritzgießmaschinen gleichen solche Temperaturabweichungen selbsttätig aus und steigern die Effizienz in der Produktion.
Autor: Dipl.-Ing. Reinhard Bauer, freier Journalist, Gmünd/Österreich, office@technokomm.at
01-02/2011 Januar-Februar
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