„Der Dreijahreszeitraum zwischen der letzten und der diesjährigen Generalversammlung war sicherlich einer der aufregendsten, seit Euromap im Jahr 1964 gegründet wurde. Unsere Industrie wurde erst von einem Rückschlag getroffen, dessen Ausmaß noch nicht absehbar war, als wir uns das letzte Mal trafen. Die darauf folgenden Monate brachten völlig neuartige Erfahrungen mit sich. Ab Ende 2009 stiegen die Bestellungen - auf extrem niedriger Basis - wieder an und dieser Aufschwung setzte sich während des gesamten Jahres 2010 und ins Jahr 2011 hinein fort. Wenn man sich die Auftragseingangskurve zwischen 2008 und 2011 ansieht, fühlt man sich wie in einer Achterbahn" erklärt Bernhard Merki, der wiedergewählte Präsident des europäischen Dachverbands auf der Pressekonferenz anlässlich der alle drei Jahre stattfindenden Generalversammlung.
China übernimmt die Führungsrolle in der Produktion - Japan ist wieder zurück
Die weltweiten Wachstumsraten von Produktion und Export von Kunststoff- und Gummimaschinen sind noch stärker als in Europa gestiegen. Der Anstieg wurde maßgeblich durch den Ausstoß der chinesischen Hersteller beeinflusst, die mittlerweile weltweit führend in der Produktion sind. Die japanischen Wettbewerber - 2009 schwer angeschlagen - haben die Krise überraschend gut und schnell überwunden. Der Aufschwung in Asiens Industrie- und Schwellenländern führte dazu, dass die Anteile der Euromap- Länder an der Weltproduktion und am Weltexport jeweils leicht zurück fielen.
Für das Jahr 2010 gab der Verband für die neun Euromap Länder ( Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Luxemburg, Österreich, Spanien, Schweiz, Türkei) ein Produktionsvolumen von knapp 10 Mrd. Euro bekannt. Das bedeutet eine Steigerung von über 27 % im Vergleich zum Vorjahr. Am weltweiten Produktionsvolumen von Maschinen und Anlagen für die Kunststoff- und Gummiindustrie erreichen die Euromap-Länder einen Anteil von knapp 42 %, wozu Hersteller aus Deutschland etwa die Hälfte beitrugen. Der Anteil chinesischer Anlagenbauer am weltweiten Produktionsvolumen beläuft sich auf rund 30 %. Dabei stieg das Volumen von knapp 4 Mrd. Euro in 2009 auf fast 7 Mrd. Euro in 2010.
Den größeren Teil der chinesischen Anlagen exportiert das Land jedoch nicht, sondern setzt es zur Produktion in China ein. Am Gesamt-Exportvolumen von 2010 von 14 Mrd. Euro hat China einen Anteil von nur 10,6 %, die Euromap-Mitglieder mehr als 50 %. Von diesen 7 Mrd. Euro Exporten werden 34 % in die EU geliefert, 12,8 % nach China, 14 % ins restliche Asien und 8,8 % in die USA. Aus Deutschland stammen 28,4 % der Importe von China, aus Japan importiert China etwa den gleichen Anteil. Weitere Zulieferer der chinesischen Kunststoff- und Gummiverarbeiter produzieren unter anderem in Taiwan, Korea, Italien und USA und Frankreich.
Nachhaltigkeit eröffnet Geschäftschancen
Luciano Anceschi, erneut bestätigter Vizepräsident von Euromap, ergänzte einen Aspekt, der für die europäischen Maschinenhersteller zum Aktivposten werden könnte. „Wir stellen einen weltweiten Trend zu mehr Nachhaltigkeit fest. Energie-Einsparung und Ressourcen- Schonung spielen eine immer größere und zentralere Rolle, nicht nur in Europa sondern in allen wichtigen Wirtschaftsräumen. Um die Industrie fit zu machen für mögliche Anforderungen von verschiedenen Seiten, unterstützt der Verband die Hersteller in den Mitgliedsländern durch Studien und mit Empfehlungen. Richtig vorbereitet zu sein, kann unserer Industrie den ausschlaggebenden Vorsprung geben". [ega]
Autor: eg
11/2011 November-Dezember
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