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Breuers, im Vorstand bisher für die beiden Segmente Performance Polymers und Advanced Intermediates verantwortlich, wird das Unternehmen auf eigenen Wunsch mit Auslaufen seines Dienstvertrages zum 31. Mai 2015 verlassen, um sich neuen Herausforderungen zu widmen. Aus dem Vorstand der Gesellschaft scheidet Breuers mit sofortiger Wirkung aus. Er wird jedoch für eine Übergangszeit in beratender Funktion tätig sein. Lanxess ist in drei Geschäftssegmente gegliedert – das dritte ist Performance Chemicals.

Der Aufsichtsrat hat dem Vorstandsvorsitzenden Matthias Zachert die Verantwortung für die beiden Segmente Performance Polymers und Advanced Intermediates mit sofortiger Wirkung auf kommissarischer Basis übertragen. Das Unternehmen beabsichtigt, die frei gewordene Vorstandsposition im Laufe der kommenden zwölf Monate neu zu besetzen.

Das Restrukturierungsprogramm senkt zuerst Kosten
„Das unverändert moderate Ergebnisniveau und der zunehmende Wettbewerb belegen die Notwendigkeit weiterer Maßnahmen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit“, sagte Vorstandschef Zachert.

Das dreistufige Restrukturierungsprogramm „Let‘s Lanxess again“ gliedert sich in drei Bereiche: „Wettbewerbsfähigkeit der Geschäfts- und Verwaltungsstruktur“, „Operative Wettbewerbsfähigkeit“ und „Wettbewerbsfähigkeit des Geschäftsportfolios“. Zunächst fokussiert sich das Unternehmen auf die erste Stufe „Wettbewerbsfähigkeit der Geschäfts- und Verwaltungsstruktur“. Die Vorbereitungen der folgenden Schritte wurden bereits gestartet.

Mit Wirkung zum 1. Januar 2015 legt das Unternehmen mehrere Geschäftsbereiche (Business Units) zusammen und reduziert deren Zahl von 14 auf 10. Zudem verschlankt der Konzern seine Verwaltung weltweit durch funktionsübergreifenden Stellenabbau und die Konsolidierung einzelner Bereiche. Mit der effizienteren Organisationsstruktur will das Unternehmen Kosten sparen und seine Markt- und Kundennähe verbessern. Darüber hinaus strebt das Unternehmen Einsparungen in allen Kostenarten an.

Geschäftsbereiche (Business Units) werden zusammengelegt
Die Business Units Butyl Rubber (BTR) und Performance Butadiene Rubbers (PBR) werden in der neuen Business Unit Tire & Specialty Rubbers (TSR) zusammen gefasst. Gründe sind die überlappende Kundenstruktur, regionale Überschneidungen in den etablierten Märkten sowie Ergänzungen in den Wachstumsmärkten. Der Geschäftsbereich wird künftig von Jorge Nogueira geleitet.

Darüber hinaus führt das Unternehmen die Business Units High Performance Elastomers (HPE) und Keltan Elastomers (KEL) unter dem Namen High Performance Elastomers (HPE) wieder zusammen. Auch hier sind signifikante Schnittmengen in der Kundenstruktur die Hauptgründe. Jan Paul de Vries wird die neue Business Unit führen.

Die Spezialchemie-Produktlinie des Geschäftsbereichs Rubber Chemicals (RUC), die Business Unit Functional Chemicals (FCC) sowie die Business Unit Rhein Chemie (RCH) werden in der neuen Business Unit Rhein Chemie Additives (ADD) zusammengeführt. Durch die Bündelung seiner Additiv-Geschäfte kann Lanxess neue Märkte und Kunden erschließen. Leiter des neuen Geschäftsbereichs wird Anno Borkowsky, der auch Geschäftsführer der Tochtergesellschaft Rhein Chemie in Mannheim ist.

Wie bereits im September 2013 angekündigt, prüft das Unternehmen strategische Optionen für die Produktlinien Alterungsschutzmittel und Beschleuniger der Business Unit RUC. Gleichzeitig sondiert der Konzern die Möglichkeit, die Produktlinien zusammenzulegen und sie in den Geschäftsbereich Advanced Industrial Intermediates (AII) zu überführen. Die Entscheidung zugunsten einer der Optionen wird spätestens Ende des dritten Quartals 2014 fallen.

In der Verwaltung werden stellen abgebaut
Zudem verschlankt der Konzern seine Verwaltung weltweit durch funktionsübergreifenden Stellenabbau und die Konsolidierung einzelner Bereiche. Die zuständigen Arbeitnehmervertretungen werden in den Prozess involviert. So werden die Group Functions Aliseca (ASC), Industrial & Environmental Affairs (IEA) sowie Innovation & Technology (INN) in der neuen Stabsfunktion Production, Technology, Safety & Environment (PTSE) zusammengefasst. Par Singh wird die Leitung dieser Group Function übernehmen. Einige Instandhaltungsaufgaben werden künftig dezentral den Business Units zugeordnet. So wird die Effizienz durch den Wegfall vieler Schnittstellen gesteigert.

Die Group Function Internal Auditing (IA) und der Bereich Corporate Security werden in die Group Function Law and Intellectual Property (LIP) integriert. Die neue Stabsfunktion Legal & Compliance (LEX) wird geleitet von Jochen Schroer.

Claus Zemke, derzeit Leiter Unternehmenskommunikation des Werkzeugmaschinenherstellers Trumpf in Ditzingen, übernimmt spätestens am 1. Januar 2015 die Leitung der Group Function Corporate Communications (COM).

Weitere Maßnahmen im Rahmen der Neuausrichtung eingeleitet
Im Rahmen der zweiten Stufe „Operative Wettbewerbsfähigkeit“ wird eine „Produktionsoptimierungs-Initiative“ alle Produktionsanlagen mit Blick auf Markterfordernisse und Synergien prüfen. Par Singh leitet die Initiative. Eine „Vertriebsoptimierungs-Initiative“ – geleitet von Torsten Derr – wird die Effektivität und Effizienz der internationalen Vertriebsstrukturen des Chemieunternehmens evaluieren. Für die dritte Stufe „Wettbewerbsfähigkeit des Geschäftsportfolios“ hat Lanxess erste Schritte eingeleitet.

Umsatz und Ergebnis im 2. Quartal verbessert
Eine gute Nachfrage nach Agrochemikalien, positive Impulse aus der Baubranche, aber auch eine anhaltend schwierige Wettbewerbssituation bei synthetischen Kautschuken sowie negative Wechselkurseffekte prägten die Geschäftsentwicklung im 2. Quartal 2014. Konzernweit ergab sich ein Absatzplus von 2 %. Dieser Anstieg konnte den Preisrückgang von 5 % nicht völlig ausgleichen. Insgesamt sank der Konzernumsatz im Jahresvergleich um 5,7 % auf rund 2 Mrd. Euro.

Das Ebitda vor Sondereinflüssen wuchs gegenüber dem Vorjahr um 20,7 % auf 239 Mio. Euro. Verantwortlich für diese Entwicklung waren höhere Absatzmengen, die gestiegene Auslastung der Produktionsanlagen sowie Einsparungen aus dem Effizienzsteigerungsprogramm „Advance“. Damit liegt das operative Ergebnis am oberen Ende der erwarteten Bandbreite zwischen 220 und 240 Mio. Euro. Die Ebitda-Marge vor Sondereinflüssen stieg auf 11,8 % nach 9,2 % im Vorjahr.

Das Konzernergebnis verbesserte sich wesentlich auf 55 Mio. Euro nach 9 Mio. Euro ein Jahr zuvor. Grund dafür waren unter anderem ein verbessertes Finanzergebnis sowie geringere Sonderaufwendungen. Im Vorjahr waren 40 Mio. Euro für Restrukturierungen im Segment Performance Chemicals angefallen.

Entwicklung in den drei Segmenten
In einem weiterhin schwierigen Marktumfeld ging der Umsatz im Segment Performance Polymers um 12,1 % auf rund 1 Mrd. Euro zurück. Ursächlich waren vor allem weiterhin niedrige Verkaufspreise in allen Kautschuk-Geschäften. Das Ebitda vor Sondereinflüssen im Segment stieg insbesondere aufgrund der besseren Auslastung der Produktionsanlagen um 28 Mio. Euro auf 122 Mio. Euro.

Angesichts der anhaltend guten Nachfrage nach Agrochemikalien und Produkten aus dem Aromatenverbund stieg der Umsatz des Segments Advanced Intermediates um 2,5 % auf 403 Mio. Euro. Die Business Unit Saltigo profitierte von neuen Projekten aus dem Agrobereich. Das Ebitda vor Sondereinflüssen des Segments erreichte mit 73 Mio. Euro nahezu das Vorjahresniveau.

Im Segment Performance Chemicals wuchs der Umsatz vor allem aufgrund gestiegener Absatzmengen um 1,4 % auf 569 Mio. Euro. Positive Impulse setzten beispielsweise die Geschäfte mit Materialschutzprodukten, Lederchemikalien oder Pigmenten. Das Ebitda vor Sondereinflüssen lag mit 86 Mio. Euro um 28,4 % deutlich über dem Wert des Vorjahres von 67 Mio. Euro.

Ausblick für das Geschäftsjahr 2014 präzisiert
Das Chemieunternehmen sieht für den weiteren Jahresverlauf nach wie vor eine leichte Erholung der globalen Wirtschaft. Für die Geschäfte mit synthetischem Kautschuk, die eng mit der Automobil- und Reifenindustrie verbunden sind, rechnet der Konzern weiterhin mit einem herausfordernden Wettbewerbsumfeld und damit einhergehendem Preisdruck. Im Bereich Agrochemikalien wird im weiteren Jahresverlauf eine unverändert gute Nachfrageentwicklung erwartet. Das prognostizierte Wachstum in der Bauindustrie wird weiterhin positive Impulse für das Geschäft mit Pigmenten im Segment Performance Chemicals setzen.

Für das laufende Geschäftsjahr 2014 erwartet der Konzern unter Berücksichtigung von Anlaufkosten für das EPDM-Kautschukwerk in China in Höhe von rund 10 Mio. Euro im 4. Quartal sowie Wartungsstillständen weiter ein verbessertes Ergebnis gegenüber dem Vorjahr.

„Wir konkretisieren unsere ursprüngliche Ergebnisprognose von 770 bis 830 Mio. Euro. Wir gehen jetzt davon aus, 2014 ein Ebitda vor Sondereinflüssen zwischen 780 und 820 Mio. Euro zu erreichen“, sagte Zachert.

Press Releases in English
You find the two press releases in English language on Lanxess‘s website, concerning the company‘s realignment directly here and about the change in the board of management directly here.

(dw)