Bild
Bild

Im Februar hatte Styron eine Vereinbarung mit dem Werkstofflieferanten JSR bekanntgegeben, wonach Styron die Rechte an der Fertigungskapazität in Schkopau erwirbt, womit Styron die Kapazität einer Anlage praktisch verdoppelt hat. Im April gab das Unternehmen die Umstellung seiner Nickel Butadiene Rubber (Ni-BR)-Fertigungsanlage in Schkopau, Deutschland, auf Neodymium Butadiene Rubber (Neodym Butadiene Rubber) bekannt. Zusammen mit wirtschaftlichen Phasen. Das Marktverhalten gleicht eher einem guten Gemisch im Consumer- und im Automotive-Markt. Schließlich ist die Marktentwicklung auch verschiedenen Trends unterworfen. Im westlichen Europa ist die Automobilsättigung relativ hoch. Dahingegen ist im Osten im Sinne von Automobil und Mobilität ein Wachstum zu verzeichnen. Natürlich ist in den südlichen Ländern der EU, und auch in Frankreich, eine verhaltene Nachfrage festzustellen. Aber in der Summe ist es ein stabiler Markt, der auch ein leichtes Wachstum bietet. In den USA ist eine Revitalization der chemischen Industrie bedingt durch den Shale Gas Boom zu erkennen. Die großen Autohersteller haben sich wieder gefangen. Dort haben wir ein Wachstum zu verzeichnen, das Europa nicht abhängt, aber leicht besser ist als hier. Südamerika wird eine der Regionen sein, die in den nächsten Jahren ein substantielles Wachstum zeigen wird. Und last but not least ist Asien, mit China an der Spitze, natürlich der Autoreifenmarkt, der in den nächsten fünf Jahren in größeren Dimension zunehmen wird.

KGK: Wie schätzen Sie die Entwicklung der Automobilindustrie in Europa, in Amerika und in China ein und wie ist Styron im Reifenmarkt positioniert?

Ralf Irmert: Europa ist in der Reifentechnologie führend im globalen Markt. Das ist für uns ein Vorteil, da wir so mit den sogenannten „most advanced tire“ oder führenden Reifenproduzenten kooperieren können. Die haben wir quasi vor der Haustür. Das ist auch wichtig für uns, da wir so nah an der technologischen Verbesserung und Entwicklung sind und zeitnah erkennen, was im Reifensegment passiert. Das andere Element ist Volumenwachstum. Der Reifenmarkt ist nur bedingt vom Wachstum der Automobilindustrie abhängig, denn zwei Drittel des Reifenbedarfs am Markt sind Ersatzreifen. Und das ist natürlich ein Konsumentenmarkt, der eine andere Dynamik hat als der Reifenmarkt der OEM. Das ist aus unserer Sicht doch ein sehr stabiler Markt, auch in schwierigen wirtschaftlichen Phasen. Das Marktverhalten gleicht eher einem guten Gemisch im Consumer- und im Automotive-Markt. Schließlich ist die Marktentwicklung auch verschiedenen Trends unterworfen. Im westlichen Europa ist die Automobilsättigung relativ hoch. Dahingegen ist im Osten im Sinne von Automobil und Mobilität ein Wachstum zu verzeichnen. Natürlich ist in den südlichen Ländern der EU, und auch in Frankreich, eine verhaltene Nachfrage festzustellen. Aber in der Summe ist es ein stabiler Markt, der auch ein leichtes Wachstum bietet. In den USA ist eine Revitalization der chemischen Industrie bedingt durch den Shale Gas Boom zu erkennen. Die großen Autohersteller haben sich wieder gefangen. Dort haben wir ein Wachstum zu verzeichnen, das Europa nicht abhängt, aber leicht besser ist als hier. Südamerika wird eine der Regionen sein, die in den nächsten Jahren ein substantielles Wachstum zeigen wird. Und last but not least ist Asien, mit China an der Spitze, natürlich der Autoreifenmarkt, der in den nächsten fünf Jahren in größeren Dimension zunehmen wird.

KGK: Sie haben die Produktion in Schkopau deutlich erweitert. Werden Sie außer in Schkopau in andere Produktionsstätten investieren, um den weltweit steigenden Bedarf zu decken?

Ralf Irmert: Styron prüft andere Engagements, zum heutigen Zeitpunkt liefern wir ausschliesslich von Schkopau aus. Es ist kein Problem, Kautschuk zu transportieren. Wir liefern in sogenannten „metal boxes“, das ist eine Tonne pro Box in einer ISO-Paletten-Abmessung. Die Logistikkosten aus Europa nach Asien sind vorteilhaft.

KGK: Dafür haben Sie aber vielleicht hier auch höhere Energiekosten, höhere Lohnkosten?

Ralf Irmert: Ja, das ist zwar grundsätzlich richtig, jedoch lässt sich dies mit Automation und Effizienz der Produktion ausbalancieren. Außerdem sind die Energiekosten nicht notwendigerweise in Länder wie China oder Thailand geringer. Auch dort muss Energie importiert werden. Bei den reinen Energiekosten sind daher die Unterschiede nicht so riesig. Die Probleme, die wir haben, liegen eher in Sonderbelastungen, wie beispielsweise der EEG-Umlage in Deutschland. Das sind substantielle Kostenpositionen.

KGK: Styron wird also mittelfristig ausschließlich von Schkopau Kautschuk liefern?

Ralf Irmert: Wir produzieren in Schkopau mit einer Kapazität von cirka 350.000 Tonnen und sind damit der größte Kautschukproduktions-standort in Europa. In Schkopau haben wir einen Standort mit optimaler Infrastruktur, um die Produktion effizient auszulegen, welcher uns zudem höchste Synergieeffekte durch seine Größe und Diversität sichert.

KGK: Gibt es in Schkopau langfristig noch Möglichkeiten zu wachsen?

Ralf Irmert: Wir prüfen das gegenwärtig, um eventuell in Neodym-Polybutadien einzusteigen. Dafür kommt ein anderes Katalysatorsystem zum Einsatz, das andere Molekülstrukturen erzeugt, die speziell für rollwiderstandsarme Reifen benötigt werden in der Kombination von einem Neodym-Polybutadien mit SSBR. Daher bewegen wir uns in diese Richtung. Die zu Verfügung stehenden Flächen sind groß genug.

KGK: Welche Bedeutung messen sie dem sogenannten „grünen Reifen“ bei? Wie sehen Sie die wirtschaftliche Entwicklung?

Ralf Irmert: Führende, europäische Reifenhersteller haben Reifen mit vermindertem Rollwiderstand in den 70er, 80er, 90er Jahren schon versucht in den Markt zu bringen, die Erfindung des Radialreifens war ein signifikanter Schritt in diese Richtung. Aktuell besteht durch das Tire Labeling ein erhöhter Bedarf. Darin hat ja Japan im Jahre 2011 schon die Vorreiterrolle übernommen, sehr erfolgreich. Das hat zu einem Boom von Reifen mit niedrigem Rollwiderstand geführt. Europa ist 2012 gefolgt und wir sehen natürlich momentan, dass andere Regionen und Länder nachziehen. Wir erwarten, dass die USA folgt, das Thema wird dort intensiv diskutiert. Auch in China wird das Labeling voraussichtlich eingeführt, in Korea gilt es bereits. Schlussendlich werden viele große Ökonomien folgen, unter anderem eben auch Lateinamerika mit Brasilien an der Spitze. Die Zusammensetzung und die Eigenschaften des Kautschuks spielen neben dem größeren Felgendurchmesser für den Rollwiederstand eine extrem wichtige Rolle. Die Balance zwischen Wet Grip und Rollwiderstand wird heute bekanntermaßen und akzeptiertermaßen durch Solution SBR und Neodym-Polybutadien wesentlich verbessert. Wir erhalten Feedback unserer Kunden, dass sich in diesem sogenannten Performance-Segment, also Reifen mit niedrigen Rollwiderstandsbereich plus hohen Felgendurchmesser die Nachfrage substantiell erhöht hat. Neue Fahrzeuge werden zunehmend mit solchen Reifen ausgestattet, so dass damit auch dieser Weg getriggert ist. Wenn Sie mal 10 Jahre, 15 Jahre zurückschauen, da betrug die Reifengröße bzw. die Felgengröße auf den Fahrzeugen 12, 13, 14 Zoll. Heute werden 15, 16, 17 bis 19 und 21 Zoll Reifen eingebaut. Der Durchmesser der Felge hat auch einen direkten Einfluss auf das Rollwiderstandsverhalten.

KGK: Welche anderen Märkte außer Reifen sind für Styron relevant?

Ralf Irmert: Neben dem Reifenkautschuk haben wir auch eine Anlage, die nahezu ausschließlich für Plastikmodifikationsanwendungen Kautschuk herstellt, das ist im Wesentlichen für Polystyrol oder Kautschuk für ABS. Außerdem gibt es den Markt für industrielle Kautschukerzeugnisse, der nach wie vor eine nicht unbeträchtlichen Volumenabnahmen für Styron darstellt.

KGK: Was zeichnet Styron aus, wofür steht das Unternehmen?

Ralf Irmert: Wir haben einen klaren Fokus und das Know-how, kontinuierlich hohe Qualität zu liefern. Wir kooperieren mit unseren Kunden auf Augenhöhe, das heißt, wir hören unseren Kunden zu. Wir sind nicht derjenige, der unserem Kunden erklärt, wie sie etwas besser zu machen haben, sondern wir suchen gemeinsam nach neuen Lösungen und Anpassung unserer Produkte an seine Bedingungen. Und wir haben die richtige Technologie im Hause, speziell mit Solution Elastomer Technologie, dessen Kapazität wir in den letzten 5 Jahren für Reifenanwendungen verdreifacht haben.

Das Unternehmen
Die im Jahre 2010 gegründete Styron Deutschland betreibt am Standort Schkopau  mehrere Anlagen zur Herstellung von synthetischem Kautschuk und Polystyrol. Am Standort Schkopau werden auf dem Werksgelände der Dow Olefinverbund GmbH mehrere Anlagen zur Herstellung von synthetischem Kautschuk und Polystyrol betrieben. Styron hatte kürzlich eine Änderung des Firmennamens aller Tochtergesellschaften auf Trinseo bekannt gegeben. Bisher sind einige, allerdings nicht alle der Styron-Gesellschaften unter der Firmierung Trinseo bekannt; Styron-Gesellschaften, die sich noch nicht umfirmiert haben, werden weiterhin unter Styron firmieren, bis die Umfirmierung abgeschlossen sein wird. Die Betriebsgesellschaften von Styron operieren ebenfalls weiterhin unter Styron.

 

Über den Autor

Dr. Etwina Gandert, Redaktion KGK