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Presse release in English „Lanxess improves earnings in fiscal 2014 and drives realignment forward rapidly“ – please click here.

Gleichzeitig hat der Kautschuk- und Kunststoffhersteller seine Nettoverschuldung deutlich reduziert und seinen operativen Cashflow spürbar gesteigert. „Insbesondere vor dem Hintergrund der weiterhin herausfordernden Geschäftssituation ist die deutliche Ergebnissteigerung erfreulich. Die Zahlen spiegeln auch erste Erfolge unserer Neuausrichtung wider, bei der wir voll im Plan liegen“, sagte Matthias Zachert, Vorstandsvorsitzender des Unternehmen. „Dennoch liegt noch viel Arbeit vor uns, damit Lanxess wieder dauerhaft in die Erfolgsspur kommt. Im laufenden Geschäftsjahr werden wir unser Programm weiter systematisch umsetzen und entscheidende Weichen für die Zukunft von Lanxess stellen.“

Dreistufige Neuausrichtung kommt planmäßig voran
Im August 2014 hatte der Konzern ein dreistufiges Programm zur Neuausrichtung vorgestellt. Die erste Stufe zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit seiner Geschäfts- und Verwaltungsstruktur, die den Abbau von rund 1.000 Stellen weltweit beinhaltet, hat der Konzern weitgehend abgeschlossen. Der Abbau von rund 500 Stellen in Deutschland betraf vor allem den Verwaltungsbereich und erfolgte ohne betriebsbedingte Kündigungen. Außerhalb Deutschlands werden weitere 500 Stellen abgebaut. Dort wurde bereits für rund 70 % der betroffenen Mitarbeiter eine Lösung gefunden. Ab Ende des Jahres 2015 spart das Unternehmen durch die Maßnahmen der ersten Stufe rund 120 Mio. Euro, ab Ende 2016 jährlich 150 Mio. Euro.

Im Rahmen der zweiten Stufe, die auf die Verbesserung der operativen Wettbewerbsfähigkeit zielt, hat der Konzern erste Maßnahmen eingeleitet. So wird Lanxess angesichts der derzeitigen Überkapazitäten im Markt für synthetische Kautschuke seine Produktionsnetzwerke für Ethylen-Propylen-Dien-Monomer-Kautschuk (EPDM) und Neodymium-basierten Performance-Butadien-Kautschuk (Nd-PBR) neu aufstellen.

Der Konzern beabsichtigt, die EPDM-Kautschuk-Produktion am Standort Marl Ende des Jahres 2015 zu beenden. Die genehmigte Gesamtkapazität der Anlage beträgt heute rund 70.000 t. Im EPDM-Kautschuk-Produktionsnetzwerk des Unternehmens ist die Anlage in Marl wegen ihrer verhältnismäßig geringen Kapazität sowie den im Vergleich höheren Energie- und Rohstoffkosten die am wenigsten wettbewerbsfähige. In Marl sind derzeit rund 120 Mitarbeiter beschäftigt. Lanxess wird unverzüglich Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern aufnehmen, um einvernehmliche Lösungen für diese Mitarbeiter zu finden.

Seine Nd-PBR-Produktion wird der Konzern im Laufe des Jahres 2016 auf die Standorte Dormagen und Singapur fokussieren. Die Nd-PBR-Anlagen an den Standorten Orange, USA, und Cabo de Santo Agostinho, Brasilien, werden dann ausschließlich die jeweilige Region bedienen. Die dadurch in den Anlagen in Port Jérôme, Frankreich, und Orange frei gewordenen Kapazitäten werden künftig für die Produktion von anderen Butadien-Kautschuktypen genutzt. Darüber hinaus wird die genutzte Kapazität für Butadien-Kautschuke in Orange im Zuge des flexiblen Anlagenmanagements reduziert; so werden nur noch drei von vier Produktionsstraßen gleichzeitig betrieben.

Nach der Neuaufstellung würde dann Lanxess sowohl für EPDM- als auch für Nd-PBR-Kautschuke über jeweils eine Anlage in Nordamerika, Lateinamerika, Asien und Europa verfügen. Für die Neuaufstellung seiner Produktionsnetzwerke für EPDM- und Nd-PBR-Kautschuke rechnet der Konzern insgesamt mit einem Abbau von etwa 140 Stellen und Sonderaufwendungen von rund 55 Mio. Euro. Ab Ende 2016 erwartet das Unternehmen Einsparungen von jährlich 20 Mio. Euro.

Weitere Maßnahmen der zweiten Stufe der Neuausrichtung, unter anderem zur Optimierung von Vertrieb und Lieferketten sowie von Produktionsprozessen und -anlagen, werden derzeit erarbeitet. Ergebnisse dazu sollen ab dem zweiten Halbjahr 2015 vorliegen.

Im Vordergrund der dritten Stufe steht die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit des Geschäftsportfolios, insbesondere durch Kooperationen im Kautschukbereich. Das Unternehmen befindet sich derzeit in Gesprächen mit möglichen Partnern, über die gegebenenfalls in der zweiten Jahreshälfte 2015 berichtet wird.

Umsatz und Ergebniszahlen 2014
Der Rückgang des Konzernumsatzes 2014 gegenüber dem Vorjahr um 3,5 % war vor allem durch niedrigere Verkaufspreise bedingt, vorwiegend im Segment Performance Polymers. Leicht gestiegene Absatzmengen auf Konzernebene konnten diese nicht ausgleichen.

Das Ebitda vor Sondereinflüssen in Höhe von 808 Mio. Euro entspricht den Ende Januar 2015 veröffentlichten vorläufigen Zahlen. Alle Segmente trugen zum Ergebnisanstieg bei. Diese trotz niedrigerer Verkaufspreise positive Entwicklung war insbesondere auf eine gesunkene Kostenbasis, eine bessere Auslastung sowie vorteilhafte Wechselkurseffekte zurückzuführen. Die Ebitda-Marge vor Sondereinflüssen erhöhte sich im Konzern von 8,9 % auf 10,1 %.

Die Auszahlungen für Investitionen lagen im abgelaufenen Geschäftsjahr mit 614 Mio. Euro leicht unter dem Vorjahreswert von 624 Mio. Euro. „Wir wollen nun bereits im laufenden Geschäftsjahr unsere Investitionsausgaben signifikant auf rund 450 Mio. Euro senken. Im Jahr 2016 planen wir, uns auf einen Wert zwischen 400 und 450 Mio. Euro einzupendeln“, sagte Bernhard Düttmann, Finanzvorstand des Unternehmens.

Geschäftsentwicklung in den Segmenten

Der Umsatz des Segments Performance Polymers ging im Geschäftsjahr 2014 gegenüber dem Vorjahr um 8,0 % auf rund 4,1 Mrd. Euro zurück. Maßgeblich waren der Preisrückgang über alle Geschäftsbereiche (insgesamt 6 %) aufgrund von geringeren Rohstoffkosten und des anhaltend herausfordernden Marktumfelds sowie geringfügig niedrigere Absatzmengen (-1 %). Auch die Wechselkurse wirkten sich über das Jahr gesehen leicht negativ auf den Umsatz aus.

Das Ebitda vor Sondereinflüssen des Segments lag mit 392 Mio. Euro knapp 1 % über dem Niveau des Vorjahres (Ebitda-Marge 9,5 % gegenüber 8,7 % in 2013). Ergebnisverbessernd wirkten sich insbesondere die deutlich niedrigere Kostenbasis sowie positive Wechselkurseffekte aus. Negativen Einfluss hatten geringere Verkaufspreise und niedrigere Absatzmengen. Das operative Ergebnis des Segments wurde zudem unter anderem von Anlaufkosten für das EPDM-Kautschukwerk in China sowie eine Wertberichtigung auf Vorräte im vierten Quartal belastet.

Der Umsatz des Segments Advanced Intermediates lag im Geschäftsjahr 2014 mit rund 1,6 Mrd. Euro nahezu auf dem Niveau des Vorjahres. Gestiegene Absatzmengen glichen dabei die rohstoffpreisgetriebene Anpassung der Verkaufspreise aus. Insbesondere die Nachfrage nach Agrochemikalien entwickelte sich erfreulich.

Das Ebitda vor Sondereinflüssen des Segments stieg um 5,9 % auf 303 Mio. Euro. Dabei führten insbesondere höhere Absatzmengen sowie eine Entlastung aus Rohstoffkosten zu einer Ergebnisverbesserung. Gegenläufig wirkte die Anpassung der Verkaufspreise.

Im Segment Performance Chemicals stieg der Umsatz im Geschäftsjahr 2014 um 2,9 % auf rund 2,2 Mrd. Euro. Grund dafür waren gestiegene Absatzmengen sowie geringfügig höhere Verkaufspreise, die leicht negative Wechselkurseffekte überkompensierten.

Das Ebitda vor Sondereinflüssen des Segments stieg gegenüber dem Vorjahr um 18,6 % auf 274 Mio. Euro. Zurückzuführen war dies auf höhere Absatzmengen, positive Wechselkurseffekte, gestiegene Preise sowie eine Entlastung aus geringeren Einstandspreisen für Rohstoffe. Belastend wirkten höhere Fertigungskosten.

Ausblick für das laufende Geschäftsjahr
Für das Geschäftsjahr 2015 geht das Unternehmen von einem anhaltend herausfordernden Wettbewerbsumfeld insbesondere für synthetischen Kautschuk aus. Zwar erwartet der Konzern für das Segment Performance Polymers (dem Geschäft mit Synthesekautschuken und Kunststoffen) im Vergleich zum Vorjahr eine leichte Nachfrageverbesserung aus der Automobil- und Reifenindustrie, rechnet jedoch insbesondere für EPDM- und Butylkautschuk mit anhaltendem Preisdruck. Für das Geschäft mit Leichtbau-Kunststoffen wird eine weiterhin positive Entwicklung erwartet.

Für das Segment Advanced Intermediates erwartet der Konzern im laufenden Geschäftsjahr eine gute Nachfrage aus den wesentlichen Kundenindustrien. Das Wachstum für Agrochemikalien sollte aber eher gedämpft ausfallen. Im Segment Performance Chemicals sieht Lanxess eine leichte Verbesserung der Nachfragesituation.

Der anhaltend starke US-Dollar wird bei weiterhin volatiler Entwicklung voraussichtlich insgesamt positive Impulse für die Geschäfte geben. Auch bei den Rohstoffen geht das Chemieunternehmen von einer volatilen Entwicklung aus.

Für das Gesamtjahr 2015, das unverändert im Zeichen der Neuausrichtung stehen wird, geht Lanxess davon aus, ein Ebitda vor Sondereinflüssen in etwa auf dem Niveau des Vorjahres zu erreichen. In dieser Prognose sind die erwarteten Kostensenkungen aus der Neuausrichtung, aber auch die genannten Anlauf- sowie Leerkosten für die neuen Anlagen in Asien enthalten. Insgesamt erwartet der Konzern Leerkosten von etwa 100 Mio. Euro in den Jahren 2015 und 2016.

(dw)