Pressrelease in English „Evonik to expand its ‚green tire‘ research“ – please click here

So geht in Wesseling derzeit eine weitere Fälllinie im Technikumsmaßstab für Silica (gefällte Kieselsäure) in Betrieb, die die Arbeit mit innovativen Fällmedien ermöglicht. In Rheinfelden, wo Evonik ein neues Forschungszentrum für Silane baut, wird die Innovationskraft unter anderem durch die Anschaffung eines weiteren NMR-Gerätes (NMR = nuclear magnetic resonance, Kernspinresonanz) gestärkt, mit dessen Hilfe sich komplexe Moleküle analysieren lassen.

Claus Rettig, Leiter des Segments Resource Efficiency des Chemieunternehmens sagte dazu: „Mit dem Ausbau unserer Silica/Silan-Forschung unterstützen wir unsere Kunden dabei, entsprechende Lösungen (für eine nachhaltige Mobiltät – Red.) zu entwickeln.“ Seit 2010 ist der Endkundenmarkt für grüne Reifen um 30 % pro Jahr gewachsen. Evonik ist das einzige Unternehmen weltweit, dass sowohl Silica als auch Silane produziert; Silica/Silan-Systeme sind ein entscheidender Bestandteil der Kautschukmischung so genannter „grüner Reifen“. 2016 soll eine neue Produktionsanlage für gefällte Kieselsäuen in Brasilien in Betrieb gehen.

Silica wird dieser Mischung als Verstärkerfüllstoff beigegeben und verleiht ihr die gewünschten besonderen Eigenschaften. Allerdings sind die Komponenten Kautschuk und Silica chemisch miteinander unverträglich. Deshalb werden für die Produktion moderner Reifen Silane als Kopplungsreagenz benötigt. Vom Silica/Silan-Verstärkungssystemen profitiert auch die Umwelt: In Pkw-Reifen lässt sich der Kraftstoffverbrauch mit ihrer Hilfe um bis zu acht Prozent senken.

Evonik arbeitet an verbesserten hoch verstärkenden Füllstoffsystemen. Dabei setzt das Unternehmen auf die Kombination aus chemischem und verfahrenstechnischem Knowhow. Ziel ist es zum Beispiel, die Nasshaftkraft von Reifen weiter zu erhöhen, den Rollwiderstand weiter zu senken und die so genannten Wintereigenschaften, also den Grip auf Schnee und Schneematsch, zu verbessern.
„Der Verbraucher profitiert davon doppelt. Zum einen werden Autoreifen noch sicherer. Zum anderen sinkt mit dem Rollwiderstand auch der Treibstoffverbrauch weiter.

Reifenhersteller profitieren außerdem von Neuheiten, die den Produktionsprozess von Reifen verbessern. So bringt das Chemieunternehmen unter dem Namen XP Si 466 GR demnächst ein VOC-freies Silan (VOC = volatile organic compounds, flüchtige organische Verbindungen) auf den Markt. Herkömmliche Silane setzen bei ihrer Reaktion mit Silica flüchtiges Ethanol frei (VOC), das während der Reifenproduktion sicher und umweltfreundlich gehandhabt werden muss. Das neue Evonik-Produkt, das als einfach zu dosierendes Granulat vorliegt, ist hingegen absolut VOC-frei. Und auch der fertige Reifen emittiert später kein Ethanol mehr.

Mit verbesserten Silica/Silan-Systemen sollen Hochleistungsreifen immer besser werden. Im Fokus steht dabei unter anderem der Markt für schwere Nutzfahrzeugreifen (Lkw und Busse). Im Gegensatz zu Pkw-Reifen kommt hier vorwiegend Naturkautschuk zum Einsatz. Evonik plant, für diesen Markt spezielle Silica/Silan-Systeme zu entwickeln, die den erhöhten Anforderungen an geringeren Rollwiderstand und verbesserter Sicherheit bei Nässe und Kälte gerecht werden – ohne, dass es zu relevanten Einbußen beim Abrieb kommt.

(dw)