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Die Hersteller von technischen Elastomer-Erzeugnissen (TEE) verfehlten mit einem Umsatz von 6,205 Mrd. Euro den Vorjahresumsatz um 0,7 %. Die Reifenhersteller erzielten 2014 einen Umsatz von 5,115 Mrd. Euro, 3,3 % weniger als im Vorjahr. Der Beschäftigtenstand der Branche konnte im Jahr 2014, wie schon 2012 und 2013, ausgebaut werden.
Die rückläufige Entwicklung der Rohstoffpreise war 2014 mit dafür verantwortlich, dass der Umsatz der deutschen Kautschukindustrie trotz eines ausgeweiteten Absatz- und Produktionsergebnisses gegenüber 2013 niedriger ausfiel. Dies war aber nicht die alleinige Ursache. Auch eine verhaltene Nachfrage nach Technischen Elastomer-Erzeugnissen aus der EU und ein schwaches Winterreifen-Ersatzgeschäft aufgrund der milden Witterung im Schlussquartal trugen zum Umsatzrückgang bei. Insgesamt lag der Inlandsumsatz in der deutschen Kautschukindustrie am Jahresende 2014 mit 7,82 Mrd. Euro um 1,8 % unter dem des Jahres 2013. Der Auslandsumsatz sank um 2,1 % auf 3,5 Mrd. Euro. Insbesondere eine schwache Nachfrage aus der EU war für das Umsatzminus verantwortlich. Noch immer bewegen sich die Konjunkturen der wichtigen Absatzmärkte in Frankreich, Italien und Spanien seitwärts. Anders als noch 2013 ließ sich die europäische Nachfrageschwäche nicht durch expansive Geschäftsentwicklungen in den dynamischen Wirtschaftsregionen außerhalb Europas kompensieren.

Das Geschäft bei den Herstellern Technischer Elastomer-Erzeugnisse

Bei den Herstellern Technischer Elastomer-Erzeugnisse hat der Export angesichts einer Exportquote von über 40 % einen gewichtigen Stellenwert. Die global aufgestellten TEE-Automobilzulieferer der Teilbranche konnten das gute Vorjahresergebnis annähernd erreichen. Im Jahresverlauf sah es lange nach einem neuen Umsatzrekord im Auslandsgeschäft aus. Die leichte Wachstumsdelle in China und die zum Jahresende insgesamt schwächelnde internationale Konjunktur verhinderten dies letztlich. So kumulierte sich für die Lieferungen an die Automobilindustrie außerhalb Deutschlands zum Jahresende 2014 ein Umsatzminus von 0,8 % auf ein Volumen von 1,29 Mrd. Euro.
Das Inlandsgeschäft der TEE-Automobilzulieferer verlief ähnlich. Nach einem starken ersten Halbjahr schmolzen die bis dato erzielten Umsatzzuwächse aufgrund einer stagnierenden Nachfrage und weiterhin sinkender Rohstoffpreise ab. Zum Jahresende lag der Inlandsumsatz mit 2,05 Mrd. Euro um 0,5 % unter dem Vorjahreswert.
Bei den Herstellern von Technischen Elastomer-Erzeugnissen für non-automotive Anwendungen schwächelte das deutlich europäisch geprägte Auslandsgeschäft, während die inländische Nachfrage recht kräftig ausfiel. Insbesondere die Auftragseingänge aus der Bauwirtschaft lagen spürbar über dem Niveau des Jahres 2013. Aber auch aus dem Maschinenbau und der Elektroindustrie kamen mehr Bestellungen als noch 2013. In Summe konnten diese Kautschuk-Verarbeiter den Inlandsumsatz mit 1,66 Mrd. Euro auf Vorjahresniveau halten. Der Auslandsumsatz sank hingegen um 2,4 % auf 1,21 Mrd. Euro. Das Produktionsergebnis des Jahres 2014 brachte einen Zuwachs um 1,7 % gegenüber 2013. Bei Technischen Elastomer-Erzeugnissen lag das Produktionsplus bei 2,0 %. Der Mengenausstoß betrug damit 800.000 T. An Reifen wurden mit 765.000 T 1,4 % mehr produziert als 2013. Das Absatzergebnis entspricht in etwa dem Produktionsergebnis.

Das Geschäft bei den Reifenherstellern
Die deutschen Reifenhersteller konnten sowohl das Ersatzgeschäft mit Sommerreifen und Lkw-Reifen als auch die Lieferungen von Erstausrüstungsreifen an die Fahrzeugindustrie forcieren. Ein um mehr als 10 % rückläufiges Winterreifengeschäft führte aber zu einem Minus des Inlandsumsatzes von 3,2 % auf 4,11 Mrd. Euro. Die verhaltene Nachfrage nach Fahrzeugen französischer und italienischer Autobauer schlug negativ auf die Reifenausfuhren durch. Der Umsatz sank 2014 um 3,8 % auf 1,01 Mrd. Euro. Allerdings spielt das von konzerninternen Lieferungen geprägte Exportgeschäft für die deutschen Reifenhersteller nur eine untergeordnete Rolle.

Investitionen und Auslastung
2014 sanken die Inlandsinvestitionen der Branche um 2,6 %. Steigende Investitionen in ausländische Werke oder in neue Standorte (+3,1 %) konnten den Inlandsrückgang nicht kompensieren. Insgesamt verlor das Investitionsvolumen gegenüber 2013 0,9 % und umfasste rund 535 Mio. Euro. Die deutschen Produktionsstandorte der Kautschukindustrie waren im Jahr 2014 höher ausgelastet als im Jahr zuvor. In den Reifenfabriken stieg die durchschnittliche Auslastung um 0,5 % auf 85,2 %, bei den Herstellern Technischer Elastomer-Erzeugnisse, deren Prozesse weniger kontinuierlich sind, lag der Auslastungsgrad mit 82,5 % um 1,9 % höher als 2013. Wie in den beiden Vorjahren zeigte sich eine erfreuliche Entwicklung beim Beschäftigtenstand in der Branche. Die Kautschuk verarbeitenden Unternehmen beschäftigten am Jahresende 2014 in Deutschland 75.850 Mitarbeiter, 1 % mehr als 2013.

Geschäftserwartungen für 2015
Insgesamt ist für die deutsche Kautschukindustrie 2015 ein Umsatzplus von etwa 3 % möglich. Die Frühindikatoren der Branche, Geschäftsklima und Auftragseingänge, weisen zum Jahresstart 2015 auf eine Konjunkturbelebung im Jahresverlauf hin. Die Rohstoffpreise dürften den unteren Rand erreicht haben. Nach schwachen Vorjahren ist für das Reifenersatzgeschäft in 2015 mit moderatem Wachstum zu rechnen.Für die Hersteller von Technischen Elastomer-Erzeugnissen ergibt sich ein steigendes Umsatzpotential.n
Die statistischen Eckdaten stehen unter www.kgk-rubberpoint.de Suche: wdk zum download bereit.

Über den Autor

Helmut Hirsch, Pressesprecher, wdk, Frankfurt am Main