Joe Walker, Global Director Advanced Materials Development bei Freudenberg Sealing Technologies, erklärt: „Wir haben mit unterschiedlichen Polymeranbietern nach Möglichkeiten gesucht, unseren CO2-Fußabdruck zu verringern, doch die Angebote scheiterten bis jetzt alle an den spezifischen Eigenschaften, die wir für unsere Produktionsprozesse brauchen.

Deswegen haben wir ein Forschungsprojekt ins Leben gerufen und konnten ein Material entwickeln, das sich für die nächste Generation unserer Spritzgießprozesse eignet.“ Die Anwendungen für Compounds auf Basis der Eco-Polymere reichen von Dichtungen für Kühlmittel, Dampf und synthetische Hydrauliköle bis hin zu Bremsflüssigkeit und Hydraulikflüssigkeiten, wie sie in der Luftfahrt eingesetzt werden.

Das neu entwickelte Material ist gegenüber Temperaturen von bis zu 150 °C beständig und verfügt über sehr gute Druckbelastungseigenschaften. Das Polymer weist einen 45-prozentigen Anteil an biobasiertem Ethylen auf. Mit dieser Anwendung zeigt sich, dass sich herkömmliche Keltan EPDM-Polymere von ihren „grünen“ Varianten nur darin unterscheiden, woher das Ethylen bei der Produktion stammt – das ist der ökologische Unterschied. Der biobasierte Ethylengehalt kann durch das Versuchsverfahren ASTM D-6866 nachgewiesen werden. Derzeit sind sechs biobasierte Kautschuktypen von Lanxess verfügbar.

Beispielsweise bieten sowohl die Variante Eco 6950 als auch das Eco 9950 ein hohes Molekulargewicht und einen Dienanteil von rund neun Prozent. Damit sind sie nicht nur für Dichtungen beim Flüssigkeitstransport, sondern auch für Karosserieausschäumungen bei Automobilen geeignet. Und bei Präferenz von hoch ethylenhaltigen Kautschuken wird Eco 5470 bereits für Fensterdichtungen verwendet. Weitere Einsatzgebiete, etwa thermoploastische Elastomere, Kunstrasen und Leichtathletikbahnen, werden gerade untersucht.

DKT/IRC 2015