Bild

Der Werkstoff Gummi war es, der es Stein von Beginn seiner Karriere an angetan hatte. Als er 1985 an die damalige Fachhochschule Wiesbaden kam, fehlten allerdings die nötige Laborausstattung und auch der passende Studiengang, um sich auf Forschungsebene damit zu beschäftigen. Stein führte daher mit Unterstützung des damaligen Rektors Prof. Dr. Clemens Klockner nicht nur die Hochleistungsflüssigchromatographie in die Laborstruktur ein, sondern war später auch engagiert an der Entwicklung des Studiengangs Umwelttechnik beteiligt.

Für seine Verdienste auf dem Gebiet der Kautschuk-Technologie wurde der mittlerweile Emeritierte nun – als erster Fachhochschulprofessor überhaupt – mit der Erich-Konrad-Medaille der Deutschen Kautschuk-Gesellschaft (DKG) ausgezeichnet. Namensgeber für die nun an Stein verliehene Auszeichnung ist der Chemiker Erich Konrad (1894-1975), der das Kautschuk-Zentrallaboratorium der I.G. Farben Werke in Leverkusen leitete.

Stein war als Professor für Chemie, Umweltanalytik und Polymerwerkstoffe an der der Hochschule Rheinmain (emeritiert 2014) tätig. Zu seinen Forschungs- und Praxisschwerpunkten zählten die Aufklärung wesentlicher Mechanismen der Wechselwirkung Schwefel / Beschleuniger, aber auch die Gefahrstoff- und Umweltanalytik.

Die DKG würdigt mit der Verleihung Steins Rolle als Mittler zwischen praxisnaher Forschung und industrieller Anwendung und anerkennt auch seine Beiträge zu den zahlreichen wissenschaftlichen Tagungen der Gesellschaft. So beschäftigte der Professor sich und seine Studierenden mit vielen auch für die Allgemeinheit verständlichen Fragestellungen rund um Elastomere, zum Beispiel: Welche Inhaltsstoffe werden beim Gebrauch von Gummiartikeln abgegeben und können die Gesundheit des Benutzers beeinträchtigen? Auf Grundlage der Erfahrungen in diesem Bereich und einer Reihe von Projekten auf dem Gebiet der Umweltanalytik entwickelte Stein später eine Analysemethode, die es erstmals erlaubte, den Reifenabrieb in Feinstaub messtechnisch zu quantifizieren.

Nach fast dreißig Jahren als Professor, vier Patenten und 111 betreuten Abschlussarbeiten reiht Günter Stein sich nun in die „Rubber Hall of Fame“ der DKG ein.

(dw)