„Die langjährige, vertrauensvolle Zusammenarbeit des wdk mit dem Umweltbundesamt zeigt bei der sachgerechten Umsetzung der Elastomer-Leitlinie erste Erfolge.“, sagte Boris Engelhardt, Hauptgeschäftsführer des wdk. „Die vom Umweltbundesamt herausgegebene Elastomer-Leitlinie stellt hohe Anforderungen an die toxikologische Bewertung von Rohstoffen, die zur Herstellung von Elastomer-Bauteilen für die Trinkwasserversorgung benötigt werden.“, schildert Engelhardt die Ausgangssituation. „In der Kautschukindustrie wurde schnell klar, dass aufgrund der zeit- und kostenaufwendigen Beschaffung von Stoffdaten die fristgerechte Umsetzung der Leitlinie bis zum 31.12.2016 nicht machbar sein würde.“

Deshalb hatte der wdk schon vor einem Jahr eindringlich darauf hingewiesen, dass ohne toxikologische Daten zu den verwendeten Rohstoffen ab dem 1. Januar 2017 keine Produktion von Elastomer-Erzeugnissen für den Einsatz in der Trinkwasserversorgung mehr möglich wäre. Ohne Elastomere wäre die Trinkwasserversorgung in Deutschland insgesamt gefährdet. „Mit der im nun vorgelegten Entwurf enthaltenen Übergangsregelung bis zum 31.12.2021 hat das UBA dem hohen Zeitbedarf bei der Stoffdatenermittlung Rechnung getragen“, erläuterte Engelhardt weiter. „Die Fristverlängerung stellt den notwendigen zeitlichen Rahmen sicher, die bereits begonnene Nachweisführung zum Abschluss zu bringen.“

Der wdk begüßt außerdem die Entscheidung des UBA, Ergebnisse aus GC-MS-Screening-Versuchen, die zu Stoffen einer Elastomer-Mischung ermittelt werden, für eine Risikoabschätzung zu akzeptieren. Das gilt allerdings nur für den Übergangszeitraum und ist auf Stoffe der Positivliste Teil 2 beschränkt (Anmerkung der Redaktion: „GC-MS“ ist ein Analysesystem bestehend aus einem gaschromatographischen Trennsystem für Stoffmischungen, kurz GC, das mit einem Massenspektrometer, kurz MS, gekoppelt ist und so Massenspektren von reinen Verbindungen liefert; diese Verbindungen können damit anhand von Vergleichsspektren identifiziert werden. Analysiert werden können damit aber nur Stoffe, die im GC verdampfbar sind).

Die erfreulichen Fortschritte ändern jedoch nichts am außerordentlich hohen Sach- und Kostenaufwand der Unternehmen der Kautschuk- und Elastomerindustrie. „Die Ermittlung der für einen Stoffantrag notwendigen Stoffdaten stellt die Dichtungshersteller vor massive Herausforderungen“, so Engelhardt abschließend, „insbesondere vor dem Hintergrund eines fehlenden Engagements der Rohstoffindustrie.“

(dw)