Wie der Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie (wdk) in Frankfurt meldet, erhöhte sich der Branchenumsatz im Inland um 0,6 % auf 4,055 Mrd. Euro. Das Auslandsgeschäft profitierte zum Jahresstart noch von starken Nachfrageregionen in Übersee, litt anderseits aber auch unter der anhaltend schwachen Nachfrage wichtiger europäischer Handelspartner. Im Zuge einer moderaten Erholung der Nachfrage in Europa im weiteren Jahresverlauf schwächte sich dann die Nachfrage aus den außereuropäischen Exportmärkten ab. Alles in allem stagnierte der Auslandsumsatz bei 1,800 Mrd. Euro. Die Beschäftigung nimmt zu, da Neueinstellungen von Fachkräften Rückgänge bei den Produktionsmitarbeitern kompensieren.

Geschäftsverlauf bei Technischen Elastomer-Erzeugnissen

Der Sektor Technische Elastomer-Erzeugnisse (TEE) war gekennzeichnet von einem leichten Umsatzrückgang trotz steigender Absätze. In Summe verbuchten die Hersteller von TEE einen Umsatzrückgang von 0,5 % auf 3,19 Mrd. Euro. Einem Minus von 0,6 % auf 1,89 Mrd. Euro auf dem Inlandsmarkt stand eine Reduzierung um 0,4 % auf 1,29 Mrd. Euro im Auslandsgeschäft zur Seite. Der Umsatzrückgang war erwartet worden, da zum einen das 1. Quartal 2014 eine außergewöhnlich gute Branchenkonjunktur aufwies und zum anderen die Rohstoffpreise im 1. Halbjahr 2014 auf einem deutlich höheren Niveau lagen als 2015.

Mengenmäßig betrachtet blicken die Hersteller von Technischen Elastomer-Erzeugnissen TEE der deutschen Kautschukindustrie auf ein über dem Vorjahr liegendes 1. Halbjahr 2015 zurück. Sowohl im automotiven als auch im non-automotiven Sektor, im Inland, wie im Ausland, konnten die Absatzvolumina ausgeweitet werden. Dass die Umsätze dennoch unter denen des Jahres 2014 liegen, ist im Wesentlichen auf die im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum niedrigeren Rohstoffpreise zurückzuführen.

Geschäftsverlauf bei den Reifenherstellern

Nach schwachen Ab- und Umsätzen im 1. Halbjahr 2014 konnte der Sektor Reifenhersteller zwar die Umsätze in den ersten sechs Monaten des Jahres 2015 um 1,6 % auf 2,670 Mrd. Euro steigern. Die Absätze im Reifen-Ersatzgeschäft verblieben aber auf niedrigem Niveau. Das Geschäft mit Sommerreifen sprang entgegen den Erwartungen nicht an. Dagegen sorgte die gegenüber 2014 gestiegene Fahrzeugproduktion im Erstausrüstungsgeschäft für Zuwächse bei Umsatz und Absatz. Etwas Kompensation brachte eine durch den niedrigen Eurokurs begünstigte Reifenexportsteigerung. Negativ auf den Umsatz wirkten die in den Verkaufspreisen gespiegelten niedrigen Rohstoffpreise. In Summe stieg der Inlandsumsatz im 1. Halbjahr 2015 um 1,7 % auf 2,17 Mrd. Euro und der Exportumsatz um 0,8 % auf 505 Mio. Euro.

Produktionsvolumen und Mitarbeiterzahlen

Das Produktionsvolumen der Kautschukverarbeiter in Deutschland ist im ersten Halbjahr 2015 trotz einer Ausweitung der Mengenlieferungen zurückgegangen. Hohe Energiepreise, Strukturwandel auf Abnehmerseite und Local Sourcing führen dazu, dass die deutschen Unternehmen die Fertigungsvolumina in Deutschland zurück- und in ihren ausländischen Werken hochfahren. Dass sich trotz gesunkener Produktion der Beschäftigtenstand in der Branche mit 75.250 Mitarbeitern gegenüber 2014 leicht erhöhte, liegt am hohen Fachkräftebedarf der Branche, der zuletzt nicht ausreichend gedeckt werden konnte.

Weitere Geschäftserwartungen im Jahresverlauf

Zu Beginn des 2. Halbjahres liegen die Rohstoffpreise leicht unter Vorjahresniveau. Angesichts des deutlichen Rückgangs im 4. Quartal 2014, dürfte sich der Vorjahresvergleich im weiteren Verlauf dieses Jahres annähern. Dann sollte sich auch der Branchenumsatz parallel zu den leicht steigenden Absätzen erhöhen. Die Branchenprognose einer Umsatzsteigerung im Jahr 2015 von 2 bis 3 % bleibt bestehen. Gleichwohl haben die Risiken mit Blick auf einen möglichen Einbruch der globalen Konjunktur zugenommen.

(dw)