Prof. Dr. Gert Heinrich, Leiter des Instituts für Polymerwerkstoffe am Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden, hat die Colwyn-Medaille des britischen Institute of Materials, Minerals and Mining (IOM3) erhalten. (Bild: Jürgen Jeibmann)

Prof. Dr. Gert Heinrich, Leiter des Instituts für Polymerwerkstoffe am Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden, hat die Colwyn-Medaille des britischen Institute of Materials, Minerals and Mining (IOM3) erhalten. (Bild: Jürgen Jeibmann)

Heinrich wirkt als Leiter des Instituts für Polymerwerkstoffe am Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden (IPF). Er ist Inhaber der Professur für Polymerwerkstoffe und Elastomertechnik an der Technischen Universität Dresden. In der Preisbegründung würdigt das IOM3, dass Heinrich nach seiner Berufung nach Dresden im Jahr 2002 an diesem Standort die Gummiforschung neu etabliert und seither eine der größten akademischen Forschungsgruppen auf diesem Gebiet in Europa aufgebaut hat. Hervorgehoben wird seine Publikationstätigkeit: Sowohl hinsichtlich der Zahl der Publikationen (über 330 in Web of Science gelistete Veröffentlichungen) als auch in Bezug die Anzahl der Zitierungen gemäß Hirsch-Index nimmt er unter den in Europa auf dem Gebiet der klassischen Elastomer- beziehungsweise Gummiforschung tätigen Wissenschaftler die Spitzenposition ein.

International hervorgetreten ist seine Arbeitsgruppe in den letzten Jahren unter anderem mit elastomeren Funktionsnanokompositen wie zum Beispiel einer umweltfreundlichen zinkoxidfreien Gummirezeptur für Autoreifen sowie der Entwicklung von leitfähigem Gummi, hochtemperaturbeständigen Gummi und selbstheilendem Gummi. Im Rahmen des von Heinrich verfolgten ganzheitlichen Ansatzes in der Gummi- und Elastomerforschung sind darüber hinaus bahn-brechende und viel beachtete Arbeiten zur Theorie, Bruchmechanik und Vorhersage des Materialverhaltens unter Einsatzbedingungen, vor allem bei Reifen, veröffentlicht worden.

Das IOM3 ist eine gemeinnützige britische Institution, die sich der Materialforschung und -anwendung in ganzer Breite widmet. Sie vereint nahezu 60 britische Einrichtungen sowie über 18.000 persönliche Mitglieder, die in Industrie und Forschung zu allen Werkstoffklassen und allen Aspekten der Entwicklung, Gewinnung, Verarbeitung und Veredlung von Werkstoffen tätig sind und hat sich mit diesem Profil und ihrer Größe als international anerkannte Autorität für Werkstoffe und Bergbau etabliert. Seine Aufgaben hat das IOM3 unter anderem in der Gewähr-leistung der Qualität von werkstoffbezogenen Ausbildungsaktivitäten, der Herausgabe von Lehrbüchern, dem Setzen von Richtlinien sowie der Interessenvertretung bei Gesetzgebungs-verfahren, die Materialthemen tangieren.

Benannt ist der 1928 erstmals vergebene Preis nach seinem Initiator Lord P. C. Colwyn. Colwyn stand von 1925 bis 1929 der damaligen Institution of the Rubber Industry vor, einer der Keimzellen des heutigen IOM3.

(dw)