Das Projekt entwickelt biobasierte Schmierstoffe und Gleitlacke auf Basis des Biopolymers PHA. (Bildquelle: CC0 face-4/pixabay.com)

Im Rahmen der Entwicklung besonders umweltverträglicher Bioprodukte soll sich das nun ändern. Das BMBF-Projekt Phat erforscht Verdickungs- und Bindemittel aus biotechnologisch hergestellten Polyhydroxyalkanoaten, die eine nachhaltige Alternative zu herkömmlichen Produkten darstellen. PHA sind natürlich vorkommende Polyester, die von Bakterien als Reservestoffe für Kohlenstoff und Energie produziert werden. Die Idee, diese Biopolymere als Verdickungs- und Bindemittel für die Herstellung von Schmierstoff-Anwendungen und Gleitlacken zu nutzen, ist neu und vielversprechend, erklärt Dr. Inna Bretz vom Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik Umsicht, Oberhausen: „PHA wird biotechnologisch hergestellt. Als Kohlenstoffquelle für die produzierenden Mikroorganismen können wir biogene Reststoffe verwenden. Somit sind die aus dem PHA resultierenden Schmiermittel sowohl biobasiert als auch bioabbaubar.“ Dr. Bretz koordiniert das Projekt, das das Institut gemeinsam mit Industriepartnern umsetzt. Zunächst werden die gewünschten Eigenschaften für verschiedene Schmierstoff-Anwendungen festlegt. Hierbei sind vor allem Fließeigenschaften, Löslichkeit sowie thermische und oxidative Stabilität relevant. Anschließend werden verschiedene PHA-Modifikate entwickelt und bezüglich ihrer Eigenschaften optimiert. Neben der Projektkoordination leistet das Institut die Vorstudien zu PHA-basierten Verdickungs- und Bindemitteln im Labormaßstab. Fritzmeier Umwelttechnik verantwortet die biotechnologische Herstellung von PHA, Unavera ist für die chemische PHA-Modifikation zuständig. Als Vermarkter wird Fuchs Schmierstoffe die Produkte anwendungsnah prüfen.