Die hydraulische Vertikalmaschine MTF 1500/280 ist 
in Kombination mit automatisierter Formteilentnahme und Weiterbearbeitungseinrichtungen zur vollauto-
matischen Produktionszelle hochgerüstet.
Bildquelle: alle Maplan

Die hydraulische Vertikalmaschine MTF 1500/280 ist
in Kombination mit automatisierter Formteilentnahme und Weiterbearbeitungseinrichtungen zur vollauto-
matischen Produktionszelle hochgerüstet.
Bildquelle: alle Maplan

Die durchgängig automatisierte Bearbeitungszelle für Gummiformteile auf Basis einer Maplan MTF 1500/280 mit 2800 kN Schließkraft steht für die überarbeitete Baureihe der vollhydraulischen Vertikalmaschinen mit einem neuen, verbesserten Schließeinheitskonzept, das auf minimale Plattendurchbiegung und hohe Planparallelität hin optimiert wurde. Mit einer lichten Holmweite von 680 mm steht ein großer Freiraum sowohl für die manuelle, als auch die automatisierte Formteilmanipulation zur Verfügung. Sie ist mit einem 1.500 cm³ Fifo-Spritzaggregat ausgerüstet, könnte aber alternativ mit Aggregaten bis 4.000 cm³ kombiniert werden.

Produziert werden Schreibtisch-Utensilien mit einem Mehrfachwerkzeug mit Nadelverschluss-Kaltkanal von Peta-Formenbau, Bad Soden-Salmünster. Zur Entformung wird die Kavitätenplatte mit einem Verschieberahmen ausgefahren, die Formteile pneumatisch entformt und über Förderbänder zur nachfolgenden Bearbeitung geleitet. Diese erfolgt an nacheinander gereihten Arbeitsstationen, die durch das Supertrack-Transportsystem von B&R Industrial Automation, Eggelsberg, Österreich, zu einem Fließband arrangiert sind. Ein 6-Achs-Roboter übernimmt die Teilemanipulation. Die Bearbeitungsreihe entlang des Supertrack-Transfers umfasst die Positionierung der Formteile, die Nachkühlung, eine flexibel konfigurierbare Bedruckung (beigestellt von der Bluhm Systeme, Schwanenstadt, Österreich), sowie eine Endkontrolle durch ein In-Sight Vision System von Cognex, Natick, Vereinigte Staaten. Das Ausschleusen der bedruckten Fertigteile übernimmt ein 6-Achs-Roboter in Verbindung mit einem Förderband.

Automatisierte Teileherstellung aus HTV-Silikon

Das zweite Exponat ist eine Horizontalmaschine MHF 700D/300 mit 3.000 kN Schließkraft und einem 725 cm³ Fifo-Spritzaggregat. Durch den großen Hub der hydraulischen Schließeinheit können Werkzeuge mit kleiner oder großer Formhöhe flexibel aufgespannt werden. Für

Die hydraulische Horizontalmaschine MHF 700D/300 in Kombination mit Stopfvorrichtung zur Verarbeitung von HTV-Silikon und automatischer Formteilentnahme mit anschließender Förderbandablage.

Die hydraulische Horizontalmaschine MHF 700D/300 in Kombination mit Stopfvorrichtung zur Verarbeitung von HTV-Silikon und automatischer Formteilentnahme mit anschließender Förderbandablage.

anspruchsvollere Anwendungen, etwa in Kombination mit Kalt- kanälen, bietet die Maschine Platz für bis zu sechs in den Maschinenrahmen integrierte Temperiergeräte. Verarbeitet wird HTV-Silikon. Für die Silikonzuführung auf dem Plastifizieraggregat ist eine Stopfvorrichtung mit hydraulischer Verriegelung vorgesehen. Produziert werden Eiswürfelformen mit einem 4-Kavitäten-Kaltkanalwerkzeug von Franciacorta Stampi, Corte Franca BS, Italien. Die 4-Kaltkanaldüsen sind elektrisch einzeln angesteuert und können somit in ihrem Füllverhalten angepasst werden. Ein 6-Achs-Roboter von Stäubli Tec Robotics, Bayreuth, der platzsparend direkt an der spritzseitigen Maschinenplatte positioniert ist, entnimmt mit einem zweifach Greifersystem von Mexbert, Kulm, Österreich, die Formteile und legt sie auf einem Förderband ab.

Vernetzte Maschinensteuerung

Die gezeigten Anwendungsbeispiele zeigen bezüglich Industrie 4.0 alles, was im direkten Maschinenumfeld derzeit möglich ist. Ausgangsbasis dafür ist die Maschinensteuerung C6000.web, die über die OPC/UA Industriestandard-Schnittstelle mit Robotern und Peripheriegeräten kommuniziert und auch an MES-Systeme zum Datenaustausch innerhalb von Firmennetzwerken angeschlossen werden kann. Letzteres wird in Kombination mit einem MES-System (Manufacturing Execution System) von T.I.G., Rankweil, Österreich, demonstriert. Abgerundet wird die Maschinenpräsentation durch die Demonstration des Potenzials des Cure1-Prozessregelsystems, das eine gleichbleibende Teilequalität sicherstellt und durch Reduktion von Heizzeitreserven ein Maximum an Wirtschaftlichkeit erschließt.

DKT 2018 Stand 12-203