Nachhaltigkeit ist auch in der Kautschuk-Branche ein bedeutendes Thema. 
Bildquelle: 
guuaka/fotolia.com

Nachhaltigkeit ist auch in der Kautschuk-Branche ein bedeutendes Thema.
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Welche Bedeutung messen Sie in Ihrem Unternehmen dem Thema Nachhaltigkeit bei? Wie sehen das Ihre Kunden?

 

 

 

Seit einigen Jahren verzeichnen wir auch von Kundenseite eine steigende Nachfrage nach Informationen zu unserem Umgang mit Nachhaltigkeitsthemen. Daher dokumentieren wir unsere Nachhaltigkeitsleistung in unserem jährlichen Bericht, durchlaufen regelmäßig das Nachhaltigkeits-Assessment von Ecovadis und sind Mitglied in der Brancheninitiative „Together for Sustainability“.

Matthias Rost, Key Account Manager Rubber EMEA, Brenntag Holding, Essen

 

 

 

 

 

 

Christian Gimber, 
Wacker Chemie

Christian Gimber, Leiter des Business Teams Engineering Silicones im Geschäftsbereich Wacker Silicones, Wacker Chemie

Nachhaltigkeit ist für uns sehr wichtig. Das gilt für unsere Produkte genauso wie für deren Herstellung. Silicone sind da ein gutes Beispiel. Im Gegensatz zu den meisten Kunststoffen basieren Silicone nicht auf Erdöl, sondern auf Silicium, dem zweithäufigsten Element in der Erdkruste. Deswegen und weil sie sehr viele nützliche Eigenschaften besitzen, sind Silicone nachhaltige Werkstoffe, die auch einen niedrigen CO2-Fußabdruck besitzen. Auch auf eine nachhaltige Produktion legen wir größten Wert. Wacker betreibt eine integrierte Silikonproduktion mit geschlossenen Stoffkreisläufen. Dadurch können wir die eingesetzten Rohstoffe nicht nur äußerst effizient nutzen. Auch Nebenprodukte, die bei der Produktion anfallen, können wertschöpfend in anderen Produktionsabschnitten zur Herstellung weiterer Produkte wiederverwertet werden.

 

 

Kelvyn Soars
Robac Business Manager,
Robinson Brothers, West Bromwich, UK

Kelvyn Soars
Robac Business Manager,
Robinson Brothers, West Bromwich, UK

 

Robac Technology, part of Robinson Brothers, is an ISO14001 accredited firm. We understand that processes and products need to be sustainable. Thus, we aim to deliver safe sustainable operations. Our Safety, Health and Environmental team actively drive safety and environmental improvements. Internally, we have a process improvement culture, in which, we recycle solvents, improve efficiencies and have the capability to treat waste on-site. In addition to this, our lean stream system allows us to generate steam from the calorific value of waste solvent and off gases. We also use electric company cars to lower our carbon footprint.

 

 

Holger Hübing
Vertrieb und 
Branchenmanagement Hägglunds, 
Bosch Rexroth, Lohr am Main

Holger Hübing
Vertrieb und
Branchenmanagement Hägglunds,
Bosch Rexroth, Lohr am Main

 

 

Wir unterstützen Anwender, sich verschärfende gesetzliche Vorgaben und Normen, ebenso wie die steigenden Anforderungen der Automobilindustrie hinsichtlich CO2-Emissionen zu erfüllen. So bietet Bosch Rexroth beispielsweise eine herstellerunabhängige Beratung zum Energiemanagement nach ISO 50001.

 

 

 

 

Jürgen Steffens
Product Manager, 3M, Neuss

Für uns bei 3M besitzt das Thema Nachhaltigkeit einen hohen Stellenwert. Seit 2017 haben wir beispielsweise einen neuen Prozess zur Auswahl und Bewertung unserer Lieferanten eingeführt, bei dem Nachhaltigkeit ein wichtiges Kriterium darstellt. Dass wir auf dem richtigen Weg sind, belegen zahlreiche Auszeichnungen in diesen Bereichen.

 

Dr. Andreas Spittell
Direttore Commerciale, 
Rex Articoli Tecnici, Mendrisio, Schweiz

Dr. Andreas Spittell
Direttore Commerciale,
Rex Articoli Tecnici, Mendrisio, Schweiz

Rex Articoli Tecnici ist an einem offiziellen Programm vom Kanton Tessin beteiligt, um die Emissionen und den Verbrauch von Energie etc. kontinuierlich zu reduzieren. Jedes Jahr werden uns neue Ziele gesetzt, die wir erreichen müssen. Dies ist uns bislang immer gelungen. Diese Aktivitäten werden auch von den Kunden geschätzt. Ebenso ist die Vermeidung von Abfällen während dem Produktionsprozess ein spannendes Feld, das sowohl aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten, als auch aus ökologischen Gesichtspunkten interessant ist. Allgemein wird das Thema Nachhaltigkeit in der Zukunft noch weiter in den Fokus gelangen. Allerdings muss man seriös schauen, welche Ziele erreicht werden können und was eine Utopie bleiben wird.

 

 

Frank Siegel
Verkaufsleiter Kleinteilbeschichtung,
Walther Trowal

Frank Siegel
Verkaufsleiter Kleinteilbeschichtung,
Walther Trowal

Walther Trowal hat seine Maschinen von Anbeginn auf lange Lebensdauer der Maschinen hin konstruiert. Es gehört bei uns zur Routine, Anlagen unserer Kunden nach langjährigem Betrieb wieder aufzuarbeiten. Das ist immer wirtschaftlicher als Verschrotten. Guter Service und regelmäßige Wartung durch unsere Techniker vor Ort erhöhen die Lebensdauer zusätzlich. Mit ausgefuchster Filtertechnik reduzieren wir Emissionen und schonen so Ressourcen. Abgesehen davon gehen viele Anwender auf sserlösliche Lacke über: So entstehen umweltschädliche Emissionen gar nicht erst.

Thomas Becker
Verkaufsleitung Industrial Applications,
Gummiwerk Kraiburg, Waldkraiburg

Wir sehen es als unsere Aufgabe, die natürlichen Ressourcen für unsere Produktionsprozesse, Produkte und Dienstleistungen so schonend wie möglich einzusetzen. Deshalb ist das Thema Nachhaltigkeit im Unternehmensleitbild sowie in den Geschäftsabläufen fest verankert. Alle strategischen Entscheidungen werden in Bezug auf Nachhaltigkeit geprüft. Durch ständige Prozessoptimierung erreichen wir einen konsequent sinkenden Verbrauch von Rohstoffen. Nach diesem Prinzip arbeiten wir auch bei der Neugestaltung und Modernisierung von Gebäuden und des Maschinenparks sowie bei der Herstellung von Produkten und ihrer Weiterverarbeitung durch unsere Kunden. Somit ist die Nachhaltigkeit ein wesentlicher Bestandteil der Partnerschaft mit unseren Kunden und sorgt für Zuverlässigkeit und Beständigkeit für zukünftige Geschäftsabschlüsse. Wir sind uns unserer unternehmerischen und sozialen Verantwortung stets bewusst. Denn nur wer nachhaltig handelt bleibt zukunftsfähig.

 

Annika Lipski
Gruppenleiterin Kautschuktechnologie,
Institut für Kunststoffverarbeitung (IKV)
in Industrie und Handwerk an der RWTH Aachen

Annika Lipski
Gruppenleiterin Kautschuktechnologie,
Institut für Kunststoffverarbeitung (IKV)
in Industrie und Handwerk an der RWTH Aachen

Nachhaltige Produkte und Prozesse sind erforderlich, um Ressourcen sinnvoll zu nutzen. Im Kautschukbereich arbeiten wir daher derzeit zusammen mit Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette an diesem Ziel. Zusammen mit Rohstoffherstellern entwickeln wir Kautschuke auf Basis alternativer Rohstoffe wie zum Beispiel Kohlenstoffdioxid. Verarbeiter und Anlagenentwickler sind interessiert an energieeffizienten Prozessen, sodass wir eine energieeffiziente Regelung von Mischprozessen und Vulkanisationslinien entwickeln. Das Thema Nachhaltigkeit ist sowohl für uns, als auch für die mit uns arbeitenden Unternehmen von großer Bedeutung, da nur so langfristig auch eine wirtschaftliche Herstellung von Gummiprodukten möglich ist.

 

 

 

 

Carmen Mundt
Marketing Specialist BU Elastomer,
Kuraray Europe, Hattersheim

Carmen Mundt
Marketing Specialist BU Elastomer,
Kuraray Europe, Hattersheim

Von Kundenseite haben wir eine steigende Nachfrage nach nachhaltigen Produkten zu verzeichnen. Allerdings sind viele Hersteller gerade bei preissensiblen Anwendungen noch recht zurückhaltend. Auf der anderen Seite bieten die bio-basierten Produkte teils in Nischenprodukten sogar einen entscheidenden Vorteil gegenüber den herkömmlichen Produkten. So ermöglicht Septon Bio eine sehr starke nass-Haftung, was vor allem den Einsatz in Sportanwendungen interessant macht.

 

 

 

Klaus-Wolfgang Jacobsen
Leitung Chemie/Rohstoffe und 
Innovationsmanagement im 
Bereich Compounding,
Continental, Hannover

Klaus-Wolfgang Jacobsen
Leitung Chemie/Rohstoffe und
Innovationsmanagement im
Bereich Compounding,
Continental, Hannover

Für das Compounding spielt die Nachhaltigkeit eine große Rolle. Viele unserer Rohstoffe stammen seit jeher aus nachwachsenden Quellen. Versuche mit Recyclingstoffen, Forschung an Naturkautschuk aus Löwenzahn, Ligninfüllstoffe, usw. sind in Arbeit. Die Qualitätsprüfung verwendeter Stoffe ist ein stetiger Prozess, Energieeffizienz beim Mischen ein permanent verfolgter Ansatz. Auch kundenseitig ist das Thema Nachhaltigkeit positiv besetzt. Generell ist man dort sehr aufgeschlossen.

 

 

 

 

Thorsten Hickmann
Geschäftsführer,
Eisenhuth, Osterode am Harz

Thorsten Hickmann
Geschäftsführer,
Eisenhuth, Osterode am Harz

 

Für uns beinhaltet die Nachhaltigkeit einen wesentlichen Anteil der Geschäftsstrategie. Nicht zuletzt deshalb sind wir für 2018 mit dem deutschen Nachhaltigkeitspreis Forschung zusammen mit der TU Clausthal, TU Braunschweig und Karlsruhe ausgezeichnet worden.

 

 

Dr. Jens Kiesewetter 
Leiter Anwendungstechnik Tire & Rubber, Evonik Industries, Wesseling

Dr. Jens Kiesewetter
Leiter Anwendungstechnik Tire & Rubber, Evonik Industries, Wesseling

Unser Silica/Silan-System macht beispielsweise den Reifen „grün“. Durch partielle Substitution von Ruß durch Silica und Silane in der Reifenlauffläche kann der Rollwiderstand der Reifen um bis zu 35 % gesenkt werden, was eine Kraftstoffeinsparung von bis zu 8 % bewirkt. Dadurch werden auch die CO2-Emissionen in gleicher Höhe gesenkt.