Häufig kommen für medizintechnische Schläuche verschiedene Kunststoffe 
zum Einsatz, so dass eine gute Haftung zwischen den Werkstoffen von großer Bedeutung ist.
Bildquelle: Istock.com/emilio100

Häufig kommen für medizintechnische Schläuche verschiedene Kunststoffe
zum Einsatz, so dass eine gute Haftung zwischen den Werkstoffen von großer Bedeutung ist.
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Die Umsetzung anspruchsvoller Eigenschaftsprofile wird durch Schläuche im Multilayeraufbau möglich. Mit dieser Technologie können Vorteile verschiedenartiger Materialien kombiniert werden, um beispielsweise inerte, druckaufnehmende oder flexible und röntgenkontrastgebende Schichten in den Aufbau zu integrieren.

Breites Werkstoffspektrum für medizinische Schläuche

Das Materialspektrum, das für die Fertigung von medizinischen Schläuchen zur Verfügung steht, ist riesig. Von Cy-cloolefin-Copolymere (COC) und Ethylen-Vinylacetat-Copolymere (EVAC), HD-PE und LD-PE, über PA6.12, PA 11 und 12, Polyether-Block-Amid (PEBA), POM, PVC und PVDF bis zu Thermoplastischen Polyesterelastomere (TEEE), TPU und den TPE-Werkstoffen (S, V und O). Nicht jedes eignet sich für alle Einsatzbereiche und nicht jede Werkstoffkombination macht für die jeweils geforderten Eigenschaftsprofile Sinn. Es kommt immer darauf an, für welche Applikation welche Eigenschaften gefordert sind.
So sind Wechselwirkungen zwischen Schlauchmaterial und pharmazeutischen oder körpereigenen Stoffen, bei denen es zu Beeinträchtigungen des menschlichen Organismus kommen könnte, zwingend zu vermeiden. Es darf keine Interaktion mit dem Kunststoff geben, die Medikamentenabsorption ist zu verhindern. Das Material muss in jeder Beziehung medienbeständig und sollte auch UV-stabil sein, um Versprödung, Verformung und Intransparenz zu vermeiden.
Ein hohes Maß an Transparenz ist gefordert, damit flüssige Inhalte sichtbar bleiben und der optische Flow-Control ermöglicht wird. Das Schlauchsystem in klinischer Anwendung sollte darüber hinaus röntgenkontrastgebende Streifen (z.B. aus Bariumsulfat) in der Schlauchwand aufweisen, damit die Schlauchposition im Körper verfolgt werden kann oder um eine implantierte Drainage oder chirurgische Komponente mit Hilfe von Röntgenstrahlen lokalisieren zu können. Mittels antimikrobieller Beschichtung sollte die Keimresistenz erhöht werden. Ein wichtiger Aspekt ist die Biokompatibilität nach ISO 10993-5 des Materials in Abhängigkeit vom Einsatzort im Körper, dem physiologischen Kontaktmedium während der Anwendung des Produkts, der Einsatzdauer und dem Sterilisationsverfahren – insbesondere bei Schlauchsystemen im Blutkontakt.
Um den freien Fluss der Stoffe innerhalb der Schläuche zu gewährleisten, ist Knickbeständigkeit gefordert. Sterilisationsfähigkeit ist natürlich ein Muss, hier im Wesentlichen im Autoklav oder im EtO-Verfahren. Auch die Verklebbarkeit von TPE mit anderen Werkstoffen mit Lösemitteln und mit Ultraschallwellen kann eine wichtige Anforderung sein, zum Beispiel bei Katheterschläuchen mit Konnektoren.

TPE-Portfolio mit notwendigen Zulassungen

Mit Provamed stellt Actega DS ein TPE-Portfolio zur Verfügung, das frei von Latex, Silikon und Phthalaten, ist. Die notwendigen Materialqualifizierungen hinsichtlich normativer, toxikologischer, biologischer und kundenspezifischer Anforderungen, wie USP Class VI, ISO 10993-11 (Systemtoxizität) oder ISO 10993-10 (Sensibilisierung und Irritation) sind nachgewiesen. Die Werkstoffe können auf eine Vielzahl der beschriebenen Anforderungsprofile eingestellt werden und können zudem eine besonders gute Haftung auf Thermoplasten wie PE, PP, PS, ABS, PC und PA bieten, die auch bei kontinuierlichem Medienkontakt und erhöhten Temperaturen aufrechterhalten wird.

Fakuma 2018 Halle B5, Stand 5003