Während Metallkanülen dünnwandig, rigide, mit vergleichsweise großem Innenvolumen angeboten werden, begrenzen Silikon- und Kunststoffkanülen durch dickere Wandung das Innenvolumen geringfügig und sorgen für hohen Tragekomfort durch ihre Leichtigkeit. Für die meisten Kanülenträger bieten sich Trachealkanülen aus leichtem, weichen Kunststoffmaterial an, weil sie zu weniger Irritationen der empfindlichen Trachealschleimhaut und zu geringeren mechanischen Reizungen des Tracheostomas führen, aber auch, weil während einer Strahlentherapie keine Metallkanülen eingesetzt werden dürfen. Bisher werden kunststoffbasierte Trachealkanülen mehrheitlich aus PVC gefertigt. Doch die Kritik am Werkstoff lässt nicht nach. Bei der Materialauswahl für Trachealkanülen wird der Ruf nach PVC- und weichmacherfreien Lösungen immer lauter. Diese Forderung führt zur Werkstoffgruppe der TPE, wie die Provamed-TPE von Actega DS, Bremen, die sich aufgrund ihrer guten Verarbeitungsfähigkeit auf allen gängigen Spritzguss- und Extrusionsanlagen anbieten, aber auch wegen eines sehr geringen Anteils an emittierbaren Stoffen und ihrer Wiederverwertbarkeit. Zudem sind sie sterilisierbar, FDA-, ISO- und USP-Class-konform und weisen sehr gute Dicht- und Hafteigenschaften auf. Merkmale, wie sie bei der Herstellung von Trachealkanülen erforderlich sind. Trachealkanülen werden üblicherweise im Extrusionsverfahren oder im Spritzgussverfahren hergestellt. Dementsprechend müssen die Materialeigenschaften angepasst werden. Bei der Extrusion müssen die Fließeigenschaften des Materials exakt auf das Verarbeitungsverfahren eingestellt werden. Beim Spritzguss bietet es sich an, die Trachealkanüle und das Kanülenschild in einem Schritt herzustellen. Im Mehrkomponentenspritzguss können Mehrkomponententeile zudem wirtschaftlich günstig hergestellt werden, etwa ein Konnektor aus einem Thermoplast, die Weichkomponente aus TPE.