RADLAGERDICHTUNGEN Ein niedrigviskoser HNBR-Typ sorgt dafür, dass die Radlagerdichtungen von Schaufelradbaggern länger halten. Der dadurch reduzierte Wartungsaufwand fällt bei den großen Maschinen besonders ins Gewicht.

Schaufelradbagger, wie sie zum Beispiel im Tagebau eingesetzt werden, gehören zu den größten Maschinen überhaupt. Entsprechend groß ist der für ihre reibungslose Funktion erforderliche Aufwand. Gummidichtungen werden in diesen gigantischen Maschinen derart stark beansprucht, dass sie oft gewartet werden müssen. Um längere Betriebszeiten sicherzustellen, setzen einige Dichtungshersteller schon länger auf HNBR. Dieser Spezialkautschuk ist ähnlich ölbeständig wie der in technischen Grenzbereichen häufig verwendete Nitrilkautschuk, bietet gegenüber diesem jedoch eine erhöhte Alterungsbeständigkeit.

Bis zur Einführung der leicht fließenden Therban AT-Typen war die Fertigung schwerer, großvolumiger Gummiteile allerdings nicht einfach. Der hohe Anteil an erforderlichen Verarbeitungshilfsmitteln wirkte sich nachteilig auf die geforderten Endeigenschaften aus. Durch die hohe Fließfähigkeit des niedrigviskosen HNBR, das mit Mooney-Viskositäten bis 40 ME angeboten wird (Standard-HNBR-Kautschuke weisen Werte um 70 bis 80 ME auf), kann auf einen großen Teil der bislang üblichen Verarbeitungshilfen verzichtet werden. Formverschmutzungen werden verringert, die Homogenität des Gummiartikels wird verbessert.

Zwar werden die Radlagerdichtungen der Schaufelradbagger, die Durchmesser von rund 1 m aufweisen und mehrere kg schwer können, nicht im Spritzguss produziert, sondern aus einem HNBR-Profil gefertigt, das in einem entsprechenden Werkzeug in die endgültige Form gepresst und ausvulkanisiert wird. Durch den Einsatz der niedrigviskosen Kautschukvariante verbinden sich aber die Enden dieses Rings nun besser miteinander, wodurch eine lange Zeit gefürchtete Schwachstelle beseitigt wird.