Der Kältemittelschlauch bietet die nötige Flexibilität, um die beim Motorstart auftretende 
Relativbewegung zwischen Kompressor und Rohrleitungen auszugleichen und ermöglicht 
dank geringer Biegeradien einen Einbau auch in engen Einbausituationen.
Bildquelle: alle Eaton

Der Kältemittelschlauch bietet die nötige Flexibilität, um die beim Motorstart auftretende
Relativbewegung zwischen Kompressor und Rohrleitungen auszugleichen und ermöglicht
dank geringer Biegeradien einen Einbau auch in engen Einbausituationen.
Bildquelle: alle Eaton

Vor allem aber bietet er die nötige Flexibilität, um die beim Motorstart auftretende Relativbewegung zwischen Kompressor und Rohrleitungen auszugleichen. Die Reparaturanfälligkeit der Bus-Klimaanlagen kann damit erheblich reduziert werden. Einsatz fanden die Schläuche in den Bussen von Evobus.

Moderne Busse sind heute meist mit einer Vollklimatisierung ausgestattet – ob im Stadtbus oder Luxus-Reisebus. Dazu wird in der Regel eine zentrale Klimaanlageneinheit mit Verflüssiger, Verdampfer, Lüfter usw. auf dem Dach des Busses installiert. Der Kompressor allerdings wird über den Motor des Busses angetrieben und ist dazu im Motorraum montiert. Fest installierte Leitungen, meist aus Kupfer oder ähnlichem beständigen Material, führen das Kältemittel von der Dacheinheit zum Kompressor und zurück.

Hohe mechanische Beanspruchung führte zum Bruch

Das Rohrsystem ist dabei fest am Chassis verbaut. Der Kompressor dagegen ist auf dem Motor montiert. Diese Montagesituation bringt allerdings eine Herausforderung mit sich, wie ein für die Klimatisierung von Bussen zuständiger Konstrukteur bei Evobus erklärt: „Der Motor führt beim Start- und Stoppvorgang eine Relativbewegung von teilweise bis zu 1,5 Zentimetern aus – die Verbindung zwischen Kompressor und Rohrleitung muss also diese Bewegung ausgleichen.“ Und nicht nur das – die Bewegung führt zu einer Torsionbeanspruchung des Schlauchs, dabei muss er gleichzeitig Temperaturen von bis zu 125 Grad Celsius sowie Drücken bis zu 25 bar standhalten. Herkömmliche Kälteklimaschläuche halten diesen Anforderungen nicht stand. Die hohe mechanische Beanspruchung des Schlauchs durch die Motorbewegung führt dazu, dass das Gewebe schon nach kurzer Zeit bricht und der Schlauch leckt.

Schlauchkonstruktion bietet erforderliche Flexibilität

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Der Kältemittelschlauch sorgt für eine Temperaturbeständigkeit von bis zu 125 Grad Celsius und reduziert die Feuchtigkeitsdiffusion auf ein Minimum.

Doch Alternativen – in den für die Busklimatisierung erforderlichen Nenngrößen – waren auf dem Markt nur schwer zu finden. Evobus wandte sich daher an Eaton, um gemeinsam eine Lösung zu finden. Das Ergebnis stellt der Kältemittelschlauch FC800 Evercool dar, den der Hersteller speziell für die Anwendung in Bus-Klimaanlagen entwickelte. Anstatt einer Wellrohrseele hat der Schlauch eine Seele aus Chloropren. Der synthetische Kautschuk zeichnet sich durch seine Dauerelastizität, seine Wärmebeständigkeit und seine sehr gute Medienbeständigkeit gegen zahlreiche Kältemittel und Kompressoröle auszeichnet. Diese Seele ermöglicht eine deutlich höhere Flexibilität als ein Wellrohr und ist daher die Basis für den möglichen Ausgleich der Relativbewegung. Die darüberliegende Sperrschicht aus Polyamid reduziert die Permeationsrate des Schlauchs auf nur 0, 5 kg/m²/Jahr.

Kältemittelverluste werden minimiert

Bei Evobus ist die Nachhaltigkeit ein fester Bestandteil der Geschäftsabläufe. Eine hohe Umwelt- und Klimaverträglichkeit soll nicht nur in der Produktion, sondern auch in den Produkten realisiert werden. Dazu gehört auch die Minimierung der unvermeidlichen
Leckage des klimaschädlichen Kältemittels. Dabei bietet der FC800 EverCool ein Stück Zukunftssicherheit bezüglich eventueller zukünftiger gesetzlicher Vorgaben, denn er ist auch für die Kältemittel R407C und HFO1234yf (auch unter der Bezeichnung R1234yf bekannt) zertifiziert. „Eaton hat sich als Ziel gesetzt Produkte zu entwickeln, die die Lebensqualität und Umwelt nachhaltig verbessern. Deshalb sind uns eine lange Lebensdauer, niedrige Permeationsraten und die Qualifizierung der Schlauchleitung mit umweltschonenden Kältemitteln wie dem R1234yf wichtig“, erklärt Johannes Kammer-lohr, Produkt Manager EMEA bei Eaton.

Einbau auch in engen Einbausituationen

Der Sperrschicht folgt eine weitere Lage Chloropen, die für eine direkte Verbindung – ohne zusätzliche Haftmittel – mit dem folgenden Druckträger ermöglicht. Der Druck wird über das Drahtgeflecht abgefangen, das zudem geringe Biegeradien beim Einbau des FC800 EverCool ermöglicht. Denn auch im Motorraum eines Busses ist oftmals nur wenig Platz – so liegen die minimalen Biegeradien beim FC800 EverCool zwischen 70 Millimetern (Nenndurchmesser 16) und 160 Millimetern (Nenndurchmesser 31). Das Drahtgeflecht sorgt dafür, dass der Schlauch auch bei diesen engen Radien nicht knickt und dadurch auch in engen Einbausituationen verwendet werden kann. Gleichzeitig lässt sich der Schlauch auch unter Vakuum setzen, ohne dass er kollabiert, zum Beispiel um die Dichtheit der Anlage zu prüfen. Die letzte Schicht des Schlauchs bildet ein Mantel aus EPDM (Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk). Dieser sorgt für eine Temperaturbeständigkeit von bis zu 125 Grad Celsius und reduziert die Feuchtigkeitsdiffusion auf ein Minimum.

Lebensdauer von Monaten auf Jahre gestiegen

Die Schläuche werden komplett vorkonfektioniert geliefert, das heißt in der je nach Bustyp benötigten Länge und mit den geforderten Flansch-Anschlüssen. Auch bei der Verbindung von Schlauch und Armatur hat die Dichtheit höchste Priorität – dafür sorgt ein speziell entwickeltes Nippel- und Fassungsprofil. Zudem wird jede konfektionierte Schlauchleitung vor Auslieferung von Eaton auf Dichtheit geprüft. „Die Dichtheit des Schlauchs hat sich gegenüber dem Vorgänger leicht verbessert“, zieht Evobus ein Resümee. „Vor allem die Lebensdauer konnte erheblich gesteigert werden: Wir reden heute von Jahren, nicht mehr von Monaten, die so ein Kältemittelschlauch hält.“