KAUTSCHUK Der Walzenindustrie, für die ein Wechsel auf phthalatfreie Produkte bei Walzen mit niedriger Shore-Härte wegen der hohen Weichmacheranteile bislang schwierig umzusetzen war, steht nun ein neuer Kautschuktyp mit einem physiologisch und toxikologisch unbedenklichen Weichmacher zur Verfügung.

Aber nicht nur für die Walzenindustrie, sondern auch für alle anderen Kautschukverarbeiter, die Diethylhexylphthalat (DEHP) in ihren Anwendungen ersetzen wollen, bietet das neue Produkt eine interessante Alternative. Der von Lanxess im Rahmen seiner Green Chemistry-Initiative entwickelte Nitrilkautschuk Krynac M 3340 VP stellt einen technologisch gleichwertigen Ersatz für das Vorgängerprodukt E 3338 F dar, das nur noch bis Ende 2009 im Markt belassen wird. In dem neu entwickelten Synthesekautschuk ist anstatt eines Phthalatweichmachers das Polymeradditiv Mesamoll enthalten, ein Sulfonsäurealkylester des Phenols. Der in der Gummiindustrie geschätzte Weichmacher von geringer Flüchtigkeit ist sehr gut mit Nitrilkauschuk (NBR) verträglich und kann gemäß BfR-Empfehlung 21 (Bundesinstitut für Risikobewertung) auch in Nitrilkautschuk mit Lebensmittelkontakt eingesetzt werden.

Der für NBR lange Zeit am weitesten verbreitete Weichmacher DEHP (auch bekannt unter DOP) ist als fortpflanzungsgefährdend eingestuft und entsprechend kennzeichnungspflichtig. Mit dem Alkansulfonsäureester des Phenols (ASEP) steht als Alternative ein effektiver Weichmacher zur Verfügung, der sich bereits in der PVC-Industrie bewährt hat und sich in seiner Struktur grundsätzlich von den Phthalsäurederivaten unterscheidet.