Der Formenwechsel in den Spritzgussmaschinen kann minutenschnell durch ein Schnellspannsystem durchgeführt werden.
Bildquelle: alle Klöckner Desma

Der Formenwechsel in den Spritzgussmaschinen kann minutenschnell durch ein Schnellspannsystem durchgeführt werden.
Bildquelle: alle Klöckner Desma

Die Desma gehörte zu den ersten Maschinenbauern, die konkrete Lösungen im Bereich der vernetzten Produktion – Industrie 4.0 – entwickelt hat. Inzwischen beeinflussen Megatrends wie der demografische Wandel, die fortschreitende Digitalisierung, die immer knapper werdenden Rohstoffe und nicht zuletzt der sich immer stärker abzeichnende Klimawandel auch industrielle Prozesse. Herausforderungen, denen mit den richtigen Produkten für eine effiziente und automatisierte Produktion begegnet werden kann. Desma ist bereits auf dem Weg zum maschinenbauenden Dienstleister, der sich in die Prozesse seiner Geschäftspartner integriert. Hierzu hat das Unternehmen die Initiative #desmatters (www.desmatters.biz) ins Leben gerufen.
In Düsseldorf wird im Livebetrieb an vier Maschinen demonstriert, wie neue Lösungen in den Bereichen Automatisierung, Rückverfolgbarkeit und Energieeffizienz die Produktion von Elastomerteilen vereinfachen. Von besonderer Bedeutung sind die ergänzenden Services. Auf dem 400 qm großen Stand entsteht ein Erlebnisraum mit vier Live-Maschinenanwendungen unter Produktionsbedingungen.

Wissen wo es herkommt – Rück­verfolgbarkeit

Industrie 4.0 und auch die damit verbundene Forderung nach Rückverfolgbarkeit von Produktionsdaten steht ganz oben auf der Agenda von allen Herstellern von Elastomerkomponenten. Auf der K wird eine D 968.250 ZO Benchmark 750 S3 mit Flex Cell vorgeführt. Die Datenintegration von Mischungsbatches durch Barcode-Reader und das Erkennen der Form- und Kaltkanalsysteme mittels vollintegriertem QR-Scanner, dokumentiert die Formhistorie zusammen mit den gesamten Mischungsdaten. Die weiterentwickelte Laserbeschriftungstechnik ermöglicht erstmals die zuverlässige Kennzeichnung, selbst von schwarzen Gummiartikeln, um eine Rückverfolgbarkeit auf Einzelartikelbasis zu gewährleisten. Zudem lassen sich dadurch formintegrierte Gravuren leicht ersetzen, da diese in einem Arbeitsgang eingebracht werden. Mit Smart Trace können Artikel bis zur jeweiligen Kavität zurückverfolgt werden – auch noch nach Jahren.

Roboter übernehmen – Automatisierung mit Flex Cell

Immer schwieriger wird es, qualifiziertes Bedienpersonal zu finden. Da lohnt es sich in Ausbildung, aber auch in Automatisierungstechnik zu investieren. Mit der Flex Cell, die mit einem 6-Achs-Roboter ausgestattet ist, wird durch eine Schnellzentrierung/Schnellfixierung und integriertem Luftkissensystem ein Anlagenumbau innerhalb kürzester Zeit möglich. Die Partner Flex-Cell-Lösungen sind auch an einer D 969.100 Z (S3) mit Fifo C Hochdruckspritzeinheit verbaut. Das kollaborierende Robotersystem verfügt über ein CE-konformes neues Sicherheitskonzept und über eine dreidimensionale Scannerabsicherung. Damit wird die sichere Zusammenarbeit von Roboter, Maschine und Mensch ermöglicht – und zwar ohne mechanische Schutzgitter.

Diese Anlage wird mit einer Arbeitszelle präsentiert, die mit einem kollaborierenden 6-Achs-Robotersystem ausgerüstet ist und in der ein einfaches Umsetzen an andere Maschinen machbar ist.

Diese Anlage wird mit einer Arbeitszelle präsentiert, die mit einem kollaborierenden 6-Achs-Robotersystem ausgerüstet ist und in der ein einfaches Umsetzen an andere Maschinen machbar ist.

Das Klima im Fokus – Energie- und Ressourceneffizienz

Erstmals zu sehen ist die neueste Generation von 2-Kreis-Servo-Temperiergeräten Eco Silence+. Durch eine aktive Durchflussregelung reagieren sie ex-trem schnell und genau und erreichen dadurch eine völlig neue Regelgüte – und das bei nochmals deutlich reduziertem Energieverbrauch.
Für weitere Einspareffekte sorgt das Energy Control+ System mit energieoptimierter Aufheizphase der Maschine. Durch das integrierte Lastmanagement wird eine deutlich reduzierte Spitzenstromaufnahme erreicht, die maßgeblich den Strompreis bestimmt. Zusätzlich werden alle Energieverbräuche der einzelnen Komponenten, bis hin zum Pressluftverbrauch erfasst, zugeordnet und optimiert. Ferner wird das gesamte Kaltkanal und ZeroWaste-Konzept der DESMA umfassend in Live-Anwendungen demonstriert.

Dienstleistungen aus einer Hand

Der Anlagenbauer hat schon vor langer Zeit erkannt, dass zum Maschinenbau unbedingt ein Serviceangebot gehört, das den Kunden möglichst ohne Umweg befähigt so zu produzieren, wie er will. Das geht bei der Planung los – die Desma bietet ein umfangreiches Beratungs- und Simulationsprogramm. So kann bereits sehr früh die optimale Maschinen- und Werkzeugauslegung ermittelt werden.
Die Anlagen des Verarbeiters sollen natürlich stets verfügbar sein, dafür sorgt das Service Commitment Package. Die Wartungseinsätze werden vorbeugend definiert, um daraus eine Ersatzteilstrategie zu entwickeln und so Maschinenausfälle zu verhindern. Durch besondere Vereinbarungen, wie Reaktionszeiten von Servicetechnikern, priorisiertem Hotline-Remote-Service oder auch regelmäßig widerkehrende Intervallarbeiten, können individuelle Anforderungen integriert werden, um so einen höchstmöglichen Verfügbarkeitseffekt zu erreichen.
Zusammengehalten werden diese und zahlreiche andere Angebote – etwa zum Hydraulikölmanagement – durch Smart Connect 4.U, das vor drei Jahren vorgestellte Konzept zur Maschinenvernetzung.

K 2019 Halle 16 Stand F 56