„Auf der K 2019 beschäftigen wir uns mit den zwei wirklich herausragenden Themen unserer Zeit: Digitalisierung und Circular Economy“, betont Juliane Hehl, die als geschäftsführende Gesellschafterin die Bereiche Marketing und Technik verantwortet. 
Bildquelle: Arburg

„Auf der K 2019 beschäftigen wir uns mit den zwei wirklich herausragenden Themen unserer Zeit: Digitalisierung und Circular Economy“, betont Juliane Hehl, die als geschäftsführende Gesellschafterin die Bereiche Marketing und Technik verantwortet.
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Wir beschäftigen uns mit den zwei wirklich herausragenden Themen unserer Zeit: der Digitalisierung und dem sinnvollen Einsatz und der Wiederverwertung von Kunststoff,“ unterstreicht Juliane Hehl, die als geschäftsführende Gesellschafterin die Bereiche Marketing und Technik verantwortet, die Dualität des Ansatzes von Arburg.

Eintauchen in die digitale Welt

An insgesamt zehn interaktiven Stationen der Road to Digitalisation erfahren die Besucher mehr zu Smart Machine, Smart Production und Smart Services. Dazu zählen zum Beispiel der neue Plastifizierassistent zur Materialaufbereitung und für Predictive Maintenance an der Schnecke sowie der Steuerungs-Simulator. Auch die bewährten sechs Assistenzpakete, das Arburg Leitrechnersystem ALS, das Arburg Turnkey Control Module ATCM und der Arburg Remote Service ARS sind auf der K 2019 vertreten.
Seit März 2019 ist das Kundenportal Arburg-X-World für Kunden in Deutschland verfügbar. Neben kostenfreien Funktionen wie die zentralen Apps Machine Center, Service Center, Shop und Calendar wird es ab der K 2019 weitere kostenpflichtige Angebote geben, die erheblichen Mehrwert bieten.

Smarter Allrounder kennt das zu produzierende Bauteil

Eine besonders smarte Anwendung zeigt das Unternehmen an einem elek-trischen Allrounder 570 A mit 2.000 kN Schließkraft und Gestica-Steuerung.

Die Mikrospritzeinheit der LSR-Fertigungszelle. Das Spritzteilgewicht des Mikroschalters 
beträgt nur 0,009 Gramm.
Bildquelle: Arburg

Die Mikrospritzeinheit der LSR-Fertigungszelle. Das Spritzteilgewicht des Mikroschalters
beträgt nur 0,009 Gramm.
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In diese ist der neue Füllassistent integriert, das heißt der Allrounder kennt das Spritzteil, das er produzieren soll – eine Uvex-Brille aus PA12. Den Füllassistent hat Arburg mit dem Aachener Kooperationspartner Simcon entwickelt. Das offline erstellte Simulationsmodell und die Bauteilgeometrie werden direkt in die Steuerung eingelesen. An der Gestica-Steuerung wird in Echtzeit der Füllgrad des Bauteils in Relation zur aktuellen Schneckenposition als 3D-Grafik animiert. Zusammen mit Simcon wurde die Funktionalität des Füllassistenten erweitert, um ein größeres Werkzeug- und Materialspek-trum abzudecken. Der Maschinenbediener kann interaktiv am Gestica-Bildschirm die Ergebnisse der offline erstellten Simulation mit dem Füllverhalten des letzten Zyklus vergleichen. Daraus resultieren Vorteile in Sachen Rüstzeit, Sicherheit und Effizienz.
Der elektrische Allrounder 570 A ist in eine Turnkey-Anlage integriert. Mit ihm werden anspruchsvolle Brillen in einer Zykluszeit von rund 45 Sekunden gespritzt. Entnahme und Zuführung zur optischen Prüfung, Lasermarkierung und Verpackung übernimmt ein Sechs-Achs-Roboter. Zudem ist die Fertigungszelle mit dem Scada-System Arburg Turnkey Controle Module (ATCM) ausgestattet, das u. a. eine hundertprozentige Rückverfolgbarkeit der Teile ermöglicht.

Circular Economy in der Praxis

Bei der Produktion von Bechern aus PP wird rund 30 Prozent Rezyklat eingesetzt. Bei diesem Praxisbeispiel für eine geschlossene Kreislaufwirtschaft kooperiert Arburg mit der Firma Erema (Halle 9, Stand C05), die rezykliertes PP zur Verfügung stellt. In einer Zykluszeit von rund vier Sekunden werden je acht Becher auf einem hybriden Allrounder 1020 H gespritzt.
Bei der zweiten Circular-Economy-Anwendung wird ein PCR-Material (Post-Consumer-Rezyklat) aus Haushaltsabfällen eingesetzt, um ein technisches Produkt zu fertigen. Das am Markt verfügbare PCR wird von einem elektrischen Zwei-Komponenten Allrounder 630 A im Profoam-Schäumverfahren verarbeitet, das zweite Material ist TPE. Gespritzt wird ein Maschinentürgriff, dessen zwei Hälften im Werkzeug montiert werden. Danach erfolgt das teilweise Umspritzen des Griffs mit der weichen Komponente. Die zahlreichen Aktivitäten von Arburg wurden in dem neuen Programm Arburg-Green-World gebündelt.

Innovative Anwendungen und Verfahren

Wie sich mittels IMSE-Technologie (Injection Moulded Structured Electronics) funktionale In-Mould-Produkte erzeugen lassen, demonstriert ein elektrischer Allrounder 470 A mit 1.000 kN Schließkraft. Dazu werden Folien mit integrierten elektronischen Funktionen ins Werkzeug eingelegt und mit PC hinterspritzt.
Mikroschalter aus temperfreiem LSR fertigt ein elektrischer Allrounder 270 A, ausgestattet mit einer Mikrospritzeinheit der Größe 5 mit 8-Millimeter-Schnecke, 8-fach-Werkzeug und LSR-Kartusche. Das Spritzteilgewicht beträgt lediglich 0,009 Gramm, die Zykluszeit rund 20 Sekunden. Die Spritzteile werden von einem Multilift 3+1 entnommen, im Greifer optisch geprüft, nach Kavitäten getrennt abgelegt und schließlich in Papierbeutel verpackt. Solche Mikrobauteile werden in den Bereichen Automotive und Medizintechnik eingesetzt.
Das Umspritzen von Hybridbauteilen demonstriert ein vertikaler Allrounder 375 V mit 500 kN Schließkraft, der mit einem auf dem Maschinenständer montierten Multilift Select Robot-System kompakt automatisiert ist. Darüber hinaus wird mit einem neuen Freeformer ein technologischer Ausblick darauf gegeben, wie sich künftig im Arburg Kunststoff-Freiformen (AKF) faserverstärkte Bauteile realisieren lassen.

K 2019 Halle 13 Stand A 13