Die Lösung für die In-situ-Polymerisation zur Produktion von faserverstärkten thermoplastischen Kunststoffbauteilen sorgt für eine kompakte Anlagentechnik. (Bildquelle: Engel)

Mit einer neuen, kleineren Baugröße wurde diese Lösung nun weiter optimiert. Das kleinere Reaktivaggregat deckt ein Matrixvolumen von 10 bis 600 cm³ ab und sorgt damit vor allem in Technikumsanlagen für viel Flexibilität bei der Herstellung von Prüfkörpern und Bauteilen bis zu einem Gewicht von 1,5 Kg. Das größere Aggregat kann Matrixvolumina bis 1.500 cm³ verarbeiten. Beide Aggregate integrieren die komplette Medienversorgung und reduzieren damit die für die Gesamtanlage benötigte Stellfläche. Bei der In-situ-Polymerisation, dem thermoplastischen RTM-Verfahren, werden vorgeformte, trockene Faserpreforms direkt in der Werkzeugkavität mit der reaktiven Matrix infiltriert. Aufgrund der niedrigen Viskosität des ε‑Caprolactams im aufgeschmolzenen Zustand lassen sich die trockenen Fasern sehr gut benetzen. Im Vergleich zum duroplastischen RTM sind längere Fließwege und ein höherer Fasergehalt möglich. So bildet sich beim Polymerisieren des ε‑Caprolactams zu Polyamid 6 ein besonders stark belastbarer Verbund, der sich unmittelbar nach seiner Herstellung im selben Prozess im Spritzguss funktionalisieren lässt. Für das Einspritzen der Reaktivkomponenten haben sich servoelektrisch angetriebene Injektionskolben bewährt. Diese ermöglichen eine besonders präzise Einstellung des Einspritzvolumens sowie ein synchrones Einspritzen der beiden Komponenten.