BU: Die Industrie sucht nach alternativen Pflanzen zu den Hevea-Bäumen, aus denen Naturkautschuk hergestellt wird. (Bildquelle: ETRMA)

BU: Die Industrie sucht nach alternativen Pflanzen zu den Hevea-Bäumen, aus denen Naturkautschuk für diverse Anwengungen hergestellt wird. (Bildquelle: ETRMA)

Naturkautschuk gilt als wichtiger Rohstoff für die europäische Reifen- und Gummiindustrie und ist Schlüsselfaktor für verschiedene Industriezweige – insbesondere die Automobilindustrie. Allein die Reifenindustrie benötigt etwa 76 Prozent des gesamten weltweit produzierten Naturkautschuks. Aktuell gibt es keinen Ersatz für den Kautschuk aus Hevea-Bäumen, der in allen gegenwärtigen Anwendungen eingesetzt werden könnte.

Unterstützung für Forschung nach alternativen Quellen

Die kritische Rohstoffliste bestätigt erneut den vorrangigen Status von Naturkautschuk in der EU-Politik und die Bedeutung der Sicherung einer fairen und nachhaltigen Versorgung der europäischen Industrie mit Naturkautschuk. Sie bietet auch weitere Unterstützung für die laufende Forschung der Industrie nach alternativen Quellen für Naturkautschuk.

Wie im Prognosebericht der EU, einen Teil der Mitteilung über kritische Rohstoffe, hervorgehoben wird, wird in der EU Naturkautschuk nicht produziert und verarbeitet. Dies bedeutet, dass Europa vollständig von Importen abhängig ist. Hauptsächlich stammen sie aus Südostasien. Die biotische Natur und die einzigartigen Eigenschaften von Naturkautschuk mache es schwierig, ihn durch alternative Quellen oder Sekundärrohstoffe zu ersetzen. Dies schaffe viele Unsicherheiten für Hersteller und Endverbraucher.

Im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft für Rohstoffe verpflichtete sich die ETRMA im Jahr 2008, die Versorgung mit Naturkautschuk zu diversifizieren. Ziel ist es, die Abhängigkeit von Südostasien zu verringern und die Forschung nach alternativen Quellen auszubauen. Inzwischen stammen mehr als 20 Prozent des in der EU verwendeten Naturkautschuks aus Afrika. Die Industrie erforscht aktuell, wie Naturkautschuk aus Löwenzahn und Guayule – Pflanzen, die in Europa wachsen – verwendet werden kann. Doch trotz dieser Fortschritte bleibt die nachhaltige Beschaffung von Naturkautschuk eine Herausforderung.

„Die Anerkennung von Naturkautschuk zum zweiten Mal als kritischer Rohstoff ist für unsere Industrie von großer Bedeutung“, sagte Fazilet Cinaralp, Generalsekretär der ETRMA. Die ETRMA hofft, dass die Europäische Kommission weiterhin öffentliche und private Projekte unterstützen wird, die darauf abzielen, die Importabhängigkeit der Kautschuk-Wertschöpfungskette zu verringern und den Weg zur Diversifizierung fortzusetzen. (jhn)