Hochwertige Trinkflaschen können nun in allen drei marktgängigen Verarbeitungsverfahren – Spritzstreckblasformen, Extrusionsblasformen und Spritzguss – hergestellt werden. (Bild: BASF)

Alle drei Verarbeitungsverfahren profitieren dabei von den maßgeschneiderten Eigenschaften des Hochtemperaturthermoplasten: Er ist frei von schädlichen Substanzen, zugelassen für den Lebensmittelkontakt und zeichnet sich durch eine gute Festigkeit, chemische Beständigkeit sowie Dauergebrauchstemperatur von bis zu 180 °C aus. Flaschen aus dem transparenten, leicht honigfarbenen Polyphenylsulfon überstehen ohne Qualitätseinbußen die Sterilisation in der Mikrowelle oder in sehr heißem Wasser – unabhängig vom Herstellungsverfahren.

Beim Extrusionsblasformen wird die Kunststoffschmelze zu einem schlauchartigen Vorformling von oben nach unten aus einer meist ringförmigen Düse extrudiert. Dieser wird in einem Werkzeug durch Innendruck aufgeblasen und bildet so die Form der Flasche ab. Das mittelviskose Ultrason P 3010 ist für dieses Verfahren besonders geeignet, da es im Gegensatz zu handelsüblichem PPSU eine inhärent hohe Schmelzestabilität aufweist: So bleibt der heiße und lange Schlauch auch in der Nähe der Düse stabil und kann gleichmäßig blasgeformt werden. Für komplexe Geometrien mit verschiedenen Wandstärken und Designs kann zudem eine partielle Wanddickensteuerung zum Einsatz kommen. Auch kann dadurch die Längung des Schlauches durch Eigengewicht verhindert und somit eine annähernd konstante Wanddicke über die gesamte Flaschenlänge erreicht werden.

Im Spritzgussverfahren kann der Flaschenkörper mit oder ohne Gewinde und Boden spritzgegossen werden, was eine große Flexibilität im Flaschendesign oder bei der Entlüftungsmethode von Babyflaschen ermöglicht. Für die Verarbeitung auf Einfach-und Mehrfachwerkzeugen mit vorgeschaltetem Heißkanalsystem eignet sich das fließfähige, niedrigviskose Ultrason P 2010 besonders gut, da es dünne Wandstärken bei langen Fließwegen erlaubt, ohne an Schlagzähigkeit und chemischer Beständigkeit einzubüßen.

Das am weitesten verbreitete Herstellungsverfahren für Babyflaschen, insbesondere in Asien, ist das Spritzstreckblasformen: Hier wird zuerst ein reagenzglasähnlicher Vorformling mit Gewinde im Spritzguss hergestellt, in einem Zwischenschritt temperiert und anschließend in einer Blasform, die das Flaschendesign als negativ darstellt, verstreckt und aufgeblasen. Die Vorteile von Ultrason P 3010 liegen hier vor allem in den schnellen Zykluszeiten und dem exakten Abformen des Flaschengewindes.

Beide Ultrason P-Werkstoffe eignen sich für den Spritzguss und das Spritzstreckblasformen auch deshalb, weil sie sich besonders gut mit passend eingestellten Heißkanalsystemen ohne Angussverluste verarbeiten lassen. Damit ist die Produktion von Flaschen aus Ultrason P möglich, die ohne Qualitätseinbußen bei den mechanischen und optischen Eigenschaften über einen langen Zeitraum und in vielen Einsatzbereichen verwendet werden können.