Die vertikalen LWB-Spritzgießmaschinen mit Holm-Schließeinheit ist im Schließkraftbereich von 1.600 bis 8.000 kN mit Heizplattengrößen von 560 x 630 mm bis 1.000 x 1.200 mm und Spritzvolumina von 1.000 bis 8.500 cm3 verfügbar.
Bild: LWB Steinl

Die vertikalen LWB-Spritzgießmaschinen mit Holm-Schließeinheit ist im Schließkraftbereich von 1.600 bis 8.000 kN mit Heizplattengrößen von 560 x 630 mm bis 1.000 x 1.200 mm und Spritzvolumina von 1.000 bis 8.500 cm3 verfügbar.
Bild: LWB Steinl

Die Zusammenarbeit zwischen dem bayerischen Elastomer-Maschinenbauer LWB-Steinl und dem IKV hat Tradition und reicht mehrere Jahre zurück. LWB unterstützt durch die Bereitstellung von Spritzgießmaschinen und dem dafür notwendigen Betriebs-Know-how die Forschung. Dazu der LWB-Vertriebsleiter Peter Radosai: „Die neu bereitgestellte Maschine vom Typ VSEFE 3000/2000s P wird in erster Linie im wissenschaftlichen Versuchsbetrieb eingesetzt, der uns in Kontakt mit den neuartigen Verfahrensvarianten und Einsatzmöglichkeiten bringt, die wiederum in die Maschinenentwicklung einfließen können.“

Beispielsweise verschiebt der aktuell stattfindende Wandel in der Fahrzeugindustrie von den Verbrennerantrieben zu den Elektro- und Wasserstofffahrzeugen die Anforderungen an elastische Bauteile. Leichtbaupotenziale oder die Medienbeständigkeit gegen deionisiertes Wasser etc. bekommen in diesem Zusammenhang neue bzw. erhöhte Priorität.

Eletromobilität eröffnet neue Forschungsfelder für Elastomeranwendungen

Aktuell liegt der Fokus des Arbeitsgebietes Elastomerspritzgießen insbesondere auf der prozessintegrierten Detektion von Chargenschwankungen mithilfe eines neuartigen Online-Rheometers, welches neue Möglichkeiten in der Qualitätssicherung eröffnet, wie der IKV-Abteilungsleiter für die Kautschuktechnologie, Dr.-Ing. Martin Facklam berichtet.

Dr.-Ing. Martin Facklam, Leiter der IKV-Abteilung Extrusion und Kautschuktechnik (links) und Clemens Wiesel, M.Sc., wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Arbeitsgruppe Elastomerspritzgießen mit der von LWB-Steinl neu zur Verfügung gestellten Maschine für den Labor- und Ausbildungsbetrieb.
Bild: LWB Steinl

Dr.-Ing. Martin Facklam, Leiter der IKV-Abteilung Extrusion und Kautschuktechnik (links) und Clemens Wiesel, M.Sc., wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Arbeitsgruppe Elastomerspritzgießen mit der von LWB-Steinl neu zur Verfügung gestellten Maschine für den Labor- und Ausbildungsbetrieb.
Bild: LWB Steinl

Auch die seit einigen Jahren verfolgte Herstellung von Medienleitungen aus rußgefüllten Kautschukmischungen wird weiter vorangetrieben. Die vom Thermoplast-Spritzgießen bekannte Projektil-Injektionstechnik bildet die Ausgangsbasis der Forschungsarbeit. Mittlerweile ist es möglich, komplexe Hohlraumgeometrien sowie integrierte Funktionselemente darzustellen.

Ein weiterer wichtiger Forschungsbereich ist die Verringerung des Bauteilgewichts durch eine intelligente Nutzung des Eigenschafts- und Verarbeitungsspektrums von neuartigen Elastomerwerkstoffen.

Die interdisziplinäre Zusammenarbeit der IKV-Kautschukforscher mit Industriepartnern wird Synergien ausgehend von der Materialaufbereitung bis hin zum topologieoptimierten Bauteildesign erschließen (Anm.: Das topologieoptimierte Bauteildesign ist ein computerbasiertes Berechnungsverfahren, das eine günstige Grundgestalt (Topologie) für Bauteile unter mechanischer Belastung ermittelt). Dies wird nicht zuletzt auch neue Möglichkeiten für elastomere Leichtbauanwendungen erschließen.

Die Rolle der LWB-Spritzgießmaschine im IKV-Laborbetrieb

Die in der praxisnahen Forschung flexibel einsetzbare Spritzgießmaschinentechnik von LWB Steinl ermöglicht über den wissenschaftlichen Versuchsbetrieb hinaus dem Ingenieurnachwuchs wertvolle praktische Erfahrungen zu sammeln und das in der universitären Lehre erlangte theoretische Wissen zu vertiefen und an der Beantwortung von aktuellen Forschungsfragen mitzuwirken.

Ein wichtiger Teil des IKV ist die Abteilung für das Elastomer-Spritzgießen, an der pro Jahr 4 bis 5 studentische Arbeiten (Projekt-, Bachelor und Masterarbeiten) erstellt werden, sowie über einen längeren Zeitraum von jeweils 4 bis 5 Jahren Dissertationen. Darüber hinaus werden jährlich mehrere Publikationen in Fachzeitschriften und wissenschaftlichen Journals veröffentlicht. (ega)