Der Leverkusener Chemiekonzern Lanxess hat den Grundstein für sein neues Butylkautschuk-Werk in Singapur gelegt. Die Anlage auf einem 200000 m2 großen Gelände auf der Jurong-Halbinsel ist für eine Kapazität von 100000 t/a ausgelegt und kostet bis zu 400 Mio. Euro. Bis zum Produktionsstart im ersten Quartal 2013 werden hier 3500 t Stahl verbaut, 350 km Kabel gezogen und 80 km Rohrleitungen verlegt. Mit der neuen Anlage wird das Unternehmen bis zu 200 neue Arbeitsplätze schaffen und diese überwiegend lokal besetzen. Die langfristige Belieferung des Werks mit Isobuten, dem wichtigsten Grundstoff zur Produktion von Butylkautschuk, ist durch den benachbarten Shell-Cracker sichergestellt.

10 bis 15 % der Investitionen fließen in den Umweltschutz. Mithilfe einer innovativen Technologie wird beim Herstellungsprozess wesentlich weniger Dampf benötigt, wodurch der Energieverbrauch der Anlage insgesamt sinkt. Leistungsfähige thermische Abgasanlagen filtern in der Produktion anfallende chemische Verbindungen, sodass deutlich weniger Schadstoffe in die Luft abgegeben werden. Eine effiziente Abwasserreinigungsanlage und geschlossene Kreisläufe lassen künftig viel weniger Abwasser entstehen.

Die neue Anlage soll die wachsende Nachfrage nach Butylkautschuk für Reifen bedienen. Treibende Kraft dafür ist der Trend zu mehr Mobilität, insbesondere durch die wachsende Mittelschicht in China und Indien. Das Material eignet sich außerdem für den Einsatz in der pharmazeutischen Industrie. In den kommenden Jahren werden für den Butylkautschuk-Markt wieder durchschnittliche Wachstumsraten von über 3 % erwartet. Die beiden Kautschukwerke von Lanxess in Zwijndrecht/Belgien und Sarnia/Kanada produzieren aktuell mit voller Auslastung.