Dank der strategischen Ausrichtung auf die Wachstumsregionen hat Lanxess, Leverkusen, seine Ergebnisse im zweiten Quartal deutlich stärker als erwartet gesteigert. Der Chemiekonzern hebt deshalb seine Ergebnisprognose für das Gesamtjahr 2010 an und erwartet jetzt ein operatives Ergebnis (EBITDA vor Sondereinflüssen) von etwa 800 Mio. Euro. Im Mai waren noch 650 bis 700 Mio. Euro als Prognose genannt worden.

Mit 269 Mio. Euro wurde im Berichtsquartal das EBITDA vor Sondereinflüssen im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt. Der Konzern profitierte dabei von der anhaltend hohen Nachfrage nach synthetischem Kautschuk in Asien und insbesondere Lateinamerika. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen kletterte auf 14,7 % nach 9,0 % im zweiten Quartal 2009. Die durchschnittliche Kapazitätsauslastung lag bei über 85 %. Die zehn umsatzstärksten Produkte im zweiten Quartal kamen aus den Bereichen synthetischer Kautschuk und Hightech-Kunststoffe, die vorwiegend von der Auto- und Reifenbranche nachgefragt werden. Der Umsatz des Segments Performance Polymers wuchs im zweiten Quartal um 71 % auf 958 Mio. Euro.

Im Jahresvergleich kletterte der Konzernumsatz um 48 % auf 1,83 Mrd. Euro. Gründe waren höhere Absatzmengen in den wesentlichen Kundenindustrien und positive Währungseffekte, da der Euro in Relation zum US-Dollar und dem brasilianischen Real schwächer notierte. Gestiegene Kosten für Rohstoffe wurden vollständig durch Preiserhöhungen an die Kunden weiter gegeben. Der Konzerngewinn lag im zweiten Quartal bei 131 Mio. Euro, nach 17 Mio. Euro im Jahr zuvor.

Entwicklung in den Regionen

Lateinamerika zeigte die kräftigste Entwicklung: Mit 245 Mio. Euro wurde der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt. Außerordentlich stark entwickelte sich die Business Unit Performance Butadiene Rubbers in Brasilien. Die Region repräsentiert nun 13 % des Konzernumsatzes.

Der Umsatz in Asien-Pazifik kletterte um 36 % auf 414 Mio. Euro und entspricht nun 23 % des Konzernumsatzes. Im zweiten Quartal zeigten alle Segmente starkes Wachstum.

Emea (Europa, Mittlerer Osten, Afrika, ohne Deutschland) bleibt mit 29 % Umsatzanteil die stärkste Region. Der Umsatz stieg hier um 37 % auf 531 Mio. Euro. Wachstumstreiber waren die Segmente Performance Polymers und Performance Chemicals. Die Verkaufserlöse in Deutschland wuchsen um 27 % auf 325 Mio. Euro und entsprechen damit 18 % des Gruppenumsatzes.

In Nordamerika stieg der Umsatz um 68 % auf 313 Mio. Euro. Diese Region erzielte damit einen Umsatzanteil von 17 %. Die Geschäftsbereiche Butyl Rubber und Performance Butadiene Rubbers leisteten dabei den größten Beitrag. Die Bric-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China) erwirtschafteten im zweiten Quartal 23 % des Konzernumsatzes nach 21 und 18 % in den entsprechenden Vergleichsquartalen 2009 und 2008.

Angesichts der zahlreichen Projekte in den Wachstumsmärkten will Lanxess im laufenden Jahr nun weltweit zwischen 450 und 470 Mio. Euro statt der ursprünglich geplanten 400 bis 430 Mio. Euro investieren.