Der Chemiekonzern Lanxess will sein EBITDA vor Sondereinflüssen in den kommenden fünf Jahren auf rund 1,4 Mrd. Euro steigern. Gleichzeitig bestätigte die Konzernleitung ihre Ergebnisprognose von rund 800 Mio. Euro EBITDA vor Sondereinflüssen für das laufende Geschäftsjahr.

Um das neue mittelfristige Ergebnisziel zu erreichen, setzt das Unternehmen auf eine zweigleisige Strategie mit organischem und externem Wachstum. „Zum Abschluss dieses Geschäftsjahres werden wir unser EBITDA vor Sondereinflüssen gegenüber 2004 um rund 80 % gesteigert haben“, informiert der Vorstandsvorsitzende Axel C. Heitmann. Alle Geschäftsbereiche profitieren von der Ausrichtung auf Premiumprodukte für die vier Megatrends Mobilität, Landwirtschaft, Urbanisierung und Wasser. Die Fokussierung auf die Märkte der Bric-Staaten und das prognostizierte Wachstum der bedeutenden Kundenindustrien werden ebenfalls zum Erfolg beitragen. In den vergangenen fünf Jahren hat sich der Anteil der Bric-Länder am Konzernumsatz mehr als verdoppelt.

Die globale Reifenindustrie, für die eine jährliche Wachstumsrate von rund 5 % bis 2015 erwartet wird, ist für Lanxess die wichtigste Abnehmerbranche. Aufgrund der steigenden Nachfrage baut das Unternehmen derzeit für rund 400 Mio. Euro ein neues Werk für Butyl-Kautschuk in Singapur. Zusätzlich wird das Butyl-Kautschuk-Werk in Belgien erweitert. Innerhalb der Reifenindustrie erreichen synthetische Hochleistungskautschuke für energieeffiziente Reifen mit weltweit jährlich rund 9 % die stärksten Wachstumsraten. Um die steigende Nachfrage zu bedienen, baut der Konzern seine Produktionskapazitäten für Neodymium Polybutadiene Rubber (Nd-PBR) in Deutschland, Brasilien und den USA aus. Derzeit wird der Bau eines neuen Werks für Nd-PBR in Asien mit einer Kapazität von 100000 bis 150000 t/a geprüft. „Die Entscheidung, ob und wo das neue Werk gebaut wird, fällt innerhalb der kommenden sechs Monate“, sagte Heitmann.

Mit den Hightech-Kunststoffen Durethan und Pocan bedient Lanxess ebenfalls den Sektor Mobilität. Aufgrund der wachsenden Nachfrage nach diesen Produkten baut das Unternehmen derzeit die bestehenden Kapazitäten in Wuxi/China aus und errichtet ein neues Werk am indischen Standort Jhagadia. Auch mit Blick auf Landwirtschaft, Urbanisierung und Wasser wurden weitere Investitionsprojekte gestartet. Ein Beispiel ist der Neubau eines Werks in Bitterfeld für Membran-Filtertechnologie, wo ab dem nächsten Jahr eine neue Klasse von Produkten zur industriellen Wasseraufbereitung gefertigt werden soll. Zusätzlich entsteht derzeit in Jhagadia ein neues Werk für Ionenaustauscher, das den wachsenden Markt für Wasseraufbereitung in Asien bedienen wird.

Der Leverkusener Chemiekonzern will bestehende Geschäfte auch weiterhin durch Zukäufe stärken. Wie Finanzvorstand Matthias Zachert betont, liegt der Fokus dabei auf kleinen und mittleren Akquisitionen mit einem ähnlichen Transaktionsvolumen wie in der Vergangenheit.