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Parker-Prädifa ist einer der führenden Hersteller von O-Dichtungsringen. Neben hochwertigen Dichtsystemen stellt die Gruppe innerhalb der Parker Hannifin Corporation auch elektrisch leitfähige und wärmeleitende Materialien her, zum Beispiel für die Abschirmung vor elektromagnetischen Interferenzen. In Europa fertigt der Unternehmensbereich an zehn Standorten in acht Ländern. Eines der Produktionswerke befindet sich in Adro im Norden Italiens im so genannten Rubber Valley. In wohl kaum einer anderen Region befinden sich mehr Hersteller von Dichtungsprodukten in unmittelbarer Nähe zueinander als südwestlich des Lago D‘Iseo.

Fertigung von O-Ringen erfordert hohe Präzision

Ein wichtiger Markt des italienischen Werks in Adro ist die Automobilindustrie. O-Ringe made by Parker finden sich aber auch beispielsweise in Baumaschinen, LKW, Flugzeugen, in Erdöl- und Erdgas-Förderanlagen, Küchen- und Bad-Armaturen, hydraulischen und pneumatischen Systemen, in Komponenten für Kühl- und Klimaanlagen, im Bereich der Kraftstoffversorgung sowie in chirurgischen Instrumenten und Medikamentenverabreichungssystemen wieder.

Hohe Präzision und Verfügbarkeit

„Gerade in der O-Ring-Produktion ist es erforderlich, für eine minimale Grat-Ausprägung zu sorgen“, bringt Michael Forstner, General Manager der O-Ring Division Europa von Parker Hannifin, eine wesentliche Anforderung auf den Punkt. Dafür sind Spritzgießmaschinen mit einer hohen Schließkraft und einer sehr guten Planparallelität der Werkzeugplatten notwendig. Die jüngsten Maschinen im Maschinenpark von Adro kommen liefert der Anlagenbauer Engel. Neben einer vertikalen elast 400 V Maschine stehen vier neue horizontale victory 500/220 rubber in der Produktionshalle. „Unsere Kunden fordern stabile Prozesse und wir wissen, dass wir uns auf die Qualität der Engel-Maschinen verlassen können“, begründet Forstner den Markenfokus in der Fertigung. „Nur mit zuverlässiger Anlagentechnik sind wir in der Lage, die vom Markt geforderte Qualität zu liefern und damit konkurrenzfähig zu bleiben.“

Zwei Seiten einer Medaille

Eine hohe Präzision und Verfügbarkeit der Maschinen ist aber nur eine Seite der Medaille, wenn es um die hocheffiziente, wirtschaftliche Fertigung von O-Ringen geht. Geringe Wartungskosten und kurze Rüstzeiten lauten weitere Kriterien bei der Auswahl der Fertigungstechnik. Hier punkten die victory-Maschinen durch ihre holmlose Bauweise. Der barrierefreie Zugang zum Werkzeugraum ermöglicht schnelle Werkzeugwechsel und vereinfacht die Reinigung. Nicht nur die Werkzeuge werden häufig gewechselt, sondern auch die Materialien. 300 Standardwerkstoffe umfasst die Produktpalette, von Nitrilen über Butylkautschuke und Silikone bis zu Perfluorelastomeren. Die Entwicklung neuer Werkstoffe gehört mit zu den Kernkompetenzen der Dichtungsgruppe des Parker Hannifin-Konzerns. „Wir sind für unsere Kunden nicht nur Dichtungslieferant, sondern Entwicklungspartner“, betont Forstner, „von der Konzeptphase bis zum Feldeinsatz einer Neuentwicklung.“ Um die Dichtungssysteme individuell auf die Anforderungen der Abnehmer zuzuschneiden, arbeiten die Werkstoffexperten eng mit dem unternehmensinternen Werkzeugbau in Pleidelsheim/Deutschland zusammen.

Die O-Ring-Produktion erfordert hohe Präzision und Verfügbarkeit

Nicht nur die Produkte, sondern auch die Fertigungsprozesse passt Parker kontinuierlich neuen Anforderungen und Trends an. Der Anlagenbauer ist dabei als Entwicklungspartner eng eingebunden. „Themen, mit denen wir uns aktuell gemeinsam mit Engel befassen, sind die Zykluszeitreduzierung sowie die weitere Optimierung der Spritzgieß- und Nachbearbeitungsprozesse, um den Ausschuss noch weiter zu reduzieren“, so Forstner. „Dabei profitieren wir von der Innovationsstärke von Engel.“ Das Besondere an der Partnerschaft ist, dass der Spritzgießmaschinenhersteller nicht nur Lieferant sondern gleichzeitig auch Abnehmer ist. Die Parker Hannifin Unternehmensgruppe ist über die Jahre der Zusammenarbeit zu einem wichtigen Systemlieferanten geworden. Unter anderem setzt Engel Servomotoren sowie Hydraulik- und Pneumatik-Komponenten aus dem Hause Parker Hannifin in seinen Spritzgießmaschinen ein.

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Susanne Zinkgraf