Bild
Bild
Bild

EPDM wird üblicherweise unter Verwendung der auf Erdöl basierenden Rohstoffe Ethylen und Propylen produziert. Alternativ plant der Chemiekonzern die Verwendung von Ethylen, das vollständig aus dem nachwachsenden Rohstoff Zuckerrohr hergestellt wird. Dazu wird Ethanol mittels Dehydratisierung aus brasilianischem Zuckerrohr gewonnen. 

Das Unternehmen Braskem S.A. wird das bestehende EPDM-Werk in Triunfo, Brasilien, zukünftig über eine Pipeline mit dem Ethylen beliefern. „Die kontinuierliche Suche von Lanxess nach Alternativen zu fossilen Brennstoffen unterstreicht unser Engagement zur Verringerung der CO2-Emissionen durch nachhaltige Produktion“, sagte Günther Weymans, Leiter der Business Unit Technical Rubber Products. „Wir freuen uns sehr, dass unser brasilianisches Werk der Pionier für EPDM auf biologischer Basis sein wird.“ Triunfo produziert derzeit 40.000 Jahrestonnen des regulären EPDM-Kautschuks, und es wird erwartet, dass die ersten Chargen des neuen Produkts Keltan Eco mehrere hundert Tonnen betragen werden. Das Unternehmen betreibt weitere EPDM-Anlagen in Geleen, Niederlande, Marl, Deutschland, und Orange, Texas, USA. Alle EPDM-Sorten werden künftig unter dem Markennamen Keltan verkauft. Lanxess präsentiert seinen Kunden Keltan Eco erstmals bei der heute in Düsseldorf stattfindenden Konzernveranstaltung Rubber Day Germany. Der Vorstandsvorsitzende Heitmann beziffert den Preisunterschied zu erdölbasiertem EPDM auf ca. 10 bis 15 Prozent.  Dies sei jedoch auch sehr abhängig von den geforderten Materialeigenschaft sowie von den Rohstoffpreisen für Öl bzw. Ethanol. Die wesentlich Frage ist jedoch, was sind biobasierte Produkte der Gesellschaft tatsächlich wert.

Der Chemiekonzern sucht auch nach alternativen Quellen für die Produktion des hochwertigen synthetischen Butylkautschuks, der überwiegend in der Reifenindustrie verwendet wird. Zusammen mit dem amerikanischen Biokraftstoff- und Biochemiehersteller Gevo Inc. stellt Lanxess Isobuten aus nachwachsenden Ressourcen wie Mais her. Isobuten ist ein wichtiger Rohstoff für die Herstellung von Butylkautschuk. Im vergangenen Jahr errichteteder Konzern am brasilianischen Standort Porto Feliz ein neues Kraftwerk, das Eisenoxid-Pigmente produziert. Die innovative, hoch effiziente Kraft-Wärme-Kopplungsanlage zur Produktion von Elektrizität und Dampf wird mit Bagasse betrieben, den faserigen Bestandteilen der Zuckerrohrpflanze, die bei der Zuckerherstellung übrig bleiben. Durch die Verwendung des erneuerbaren, umweltfreundlichen Brennstoffs erfolgt die Energiegewinnung dieser Anlage komplett CO2-neutral.