Die drei Projekte umfassen unter anderem den Bau von zwei neuen Werken am Standort Porto Feliz. Eines der neuen Werke wird die Hightech-Kunststoffe Durethan und Pocan produzieren, die vornehmlich in der Autoindustrie zum Einsatz kommen. Das neue Werk des Geschäftsbereichs Semi-Crystalline Products wird Mitte 2013 mit einer Kapazität von 20.000 t/a an den Start gehen. Das zweite neue Werk in Porto Feliz wird Rhenoshape-Heizbälge (Bladder) und Kautschukadditive der Marke Rhenogran herstellen und zur Mannheimer Rhein Chemie gehören. Bei den Heizbälgen wird die Kapazität 170.000 Stück pro Jahr betragen, bei den Kautschukadditiven 2.000 t/a.

Für die Nutzung nachwachsender Rohstoffe zur Produktion synthetischen Kautschuks baut Lanxess Teile des Werks in Triunfo um. Das unweit gelegene brasilianische Unternehmen Braskem wird ab November 2011 über eine Pipeline aus Zuckerrohr gewonnenes Ethylen zur Herstellung von EPDM-Kautschuk liefern.

Um die wachsende Nachfrage nach „Grünen Reifen“ zu bedienen, baut der Leverkusener Chemiekonzern seine Kapazitäten für Hochleistungs-Kautschuke weltweit aus. So werden derzeit die Kapazitäten zur Produktion von Neodymium-Polybutadiene-Kautschuk (Nd-PBR) am Standort Cabo de Santo Agostinho erweitert. Der Ausbau wird zum Jahresende abgeschlossen sein und die Jahreskapazität auf 40.000 t verdoppeln. Darüber hinaus wurde die vor Ort eingesetzte Technologie an die der Nd-PBR-Anlagen in Deutschland und den USA angepasst.

In einer Machbarkeitsstudie am Standort Triunfo wurde zudem die Einführung einer neuen Technologie untersucht. Mit dieser lässt sich die Produktion von Emulsionsstyrol-Butadien-Kautschuk (ESBR), der in herkömmlichen Reifen verwendet wird, auf die Produktion des in „Grünen Reifen“ eingesetzten Lösungs-Styrol-Butadien-Kautschuks (SSBR) umstellen. Die Kapazität für ESBR liegt derzeit bei 110.000 t/a. Für eine Umstellung auf SSBR wäre voraussichtlich eine Investition im mittleren zweistelligen Mio.-Euro-Bereich erforderlich. Die endgültige Entscheidung wird Mitte 2012 fallen.

Die jüngsten Investitionen sind Teil der zunehmenden Präsenz von Lanxess in Brasilien. Der deutsche Konzern startete hier vor sieben Jahren mit mehr als 400 Mitarbeitern. Inzwischen ist er mit rund 1.000 Mitarbeitern eines der größten Chemieunternehmen der Region. Steuerte das Land 2005 noch weniger als 1 % zum Konzernumsatz bei, sind es heute bereits rund 10 %.