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KGK: Herr Engelhardt, Sie haben mit dem 1. Oktober 2011 die Geschäftsführung der DKG und des wdk übernommen. Welches werden Ihre ersten größeren Projekte sein in Ihren neuen Funktionen?
Engelhardt: Aktuell gilt mein Hauptaugenmerk der Sichtung und Analyse der bestehenden Aktivitäten der DKG. Am Wichtigsten ist es erst einmal, die Kontinuität in der Sacharbeit des Verbandes sicherzustellen. Dies betrifft die Vorbereitung der Deutschen Kautschuk-Tagung 2012 in Nürnberg. Dies betrifft aber auch die Gremiensitzungen. Parallel unterstützt die DKG den Start mehrerer Gemeinschaftsforschungsprojekte. Auch hier müssen wir am Ball bleiben. Sehr interessant sind aus meiner Sicht die vielfältigen Ansätze im Bereich der Hochschulausbildung mit Elastomerschwerpunkt, auch und gerade vor dem Hintergrund der Bologna-Hochschulreformen. Hier lässt sich deutlicher Mehrwert für alle Akteure erzielen.
KGK: Die DKG ist ein wesentlicher Bestandteil der „Gummi-Welt“. Haben Sie bereits Pläne, um deren Position weiter zu festigen? Gibt es vielleicht Überlegungen, die Organisation international stärker zu verankern und zu vernetzen?
Engelhardt: Sie weisen zu Recht auf die wesentliche Bedeutung der DKG hin. Der Schwerpunkt unserer Aktivitäten liegt aktuell tatsächlich im nationalen Bereich. Dies kann nicht überraschen, ist die deutsche Kautschukindustrie doch weltweit führend. Natürlich gab es immer wieder Anläufe, mit europäischen Partnerorganisationen in eine engere Kooperation einzutreten. Eine längerfristige Zusammenarbeit ist aber bisher an den sehr begrenzten Ressourcen unserer Partner oder gescheitert. Und: Ein Äquivalent zur DKG ist international kaum zu finden. Dennoch: Wir denken global und nutzen Netzwerke, soweit vorhanden.
KGK: Können Sie eventuell etwas zu den wichtigsten Themen der DKG in der nahen Zukunft sagen? Wird sich die DKG zum Beispiel stärker in der Debatte und Fachkräftemangel engagieren und weitere Lösungen, wie das Weiterbildungsstudium Kautschuktechnologie anbieten?
Engelhardt: Ich sehe die DKG hier aktuell sehr gut positioniert. Bei allen nennenswerten Bildungsinitiativen im Hochschulbereich sind wir maßgeblich beteiligt. Das von Ihnen genannte Weiterbildungsstudium ist dafür ein gutes Beispiel. Die enge Kooperation mit dem Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie ist dabei sehr hilfreich. Hinsichtlich der Berufsbilder in der deutschen Kautschukindustrie haben wir unter dem Dach des Elastomer Clusters Germany eine Bestandsanalyse abgeschlossen. Auch hier ist die DKG Mitträger. Der Qualität der Bildung und der Quantität des Nachwuchses werden wir besonderes Augenmerk schenken und ich setze dabei auch auf unsere Partner DIK und ADK.

KGK: Mit welchen Erfahrungen und Anregungen aus Ihrer vorherigen Position als Gesamtgeschäftsführer Technikpolitik, Technik, Spartenpolitik des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie werden Sie die DKG bereichern?

Engelhardt: In den bis jetzt geführten Gesprächen und Beratungen habe ich den Eindruck gewonnen, dass die Bauwelt und die Gummiwelt überraschend viel verbindet. Zumindest aus Sicht der Verbandsarbeit. Vermeintliche oder tatsächliche Imageprobleme. Die Suche nach qualifizierten Fach- und Führungskräften. Eine unzureichende materielle Forschungsförderung durch die öffentliche Hand. Das schwindende ehrenamtliche Engagement – insbesondere in der Normung. Hier bringe ich einschlägige Erfahrungen mit. Am wichtigsten ist für mich aktuell aber das Lernen und Zuhören, um einen Weg in die wundersame und begeisternde Welt der Kautschukindustrie zu finden. Danach wird sich zeigen, welche konkreten Hilfestellungen wir als DKG-Team geben können.

KGK: Werden Sie bereits an der DKT 2012 mitwirken?

Engelhardt: Aber selbstverständlich! Die Vorbereitungen der DKG-Geschäftsstell laufen seit Monaten aufHochtouren und ich bin dabei, auf den Zug aufzuspringen. Bei der Organisation setze ich besonders auf meine Kollegin Ulrike Weber und auf die vielen ehrenamtlichen Mitstreiter. Sie sind mit ihrer langen Erfahrung wichtige Garanten für das Gelingen dieser herausragenden Veranstaltung. Ich werde mich natürlich nach Kräften beteiligen. Und ich freue mich schon sehr darauf, im Juli 2012 alle wichtigen Expertinnen und Experten der Kautschukwelt in Nürnberg zu treffen bzw. persönlich kennen zu lernen.

„Wir denken global und nutzen Netzwerke, soweit vorhanden.“
Boris Engelhardt, Geschäftsführer der Deutschen Kautschuk Gesellschaft, Frankfurt

Über den Autor

Dr. Etwina Gandert