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Der Prognose zufolge strebt das Unternehmen für das Gesamtjahr 2012 ein um 5 bis 10 % höheres EBITDA vor Sondereinflüssen gegenüber dem Vorjahr an. Grundlage hierfür bildet das erste Quartal. Das EBITDA vor Sondereinflüssen stieg im ersten Quartal um knapp 15 % auf 369 Mio. Euro. Der Konzerngewinn erreichte 193 Mio. Euro und lag damit 16 % über dem Ergebnis des Vorjahresquartals. Seinen Umsatz verbesserte das Unternehmen um 15 % auf 2,4 Mrd. Euro.

Lanxess bleibt bei seiner zweigleisigen Wachstumsstrategie und wird neben Akquisitionschancen organische Wachstumsmöglichkeiten nutzen. Im laufenden Geschäftsjahr plant das Unternehmen Investitionen von ungefähr 600 Mio. Euro. Rund 200 Mio. Euro davon werden in den deutschen Heimatmarkt fließen. So verdoppelt Lanxess in Krefeld-Uerdingen für über 20 Mio. Euro die Kapazität der dortigen Menthol-Anlage. Die parallel für 18 Mio. Euro erweiterte Formalin-Anlage am selben Standort wurde im April 2012 eingeweiht. In Leverkusen baut der Spezialchemie-Konzern für rund 20 Mio. Euro seine Kresol-Produktion um rund 20 % aus. Zusammen mit dem US-Konzern DuPont verdoppelt Lanxess außerdem die Kapazität der gemeinsamen Compoundieranlage für Kunststoffe in Hamm-Uentrop.

Umfangreiche Investitionsprojekte verwirklicht Lanxess auch im Ausland. So entsteht in Singapur zurzeit das mit 100.000 t/a Kapazität größte Butylkautschuk-Werk in Asien mit einer Gesamtinvestitionssumme von 400 Mio. Euro. Ebenfalls in Singapur baut der Spezialchemie-Konzern ein neues Werk für Neodymium-Polybutadien-Kautschuk für rund 200 Mio. Euro.

Als einen der wichtigsten Erfolgsfaktoren für die Geschäfte von Lanxess bezeichnete Heitmann auf der Hauptversammlung den Megatrend Mobilität. „Grüne Mobilität“, also eine umweltverträglichere Mobilität, ist auch das Schwerpunktthema des Unternehmens in diesem Jahr. So erhöhen beispielsweise seine synthetischen Kautschuke die Laufleistung „Grüner Reifen“ und schonen Rohstoffressourcen. Die Kunststoff-Metall-Hybridtechnologie des Konzerns wiederum verringert das Gewicht von Komponenten für Fahrzeuge. Dies spart bei gleichbleibend hoher Sicherheit Kraftstoff.

„Die ‚Grüne Mobilität‘ ist ein riesiges Wachstumsfeld mit einer Vielzahl von Einsatzbereichen – und wir nutzen diese Chance“, sagte Heitmann. Im Geschäftsjahr 2011 erzielte das Unternehmen mit Produkten, die eine nachhaltige Mobilität ermöglichen, bereits einen Umsatz von rund 1,5 Mrd. Euro, etwa ein Fünftel seines Gesamtumsatzes. Bis zum Jahr 2015 will das Unternehmen dieses Volumen um rund 80 % auf 2,7 Mrd. Euro steigern. Positive Impulse speziell für sein Geschäft mit Hochleistungs-Kautschuken für „Grüne Reifen“ verspricht sich der Konzern von der Anfang November in der EU in Kraft tretenden Reifenkennzeichnungspflicht. Heitmann: „Der ‚Grüne Reifen‘ ist die Mobilitätstechnologie, mit der Autofahrer pro eingesetztem Euro die höchste CO2-Einsparung erzielen.“

(dw)