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Die Anforderungen an Erstausrüster von medizinischen Geräten hinsichtlich der Qualität und des Leistungsumfangs von Produkten steigen. Wie in vielen anderen Branchen herrscht auch auf dem Markt für Medizintechnik ein zunehmender Konkurrenzdruck. Zuverlässige Rohstoffproduzenten und -lieferanten mit einer Angebotspalette, die den physikalischen und regulativen Anforderungen entsprechen, sind daher wichtige Partner der Original-Equipment-Manufacturer (OEM). Daher sind die Material-Zulieferer hier besonders in der Pflicht, den Anwendern innovative und zuverlässige Produkte anzubieten.

TPE in der Medizintechnik

Die für die Medizintechnik entwickelten Mediprene TPE werden vor allem aufgrund ihrer komplexen Eigenschaften häufig eingesetzt. Sie sind sterilisierbar mit Gammastrahlen, Ethylenoxid (EtO) und Dampf. Darüber hinaus wurden sie nach geltenden EU-Richtlinien nachweislich als nicht haut-irritierend eingestuft. Dies geht aus einer repräsentativen Sensibilisierungsstudie von LAB Research, Ungarn hervor. Die Prüfungen entsprachen den Forderungen nach EN ISO 10993-10. Die Thermoplastischen Elastomere Mediprene eignen sich aufgrund ihrer Beschaffenheit gut für solche Anwendungen. Sie sind frei von Latex, PVC und Silikon, daher auch frei von Allergenen und stellen eine gute Alternative zu den Compounds dar, die auf PVC basieren.

Design und Werkstoff müssen zusammen passen

Der Teilmarkt für medizinische Schläuche hat in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Gleichzeitig steigen die technischen Anforderungen. Die Werkstoffe für medizintechnische Schläuche sollen nicht nur langlebig und biokompatibel sein, sondern auch anpassungsfähiger. Ziel ist es, Schläuche mit engeren Toleranzen, verbesserten Eigenschaften und in kleineren Größen herzustellen. Doch erfolgreiche Design-Konzepte sind abhängig vom Werkstoff. Mediprene TPE werden den steigenden Anforderungen gerecht. Ihre physikalischen Eigenschaften werden selbst solchen Anforderungen gerecht, die bisher nicht erfüllbar waren.
Die Compounds wurden mit dem Ziel entwickelt, einer Vielzahl von komplexen Anforderungen an medizinische Schläuche nachzukommen. Zum einen handelt es sich dabei um ein hohes Maß an Transparenz, die dafür sorgt, dass die flüssigen oder gasförmigen Inhalte sichtbar sind. Zum anderen geht es um Knickbeständigkeit, die den freien Fluss der Stoffe innerhalb der Schläuche gewährleistet. Außerdem bilden sich spezielle Mediprene TPE, ähnlich wie PVC, nach einer Deformation nur langsam in ihre Ausgangsposition zurück. Das spielt vor allem in der Arbeit mit Kathetern eine entscheidende Rolle. Für solche Anwendungen sind Schläuche oft beschichtet, um eine geringe Oberflächen-Reibung zu erreichen. Die angebotenen Compounds wurden daher so weiterentwickelt, dass eine bessere Benetzbarkeit und Haftung für diese Beschichtungen erzielt werden kann.
Das Mediprene-Portfolio beinhaltet Produktreihen für medizinische Schläuche, aber auch für Spritzguss, Koextrusionen und die Haftung bei Hart-Weich-Verbindungen im Zweikomponenten-Spritzguss.

Mehr-Komponenten-Extrusion mit TPE

Doch auch für weitaus komplexere Herausforderungen sind TPE einsetzbar. Koextrusion ist hier ein wichtiges Stichwort. Bei dieser Technik geht es um die gleichzeitige Extrusion von zwei oder mehr Materialien, um verschiedene Schichten in einem Schlauch zu formen. Die Schichten können aus unterschiedlichen Materialien sein. Jeder Werkstoff bringt am Ende unterschiedliche Merkmale für den Schlauch mit ein. Zum Beispiel kann eine Anwendung eine flexible TPE-Schicht zwischen einer steiferen Innen- und Außenschicht erfordern. Mediprene TPE lassen sich hierfür mit Polyolefinen wie Polyethylene und Polypropylene in der Koextrusion gut kombinieren.

Farbige TPE verbessern Kennzeichnung

Nicht nur die Vielzahl der Einsatzmöglichkeiten sowie die hohe Qualität machen das TPE zu einem geeigneten Rohstoff für die Medizintechnik. Auch die Möglichkeit, durch farbige Compounds, die bei pharmazeutischen Verpackungen und medizinischen Geräten eingesetzt werden, die Wiedererkennung und bessere Unterscheidbarkeit von Produkten zu erhöhen, sorgt bei Anwendern für ein positives Feedback.
In verschiedenen, anwendungsspezifischen Farben werden Mediprene TPE hergestellt. Alle Pigmente und Träger erfüllen die Anforderungen der ISO 10993 bzw. die USP Klasse VI. Zudem unterliegt das Produkt strengen Prüfverfahren in Bezug auf Nachweisbarkeit, Konsistenz und Änderungskontrolle. Die farbigen Compounds gewährleisten gleichbleibende Qualität und können ohne weitere Zugabe von Additiven vom Spritzgießer oder Extruder verarbeitet werden. Neben dem Einsatz für medizinische Schläuche finden TPEs auch Verwendung bei Intubationsgeräten, Dichtungen, Tropfkammern, Soft-Touch-Griffen, Gesichtsmasken, wieder verschließbaren Membranen und Wundversorgungsartikeln. Die Vielzahl der Einsatzmöglichkeiten wird durch die hohe Diversität der Beschaffenheit noch weiter unterstützt.
Der Hersteller Elasto und der Chemiedistributor Nordmann, Rassmann (NRC) arbeiten eng zusammen und liefern maßgeschneiderte Lösungen, um anspruchsvollen Anwendungen gerecht zu werden. So werden gemeinsam mit den Spezialisten aus den Bereichen Entwicklung, Produktion, Qualitätssicherung und Vertrieb Compounds formuliert, die die geforderten Eigenschaften der Anwender bezüglich Knickbeständigkeit, Flexibilität, Sterilisierbarkeit, Transparenz bieten.

 

DKT 2012, Stand 12-303

Über den Autor

Nico Vossers