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„Wir stärken unsere weltweite EPDM-Produktion mit einer World-Scale-Anlage in China, um unsere Kunden vor Ort noch schneller mit Premium-Produkten zu versorgen“, sagte Axel C. Heitmann, Vorstandsvorsitzender von Lanxess, im Rahmen der festlichen Grundsteinlegung. Durch die bisher größte Investition des Unternehmens in China werden bis zu 200 neue Arbeitsplätze entstehen. „Diese Anlage ist unsere dritte große Kautschuk-Investition in Asien und stärkt unsere Position als der weltweit führende Anbieter für synthetischen Kautschuk“, ergänzte Heitmann.

Die neue EPDM-Anlage wird zwischen Shanghai und Nanjing im Changzhou Yangtze Riverside Industrial Park errichtet, der Zugang zu exzellenten Lagermöglichkeiten und Schiffsbeladestationen hat. Lanxess wird die zur Produktion von EPDM wichtigen Rohstoffe Ethylen und Propylen von einer Methanol-to-Olefin (MTO)-Anlage auf dem Gelände beziehen, die sich aktuell im Bau befindet. Der MTO-Prozess ist ein neuer Weg, um diese Rohstoffe zu produzieren, die üblicherweise von Raffinerien hergestellt werden.

Der Chemiekonzern wird die Keltan ACE-Technologie nutzen, um eine nachhaltige Produktion in seiner neuen EPDM-Anlage zu ermöglichen. Im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren reduziert die ACE-Katalysator-Technik den Energiebedarf für die Produktion und erfordert durch die hohe Effizienz des Katalysators keine Katalysatorextraktion. Zudem ermöglicht der Prozess die Herstellung neuer Kautschuke, wie beispielsweise ölverstrecktes EPDM und EPDM mit hohem Molekulargewicht. Die neue Anlage wird insgesamt zehn Premium-Typen von EPDM produzieren, die auf die Bedürfnisse chinesischer Kunden zugeschnitten sind.

Lanxess ist seit der Übernahme und Integration von DSM Elastomers im Jahr 2011 ein weltweit führender Anbieter von EPDM. Die Produkte werden unter dem Markennamen Keltan angeboten. Die weltweite Nachfrage nach EPDM in den kommenden Jahren soll um mehr als 4 % pro Jahr zunehmen. Allein in China wird eine Steigerung der Nachfrage um rund 8 % erwartet, zu der insbesondere die Automobil- und Bauindustrie beitragen. China wird auch in den kommenden Jahren der größte Nettoimporteur von EPDM sein.

Lanxess wird im ersten Quartal 2013 außerdem eine World-Scale-Butylkautschuk-Anlage auf Jurong Island in Singapur in Betrieb nehmen. Am 11. September dieses Jahres wird zudem der Grundstein für eine benachbarte Anlage für Neodymium-basierten Butadienkautschuk gelegt.

EPDM wird vor allem in der Automobilindustrie für Türdichtungen oder Scheibenwischer verwendet. Das Produkt wird auch bei der Modifizierung von Kunststoffen, in der Draht- und Kabelindustrie, der Baubranche sowie für die Herstellung von Öl-Additiven eingesetzt.

Seit Ende vergangenen Jahres stellt Lanxess aus bio-basiertem Ethylen EPDM her. Vermarktet wird das Produkt unter dem Namen Keltan Eco. Das brasilianische Unternehmen Braskem liefert dazu den Rohstoff Ethylen, der im Vergleich zu Erdöl-basierten Ethylen mittels Dehydratisierung aus Zuckerrohr gewonnen wird.

(dw)