Bild

Die Anlage, die in der ersten Jahreshälfte 2015 in Betrieb genommen werden soll, wird nach Unternehmensangaben die weltweit größte ihrer Art sein. Sie soll den wachsenden Markt für „Grüne Reifen“, insbesondere in Asien, bedienen. Es werden rund 100 neue Arbeitsplätze geschaffen.

Die Petrochemical Corporation of Singapore wird die Mehrheit des Rohstoffes Butadien liefern, der für die Herstellung von Nd-PBR benötigt wird. Singapurs TP Utilities Pte. Ltd. (eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Tuas Power) wird die neue Anlage mit Dampf versorgen. Foster Wheeler Asia Pacific wurde damit beauftragt, die Anlage zu planen und zu bauen.

„Technologien, die es ermöglichen, den Rollwiderstand von Reifen zu reduzieren und damit den Spritverbrauch senken, stehen im Fokus unseres Unternehmens“, sagte der Vorstandsvorsitzende von Lanxess, Axel C. Heitmann, bei der Grundsteinlegung auf Jurong Island. Nd-PBR wird in der Lauffläche und in den Seitenwänden von „Grünen Reifen“ eingesetzt. Es verringert zudem den Reifenabrieb und trägt so in hohem Maße dazu bei, dass Reifen sicherer und vor allem haltbarer werden.

Die besten Fahreigenschaften zeigen „Grüne Reifen“, wenn sie sowohl Nd-PBR als auch Solution Styren-Butadien-Kautschuk (SSBR) enthalten. SSBR wird vorwiegend in der Lauffläche eingesetzt. Diese Kautschuksorte reduziert den Rollwiderstand des Reifens und verbessert gleichzeitig die Haftung auf nassen Straßen. „Grüne Reifen“ können Studien zufolge den Spritverbrauch um 5 bis 7 % reduzieren.

„Grüne Reifen“ sind mit einer jährlichen globalen Wachstumsrate von rund 10 % das am schnellsten wachsende Segment der Reifenindustrie. In Asien ist das Wachstum mit 13 % im Jahr noch ausgeprägter. Neben dem zunehmenden Wohlstand in Asien sorgen die rund um die Welt eingeführten Kennzeichnungen für Reifen für eine zusätzliche Nachfrage.

Im November 2012 erfolgt in der Europäischen Union (EU).die Einführung der Reifenkennzeichnung Reifen werden je nach ihrer Kraftstoffeffizienz und Nasshaftung mit einer Kategorisierung von A bis G versehen. Das Rollgeräusch wird ebenfalls gemessen und auf der Reifenkennzeichnung angegeben. Mit der Kennzeichnung von „Grünen Reifen“ erhöht die neue Gesetzgebung die Transparenz für Verbraucher. Laut der TU München wird der Marktanteil von Reifen der Klassen A und B in der EU bereits 2017 rund 20 bis 30 % betragen und im Jahr 2022 einen Marktanteil von 70 bis 80 % erreichen.

(dw)