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Ausgezeichnet wurden A Mohr Technische Textilien für Wickelbänder, die in der Produktion von Gummischläuchen eingesetzt werden, Bamberger Präzionsteile aus Elastomeren für deren Silikonschröpfmatten und Silikonschröpfköpfe sowie Klöckner Desma Elastomertechnik für den ZeroWaste ITM-Topf, der ein angussverlustfreies Artikelanspritzen ermöglicht.

DKG Product Award 2012
„Technische Elastomer-Erzeugnisse“

Das Unternehmen A MohrTechnische Textilien stellt Wickelbänder für die Produktion von Schläuchen aus Elastomeren her, die sich häufiger wiederverwenden lassen und damit die Verbrauchskosten deutlich senken. Dieser Beitrag zur Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung wurde von der Jury ausgezeichnet. Die Bänder üben während der Vulkanisation Druck auf die rohen Gummischläuche aus. Anschließend werden diese Wickelbänder, die überwiegend aus PA66 hergestellt werden, wieder abgerollt und so oft wie möglich wiederverwendet. Konnten die Wickelbänder bisher nur zwei Mal eingesetzt werden, so erhöht sich bei dem neuen Produkt die Zahl der Einsätze von zwei auf zehn.
Christoph Mohr von A Mohr Technische Textilien erklärt dazu: „Der Wunsch unserer Kunden ist es seit jeher, die Kosten für diese Wickelbänder so gering wie möglich zu halten. Dies kann durch eine möglichst hohe Zahl von Wiederverwendungszyklen der Wickelbänder erreicht werden. Die Schläuche sollen aber eine optimal gleichmäßige Oberfläche aufweisen. Die Bänder müssen sich also nach der Vulkanisation möglichst leicht von den Schläuchen lösen lassen. Schon lange wird versucht, diese Wünsche durch eine geeignete Ausrüstung der Bänder zu erfüllen. Dabei hat es zwar Verbesserungen bei den ersten 1 bis 3 Umläufen gegeben, aber danach war die aufgebrachte Ausrüstung durch das aggressive Sattdampfklima in der Vulkanisation wieder ausgewaschen, so dass die Trennwirkung wieder deutlich nachließ.“ In einem langwierigen Entwicklungsprozess mit über 500 Haftungstests ist es dem Hersteller gelungen, eine neuartige Ausrüstung zu entwickeln, die zum einen extrem niedrige Haftwerte liefert und diese zum anderen auch über 10 Umläufe und mehr auf dem niedrigen Niveau beibehält. Vorteilhaft ist außerdem, dass diese positive Wirkung auch auf sehr unterschiedlichen Gummi-Mischungen von NR, CR und EPDM erzielt wird. Nach den sehr positiven Laborergebnissen wurden diese in industriellen Tests bestätigt. Das Unternehmen hat daraufhin die Marke Amorelease angemeldet.

DKG Product Award 2012
„Konsum- und Gebrauchsartikel“

Bamberger Präzionsteile aus Elastomeren wurde für seine innovativen Silikonschröpfmatten und Silikonschröpfköpfen in komplexer Geometrie und aufwändiger Herstellung ausgezeichnet. Die herkömmlichen Schröpfmethoden mit Glas-, Blech- oder Bambusgefäßen haben einige technisch bedingte Schwächen: So lässt sich beispielsweise die Reizstärke nur ungenau dosieren oder die Therapie kann an anatomisch schwierigen Stellen nicht angewendet werden. „Die unterschiedliche Größengestaltung der einzelnen Schröpfelemente, deren Flexibilität sowie die exakte Dosierbarkeit der Reizstärke stellen eine geniale Weiterentwicklung der Schröpftherapie dar“, erklärte Prof. Prof. h.c. M. Kunth, Fudan Universität Shanghai. Die Produkte zeigen die Vielfältigkeit der Anwendung von Kautschuk – auch in der Medizintechnik. Kautschukprodukte sind aus unserer hochtechnischen Welt nicht mehr wegzudenken. Viele der Produkte bleiben für den Verbraucher unsichtbar – zum Beispiel im Motorraum oder bei Bauwerken. Oder die Produkte werden nicht bewusst mit Kautschuk in Verbindung gebracht. Dass Kautschuk nicht nur jenseits technischer Anwendungen eine Rolle spielt, sondern auch sichtbar zum Einsatz kommt, beweist das vorliegende Produkt der Firma Bamberger Präzisionsteile. „Die Kautschukindustrie liefert nicht nur nach Asien, sie lernt auch von Asien“, so die Jury in ihrer Würdigung des Therapieproduktes.

DKG Product Award 2012
„Maschinen, maschinelle Anlagen, Fertigungsmittel“

Mit dem neu entwickelten ZeroWaste ITM (Injection Transfer Moulding)-Topf von Klöckner Desma Elastomertechnik wird ein weiterer Beitrag zur Ressourcenschonung ausgezeichnet. Der ITM-Topf ermöglicht, ohne Materialverlust in der Maschine anzuspritzen. Insbesondere bei kleinen Dichtungsabmessungen können temperierte ITM-Töpfe eingesetzt werden. Der neu entwickelte und patentierte ZeroWaste ITM-Topf realisiert die abfallfreie Direktanspritzung mit einem integrierten hydraulischen Nadelverschlusssystem. Diese ITM-Töpfe ermöglichen viele Anspritzdüsen, was mit normalen Kaltkanalsystemen nicht möglich ist. Es kommt zudem eine Software zum Einsatz, um entsprechende „Verpressprofile“ fahren zu können. Durch die hydraulischen Flächenverhältnisse in der sogenannten Transferkammer und der darunterliegenden Artikelebene ergibt sich eine optimale Formverpressung, die eine nacharbeitsfreie Artikelproduktion ermöglichen kann. Der Materialabfall und der damit verbundene Rohstoffverbrauch werden so deutlich reduziert (siehe auch KGK Ausgaben 2012-5, S.10 und 2012-6, S. 32). Die Schonung von Ressourcen und Umwelt durch dieses Produkt wird durch die Deutsche Kautschuk-Gesellschaft als bedeutsam anerkannt.

Über den Autor

Dr. Etwina Gandert, Redaktion KGK