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Wie viel ein gesunder und damit erholsamer Schlaf wert ist, weiß man erst zu schätzen, wenn er fehlt. Grund dafür können schlafbezogene Atemstörungen sein. Bei ihnen kann es sich um einen krankhaften Stillstand der Atmung handeln, die sogenannte Obstruktive Schlaf-Apnoe (OSA). Schnelle Abhilfe können Atemmasken leisten, die in der Nacht kontinuierlich für ausreichend Luft in den Atemwegen sorgen.

Enormes Marktpotenzial

Das Marktpotenzial für solche Masken ist enorm, da schätzungsweise viele Millionen Menschen, oft unbewusst, an OSA leiden. Die Häufigkeit dieser Krankheit ist mit Asthma oder Diabetes vergleichbar. Jedoch ist die Quote der diagnostizierten und therapierten OSA-Erkrankungen mit bisher ca. fünf Prozent noch sehr gering. Ein wichtiger Meilenstein in der Behandlung war 1981 die Erfindung der CPAP-Therapie (CPAP = continuous positive airway pressure) von Prof. Colin Sullivan in Australien. Für die nichtinvasive Behandlung von OSA entwickelte Resmed, eine global agierenden Unternehmensgruppe mit Produktionsstammsitz in Sydney, Australien, ein nasales CPAP-Gerät. Dieses gibt Luft mit leichtem Druck über eine kleine Maske ab, die über die Nase gestülpt wird. Der Druck wirkt als „Luftschiene“ und hält so die oberen Luftwege frei, wodurch Atemstillstände fast vollständig verhindert werden.

High-End-Produkte aus LSR

Im Laufe der Jahre wurden viele Features und Designs im Bereich Nasenmasken, Gesichtsmasken, Nasenkissen-Systeme, belüftete und unbelüftete sowie pädiatrische Masken entwickelt. Viele Komponenten hierfür bezieht Resmed von qualifizierten Zulieferern. Denn die Kernkompetenz des Unternehmens liegt in der Fertigung von Teilen aus hochtransparentem Flüssigsilikon (LSR). Da diese direkten Kontakt zum Körper haben, gelten sehr hohe Qualitätsanforderungen hinsichtlich Leistungsfähigkeit und Biokompatibilität. Hinzu kommt die komplexe Geometrie der Bauteile, die sowohl dünne als auch dickere Bereiche aufweisen, und hohe Anforderungen an Material, Werkzeugdesign und -herstellung, Spritzgießprozess und Teilehandling stellen. Durch Freiformflächen und Hinterschnitte ist beispielsweise das Entformen der Spritzteile sehr anspruchsvoll und erfordert besondere Lösungen.

Kundenspezifische Maschinenausstattung

Der Maschinenpark von Resmed, der jährlich über 30 Millionen Spritzteile produziert, umfasst zahlreiche hydraulische und elektrische Allrounder Spritzgießmaschinen von Arburg. Als entscheidende Kriterien nennt Ben Grellman, Head of Manufacturing – Patient Interface, die kundenspezifische Ausstattung der Allrounder, die damit die hohen Anforderungen hinsichtlich Präzision und Reproduzierbarkeit perfekt erfüllen, und deren intuitive Bedienung dank der Selogica Maschinensteuerung. Aktuell reicht das Schließkraftspektrum von 250 bis 2.500 kN, wobei der Trend in Richtung der größeren Maschinen geht, da verstärkt Mehrkavitäten-Werkzeuge, Robot-Systeme und auch komplette Fertigungszellen zum Einsatz kommen.

Flexibilität durch Automation

„Durch die Automationslösungen erreichen wir bei unseren LSR-Teilen ein hohes Maß an Flexibilität hinsichtlich vor- und nachgelagerter Produktionsschritte“, so Todd Speechley, LSR Supervisor Manufacturing. Dazu zählen zum Beispiel Sortierung, Bereitstellung und Prüfung. Für eine detaillierte Produktionsplanung und -überwachung setzt Resmed das Arburg Leitrechnersystem (ALS) ein.
Damit erstreckt sich laut Gary Robinson, Vice-President Global Supplier Alliance, die seit 1998 bestehende, sehr enge und kompetente Zusammenarbeit mit dem Maschinenhersteller und dessen australischem Handelspartner Comtec auf viele Produktionsbereiche. „Arburg wird auch zukünftig ein geschätzter Geschäftspartner sein“, so Gary Robinson, der die Allrounder als wichtige Basis für eine effiziente Spritzteilproduktion bezeichnet.

Über den Autor

Susanne Palm, Unternehmens kommunikation, Arburg, Loßburg