Bild

Die künftige Kapazität für S-SBR in Triunfo wird 110.000 t pro Jahr betragen und damit exakt so hoch sein wie die derzeitige Kapazität für E-SBR. In die Umstellung der Produktionstechnologie investiert der Konzern 80 Mio. Euro. Für die Zeit der Umstellung werden bis zu 500 zusätzliche Arbeitskräfte beschäftigt. Ab Ende 2014 wird das Werk die neuesten S-SBR-Typen produzieren. Lanxess ist das erste Unternehmen, das eine solche Umstellung vornimmt.

Die regelmäßige Belieferung der Kunden mit E-SBR wird von der unternehmenseigenen Anlage im brasilianischen Duque de Caxias (Rio de Janeiro) aus gewährleistet. Deren Produktionskapazität reicht aus, um den gesamten brasilianischen E-SBR-Bedarf zu decken. E-SBR wird hauptsächlich bei der Herstellung von Lkw-Reifen eingesetzt. Insbesondere bei der Runderneuerung werden die Reifenkarkassen mehrmals wiederverwendet und nur die Laufflächen erneuert. Dadurch lassen sich bei der Reifenproduktion Rohstoffe einsparen.

Der Kautschuk-Hersteller vertreibt S-SBR und Neodymium-basierten Performance Butadien-Kautschuk (Nd-PBR) unter dem Markennamen Buna. Die Nachfrage nach beiden Kautschuktypen soll sich Prognosen zufolge bis 2017 auf rund 10 % pro Jahr erhöhen, da die Verbraucher zunehmend auf kraftstoffeffizientere und umweltverträglichere „Grüne Reifen“ umschwenken. Darüber hinaus steigt die Nachfrage, weil weltweit in immer mehr Ländern Reifenkennzeichnungen eingeführt werden; für Brasilien erwartet Lanxess eine Kennzeichnungspflicht im Jahr 2016.

„Grüne Reifen“ zeigen die besten Fahreigenschaften, wenn sie sowohl Nd-PBR als auch S-SBR enthalten. S-SBR wird vorwiegend in der Lauffläche, Nd-PBR in der Lauffläche und in den Seitenwänden von „Grünen Reifen“ eingesetzt. Beide Kautschuktypen verringern den Rollwiderstand und erhöhen so die Kraftstoffeffizienz eines Reifens. S-SBR hilft darüber hinaus, die Haftung auf nasser Straße zu verbessern, während Nd-PBR den Reifenabrieb verringert und so in hohem Maße dazu beiträgt, dass Reifen sicherer und vor allem haltbarer werden.

„Wir bewegen uns nun vom Zeitalter der Reifenkonstruktion zum Zeitalter des Reifenmaterials, das den Unterschied in der Leistung machen wird“, sagte Joachim Grub, Leiter der Business Unit Performance Butadiene Rubbers (PBR) von Lanxess.

Der Kautschuk-Hersteller hatte im vergangenen Jahr einen Konzeptreifen mit der Bewertung „AA“ präsentiert, der vom TÜV SÜD getestet worden war. In diesem Konzeptreifen sind die neuesten Nd-PBR- und S-SBR-Kautschuke sowie Kautschukadditive verarbeitet. Damit erzielte er als einer der ersten Reifen der Welt sowohl für den Rollwiderstand als auch für die Nasshaftung die Bestnote „A“ gemäß den neuen EU-Kennzeichnungsregeln.

Brasilien ist für das Lanxess einer der am schnellsten wachsenden Märkte. Seit der Akquisition von Petroflex im Jahr 2008 ist der Konzern eines der größten Chemieunternehmen Brasiliens und beschäftigt in seiner Zentrale und an sieben Standorten derzeit rund 1.100 Mitarbeiter.Mittlerweile entfallen rund 10 % des weltweiten Umsatzes von Lanxess auf Brasilien.

(dw)