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Der neu geschaffene Konzernbereich Sealing Solutions (aus den früheren Bereichen Pharma Packaging und Sealing Technologies entstanden) verzeichnete im Berichtsjahr in allen globalen Marktsegmenten eine rege Nachfrage und erarbeitete eine Nettoumsatzsteigerung von 28,4 % auf 548,4 Mio. Schweizer Franken. Das organische Wachstum belief sich auf 10,2%. Dank der hohen Kapazitätsauslastung sowie der kontinuierlichen Verbesserungsmaßnahmen zur Kostensenkung und zur Verminderung der Währungsabhängigkeit konnte Sealing Solutions die bereinigte Ebit-Marge (vor Sondereffekten) auf 12,4 % (Vorjahr 11,0 %) verbessern.

Der Konzernbereich Technical Components (Vertrieb von Elektronik-Produkten) war mit einer starken Abkühlung der Elektronik- und Industriekonjunktur in Europa konfrontiert. Dank den Akquisitionen konnte Technical Components 2012 den Nettoumsatz um 2,2 % auf 640.4 Mio. Schweizer Franken steigern. Organisch musste der Konzernbereich im Vergleich zum starken Vorjahr aber einen Umsatzrückgang von 4,3 % hinnehmen. Bei der bereinigten Ebit-Marge (vor einmaligen Kosten) führte das fehlende Umsatzvolumen zu einem Rückgang auf 9,0 % (Vorjahr 11,5 %).

Neu akquirierte Unternehmen trugen 129,9 Mio. Schweizer Franken oder 10,0 % zum Umsatzwachstum bei. Bereinigt um die Akquisitions- und Wechselkurseffekte resultierte 2012 für die bisherige Dätwyler-Gruppe ein organisches Wachstum von 0,2 %. Berücksichtigt man nur die weitergeführten Konzernbereiche Technical Components und Sealing Solutions, so erhöht sich das organische Wachstum auf 1,6 %. „Die Dätwyler Gruppe hat 2012 mit den Portfolioveränderungen und den bedeutenden Akquisitionen wichtige strategische Weichen für die Beschleunigung des zukünftigen, profitablen Wachstums gestellt. Operativ erreichten wir trotz anspruchsvollem Umfeld unsere Ertragsziele“, fasst CEO Paul Hälg das Geschäftsjahr 2012 zusammen.

Die operative Ertragskraft konnte im selbstgesetzten Zielband gehalten werden. Das Nettoergebnis erhöhte sich um 32,5 % auf 127,5 Mio. Schweizer Franken. Trotz weiterhin anspruchsvollem Umfeld bestätigt Dätwyler für 2013 das Zielband für den Betriebsgewinn vor allfälligen Einmalkosten von 10 % bis 13 %, bei einem geplanten Umsatz von rund 1,4 Mrd. Schweizer Franken.

Der Gewinnausweis 2012 der Dätwyler-Gruppe ist durch positive und negative Sondereffekte geprägt. Insgesamt stieg der ausgewiesene Betriebsgewinn (Ebit) um 21,6 % auf 151 Mio. Schweizer Franken. Das Nettoergebnis erhöhte sich um 32,5 % auf 127.5 Mio. Schweizer Franken. In diesen Zahlen ist ein einmaliger Gewinn von total 35,8 Mio. Schweizer Franken aus dem Verkauf eines Immobilienpakets in Uri und aus dem Verkauf des Konzernbereichs Cabling Solutions enthalten. Diesen positiven Einflüssen steht eine Reihe von negativen Sondereffekten gegenüber, welche den Gewinn einmalig belastet haben. Im Konzernbereich Technical Components sind dies die einmaligen Kosten für die Vorbereitung einer einheitlichen Infrastruktur (Logistik und IT) für Distrelec und Elfa sowie für die Integration von Display Elektronika und von Nedis.

Der Konzernbereich Sealing Solutions verzeichnete im Wesentlichen einmalige Kosten für die Konzentration der Extrusionsfertigung in Deutschland sowie für das Hochfahren des neuen Werks in Indien. Dazu kamen letzte Restrukturierungskosten im Konzernbereich Cabling Solutions. Insgesamt beliefen sich die einmaligen Kosten auf 18,5 Mio. Schweizer Franken für die bisherige Gruppe und auf 16,5 Mio. Schweizer Franken für die zukünftige Gruppe. Vor Berücksichtigung der positiven und negativen Sondereffekte resultierte 2012 ein bereinigter Ebit von 133,7 Mio. Schweizer Franken für die bisherige Gruppe und von 125,6 Mio. Schweizer Franken für die zukünftige Gruppe.

Zusätzlich zum Verkauf von Cabling Solutions (an die Pema Holding, die Hauptaktionärin der Dätwyler Holding) hat Dätwyler die beiden bisherigen Konzernbereiche Pharma Packaging und Sealing Technologies zum neuen Bereich Sealing Solutions zusammengeführt. Damit vereinfacht die Gruppe die Konzernstruktur, steigert die Innovationskraft und nutzt die bestehenden Kompetenzen für beschleunigtes profitables Wachstum. Die industrielle Logik lag vor allem in der Bündelung des Werkstoff- und Engineering-Know-hows sowie der Produktions- und Prozesskompetenzen. In einer ersten Phase will Dätwyler ihre führenden Wettbewerbspositionen in den bestehenden Marktsegmenten Pharma, Automotive und Civil Engineering weiter ausbauen. In einer zweiten Phase sollen durch organisches Wachstum und durch Akquisitionen neue Märkte erschlossen werden.

Neben den Portfolioveränderungen stand das Jahr 2012 in beiden Konzernbereichen auch im Zeichen von be-deutenden Akquisitionen. So ist Dätwyler im Konzernbereich Sealing Solutions durch die Übernahme der Phoe-nix Profilsparte mit einem Jahresumsatz von 43 Mio. Euro und rund 170 Mitarbeitern per Anfang 2012 zu einem der weltweit führenden Anbieter für Spezial- und Tunnelprofile aufgestiegen. Und mit den beiden asiatischen Unternehmen Zhongding Sealtech und Hankook Sealtech hat Dätwyler im Oktober ihre führende globale Position im Markt für hochpräzise Dichtungslösungen für die Automobilindustrie wesentlich ausgebaut. Die beiden asiatischen Unternehmen beschäftigen zusammen rund 2.000 Mitarbeiter und erwirtschaften einen Jahresumsatz von knapp 100 Mio. Schweizer Franken. Auch im Konzernbereich Technical Components konnte Dätwyler die geografische Präsenz durch eine Akquisition deutlich verbreitern.

(dw)