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„Das Jahr 2012 war das bisher beste Jahr unserer Wachstumsgeschichte“, sagte der Vorstandsvorsitzende Axel C. Heitmann auf der Bilanzpressekonferenz in Düsseldorf. Ausschlaggebend dafür waren unter anderem die Konzentration auf Wachstumsmärkte, eine solide Nachfrage nach Agrochemikalien, erfreuliche Beiträge aus Akquisitionen sowie die Preis-vor-Menge-Strategie.

Das Ebitda vor Sondereinflüssen beträgt 1,225 Mrd. Euro (+7 %); damit lag das operative Ergebnis im Zielkorridor von 5 bis 10 % Zuwachs. Die Ebitda-Marge vor Sondereinflüssen betrug 13,5 % nach 13,1 % im Jahr zuvor. Das Konzernergebnis sowie das Ergebnis je Aktie stiegen im abgelaufenen Geschäftsjahr um jeweils 2 % auf 514 Mio. Euro beziehungsweise 6,18 Euro. Der Hauptversammlung am 23. Mai 2013 wird eine Dividende von 1,00 Euro je Aktie vorgeschlagen. Das bedeutet eine Steigerung um fast 18 % gegenüber dem Vorjahr und entspricht einem Ausschüttungsvolumen von insgesamt rund 83 Mio. Euro. Von dem starken Ergebnis profitieren auch die Beschäftigten. Rund 115 Mio. Euro zahlt der Konzern als Erfolgsbeteiligung an seine Mitarbeiter aus. Für 2011 waren es rund 100 Mio. Euro.

Entwicklung in den 3 Segmenten
Das Segment Performance Polymers zeigte gegenüber dem starken Vorjahr mit einer Umsatzsteigerung um gut 2 % auf rund 5,2 Mrd. Euro eine solide Entwicklung und war weiterhin das umsatzstärkste Segment. Die mit der Auto- und Reifenindustrie verbundenen Business Units Butyl Rubber, Performance Butadiene Rubbers und Technical Rubber Products verzeichneten Mengeneinbußen. Demgegenüber wirkten Portfolioeffekte aus dem 2011 erworbenen Keltan-EPDM-Geschäft unterstützend. Das Ebitda vor Sondereinflüssen des Segments stieg um 6,4 % auf 817 Mio. Euro.

Der Umsatz im Segment Advanced Intermediates wuchs 2012 um gut 8 % auf rund 1,7 Mrd. Euro. Dieser Anstieg wurde insbesondere durch die anhaltend hohe Nachfrage nach Agrochemikalien begünstigt. Davon profitierten sowohl die Business Unit Advanced Industrial Intermediates als auch die Business Unit Saltigo, die ihren Fokus noch stärker auf die Agrochemie ausgerichtet hat. Das Ebitda vor Sondereinflüssen stieg um fast 16 % auf 305 Mio. Euro.

Das Segment Performance Chemicals verbesserte den Umsatz 2012 um gut 3 % auf rund 2,2 Mrd. Euro. In den Business Units Rubber Chemicals und Rhein Chemie, die mit Kunden aus automobilnahen Branchen einen bedeutenden Umsatzanteil erzielen, gingen die Absatzmengen zurück. Positive Effekte ergaben sich aus den Zukäufen der Business Units Material Protection Products, Functional Chemicals sowie Rhein Chemie. Das Ebitda vor Sondereinflüssen des Segments sank vor allem aufgrund gestiegener Energie- und Fertigungskosten um knapp 3 % auf 281 Mio. Euro.

Geschäftsentwicklung in den Regionen
Im Gesamtjahr 2012 zeigte sich die Region Asien/Pazifik wieder als stabilisierender Faktor. Der Umsatz wuchs um knapp 10 % auf rund 2,2 Mrd. Euro. In Greater China (Hongkong, China, Taiwan) wurde erstmals die Umsatzschwelle von 1 Mrd. Euro überschritten. Die Region Nordamerika legte ebenfalls stark zu. Der Umsatz wuchs um über 10 % auf rund 1,6 Mrd. Euro. Den höchsten regionalen Umsatz erzielte das Unternehmen bei einem leichten Rückgang von knapp 1 % mit rund 2,5 Mrd. Euro weiterhin in der Region EMEA (Europa ohne Deutschland, Mittlerer Osten, Afrika). In Deutschland verbesserte sich der Umsatz leicht auf rund 1,6 Mrd. Euro. In den BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika) stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 1 % auf fast 2,2 Mrd. Euro.

Umzug nach Köln voll im Plan
Der Umzug der Konzernzentrale nach Köln liegt voll im Plan. Rund 1.000 Mitarbeiter werden in den Lanxess-Tower am Rhein-Ufer mit rund 36.000 m2 Fläche einziehen. Am 3. September 2013 wird die neue Zentrale eingeweiht.

Ausblick 2013

Die niedrige Nachfrage, die sich bereits in der zweiten Jahreshälfte 2012 abzeichnete, setzte sich entgegen der typischen Saisonalität auch im neuen Geschäftsjahr in den meisten Geschäftsfeldern fort. Angesichts der aktuell geringen Nachfrage aus der Reifen- und Automobilbranche in Europa erwartet das Unternehmen für das erste Quartal 2013 ein im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich niedrigeres Ebitda vor Sondereinflüssen von 160 bis 180 Mio. Euro. Dabei sind 20 Mio. Euro Anlaufkosten für das neue Butylwerk in Singapur berücksichtigt. Im Vorjahreszeitraum hatte Lanxess ein Ebitda vor Sondereinflüssen von 369 Mio. Euro und damit das stärkste Quartal seiner Geschichte erzielt.

Auf Basis des schwachen Geschäftsverlaufs im ersten Quartal erwartet Lanxess derzeit nicht, dass das Ebitda vor Sondereinflüssen des Geschäftsjahres 2013 die Bestmarke des Vorjahres erreichen wird. Eine Präzisierung des Ausblicks für das laufende Geschäftsjahr wird Lanxess traditionell mit dem Bericht zum ersten Quartal am 8. Mai 2013 vornehmen.

Im aktuell unverändert volatilen Umfeld setzt der Konzern weiter auf Kostendisziplin und das bewährte flexible Anlagenmanagement. Lanxess erwartet, dass die Nachfrage im zweiten Halbjahr 2013 an Dynamik gewinnt, so dass sich das Geschäftsjahr 2013 zu einem weiteren guten Jahr entwickeln kann. Der Konzern hält an seinen mittelfristigen Ebitda-Zielen von 1,4 Mrd. Euro in 2014 und 1,8 Mrd. Euro in 2018 fest.

Im laufenden Geschäftsjahr plant Lanxess erneut Investitionen von rund 650 bis 700 Mio. Euro. Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung sollen 2013 um gut 10 % steigen, nach 192 Mio. Euro im Vorjahr.

In allen drei Segmenten werden zudem neue Kapazitäten, die im Jahresverlauf in Betrieb gehen, zum Wachstum beitragen. „So hat das neue Butylwerk in Singapur, mit rund 400 Mio. Euro unser bislang größtes Investitionsprojekt, wie geplant im ersten Quartal den Betrieb aufgenommen. Die Aufnahme der kommerziellen Produktion erfolgt dann im dritten Quartal“, sagte Heitmann. Im April wird Lanxess zudem eine neue Leder-Chemikalienproduktion in China starten. Bereits Anfang März wurde in Brasilien ein neues Projekt für Hochleistungskautschuke gestartet, die in „Grünen Reifen“ eingesetzt werden.

(dw)