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Maßgeblich waren rückläufige Absatzmengen sowie gesunkene Verkaufspreise. Das Ebitda vor Sondereinflüssen ging im Jahresvergleich um 53 % auf 174 Mio. Euro zurück und lag damit in dem im März angekündigten Zielkorridor von 160 bis 180 Mio. Euro. Das operative Ergebnis wurde durch planmäßige Einmalaufwendungen in Höhe von rund 30 Mio. Euro für die Inbetriebnahme des neuen Butylkautschukwerks in Singapur sowie für die Umstellung auf die Keltan ACE-Technologie in der EPDM-Kautschuk-Anlage im niederländischen Geleen belastet.

Als stabilisierende Faktoren im ersten Quartal erwiesen sich erneut das Geschäft mit Agrochemikalien sowie die starke Positionierung des Konzerns in der Wachstumsregion Asien. Die Ebitda-Marge im Konzern sank von 15,5 auf 8,3 %. Der Konzerngewinn reduzierte sich im Vergleich zum Vorjahr um 87 % auf 25 Mio. Euro.

„Wir sind nicht immun gegen starke Nachfragerückgänge. Darauf reagieren wir wie immer konsequent“, sagte der Lanxess-Vorstandsvorsitzende Axel C. Heitmann. Nachdem LANXESS bereits zu Jahresbeginn im Segment Performance Polymers mit zeitweisen Anlagenstilllegungen begonnen und sein bewährtes flexibles Anlagen- und Kostenmanagement fortgeführt hat, plant der Konzern jetzt zusätzliche Maßnahmen im Segment Performance Chemicals. „Diese Schritte sind nicht auf kurzfristige Einsparungen ausgelegt. Wir wollen in diesem Segment mittel- und langfristig die Wettbewerbsfähigkeit an den internationalen Standorten steigern“, sagte Heitmann. Zudem kürzt der Konzern sein Investitionsbudget für das laufende Geschäftsjahr auf rund 600 Mio. Euro von bisher geplanten 650 bis 700 Mio. Euro.

Geschäftsentwicklung der Segmente
Im Segment Performance Polymers verringerte sich der Umsatz um gut 18 % auf 1,1 Mrd. Euro. Niedrigere Verkaufspreise aufgrund gesunkener Einstandspreise für Rohstoffe führten zu einem negativen Preiseffekt. Zudem sanken die Verkaufsmengen aufgrund der geringeren Nachfrage aus der Automobil- und Reifenindustrie. Das Ebida vor Sondereinflüssen ging um 56 % auf 112 Mio. Euro zurück. Das Ergebnis wurde durch die bereits beschriebenen Einmaleffekte in Höhe von rund 30 Mio. Euro belastet.

Das Segment Advanced Intermediates entwickelte sich aufgrund der guten Nachfrage nach Agrochemikalien solide. Der Umsatz stieg im ersten Quartal leicht um 1 % auf 433 Mio. Euro. Höhere Einstandspreise für Rohstoffe wurden vollständig an den Markt weitergegeben. Im Vergleich zum starken Vorjahreszeitraum gingen jedoch die Absatzmengen aufgrund der Nachfrageschwäche aus der Bau- und Farbenindustrie zurück. Das Ebitda vor Sondereinflüssen erhöhte sich gegenüber dem Vorjahresquartal um 1 Mio. Euro auf 71 Mio. Euro.

Die Umsätze im Segment Performance Chemicals reduzierten sich um 7 % auf 520 Mio. Euro. Die Absatzmengen gingen unter anderem aufgrund der schwachen Nachfrage aus der Bauindustrie infolge des langen Winters und aus den mit der Reifenindustrie verbundenen Geschäftsbereichen zurück. Die Verkaufspreise zeigten sich insgesamt stabil. Das Ebitda vor Sondereinflüssen lag mit 51 Mio. Euro um 32 Mio. Euro unter dem Wert des Vorjahreszeitraums.

Ausblick
Für das zweite Quartal erwartet Lanxess eine leichte Verbesserung des Geschäfts. „Die Nachfrageschwäche aus der Reifen- und Automobilbranche hält an, doch der Abbau der Lagerbestände bei unseren Kunden schwächt sich ab. Für das zweite Quartal gehen wir derzeit davon aus, dass das EBITDA vor Sondereinflüssen über dem der ersten drei Monate, aber unter 220 Mio. Euro liegen wird“, sagte Heitmann. Erwartet werden Sondereinflüsse im mittleren zweistelligen Mio.-Euro-Bereich für die zusätzlichen Maßnahmen.

Heitmann: „Das Marktumfeld bleibt schwach und volatil. Vorhersagen sind derzeit schwierig. Dennoch gehen wir für das zweite Halbjahr von einer konjunkturellen Verbesserung der Geschäftslage aus. Asien mit Schwerpunkt China wird sich deutlich besser entwickeln, während die Marktbedingungen in Europa weiterhin schwierig bleiben.“ Im Bereich Agrochemikalien geht der Konzern von einer weiterhin guten Nachfrage aus. Erwartet wird zudem eine moderate Erholung in der Bauindustrie. Die Megatrends Mobilität, Landwirtschaft, Urbanisierung und Wasser bleiben intakt.

(dw)