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Neue high performance Baypren-Typen, die der Hersteller in der neuen Produktklasse „Baypren HP“ zusammenfasst, zeichnen sich durch neue Eigenschaften aus, die man bisher im Markt nicht antrifft. Ein erstes Beispiel sind Typen mit herausragend geringer Mooney-Viskosität. Mit den neuen Baypren High Performance Typen, Baypren HP M010 VP und Baypren HP M210 VP werden zwei neue, besonders fließfähige Polychloropren-Typen vorgestellt, die die bislang anerkannte Viskositäts-Untergrenze für diese Kautschuke neu definieren. Beide neuen low-Mooney-Typen eignen sich unter anderem für die Profil-Extrusion und können auf Grund ihrer gesteigerten Fließfähigkeit dazu beitragen, die Wirtschaftlichkeit dieses Verfahrens in der Fertigung von Baypren-Artikeln deutlich zu steigern.

Übliche Viskositätsgrenze unterschritten

„Polychloropren gilt in der Gummibranche als ausgesprochen vielseitiger Synthesekautschuk“, sagt Dr. Klaus Zander, Leiter Global Marketing Baypren beim Synthesekautschuk-Pionier LANXESS. „Über die Jahre wurde jedoch immer wieder der Ruf nach fließfähigeren Polychloropren-Varianten laut. Auf Grund verfahrenstechnischer Besonderheiten des klassischen Aufarbeitungs-Verfahrens gab es bislang jedoch eine Viskositäts-Untergrenze, die nicht unterschritten werden konnte.“ Bei LANXESS ist genau dies nun dennoch gelungen: „Unser neuer Fertigungs-Prozess erlaubt uns, Baypren-Varianten mit ganz neuen Eigenschaften zu erzeugen“, so Zander. „So entfallen zum Beispiel einige Beschränkungen der bisherigen Aufarbeitungs-Technologie. Daher können wir unseren Kunden nun endlich auch low-Mooney-Bayprene zur Verfügung stellen.“
Bei den beiden ersten Varianten dieser besonders fließfähigen Neuzugänge der Baypren-Familie von LANXESS handelt es sich um einen langsam- (Baypren HP M010 VP) und einen mittelschnell- (Baypren HP M210 VP) kristallisierenden Typen. Ihre Mooney Viskosität (ML (1+4) 100 °C) liegt im Bereich um 28 MU. Zum Vergleich: Baypren 210, ein mit Baypren HP M210 VP gut vergleichbarer Typ aus klassischer Aufarbeitung, wartet mit einem Mooney-Viskositätsbereich von 39-52 MU auf. „35 MU markieren in etwa die Untergrenze dessen, was bislang möglich war“, so Urban Dinges, Leiter Global Technical Marketing. „Der Sprung zur 28 ist erheblich!“

Für höhere Volumendurchsätze bei der Profil-Extrusion

Die niedrigere Viskosität der neuen Baypren-Typen macht sich zum Beispiel in der Extrusion bemerkbar. Mit Baypren HP M210 VP beispielsweise ließen sich im Laborversuch erhebliche höhere Volumendurchsätze erzielen. Damit sollte sich die Wirtschaftlichkeit der Profil-Extrusion steigern lassen. „Gleichzeitig sinkt der Energieaufwand, den man für die Extrusion veranschlagen muss“, so Dinges; auch der Weichmacher-Einsatz könnte sich unter Verwendung von Baypren HP M210 VP und M010 VP reduzieren lassen, was die Produktqualität positiv beeinflussen kann. Hervorragend schnitt Baypren HP M210 VP auch im Blick auf die Spritzquellung ab.
Ausgesprochen ähnliche Eigenschaften zeigten Probekörper aus Baypren HP M210 VP und Baypren HP M010 VP dagegen im Blick auf die physikalischen Eigenschaften der Vulkanisate: „In Sachen Zug-Spannungs-Verhalten und Härte spielen beide neuen Baypren-Varianten in derselben Liga wie ihre bewährten Geschwister mit deutlich höherer Viskosität“, erläutert Dinges. „Übrigens können die neuen Typen auch in Kombination mit höherviskosem Polychloropren überzeugen.“ Mit Beginn der großtechnischen Produktion in Dormagen rechnet man bei Lanxess derzeit für Ende 2013.

Mit optimierter Vernetzungs­charakteristik

Durch technische Ergänzungen in seiner Baypren-Produktionsanlage am Standort Dormagen will der Hersteller Lanxess sein Synthesekautschuk-Portfolio erweitern. Zu den ersten Neuzugängen sollen die neuen Polychloropren-Green Finishing-Typen, Baypren GF M02D VP und Baypren GF M22D VP gehören. Die neuen Baypren-Varianten zeichnen sich im Vergleich zu „klassischen“ Geschwistern durch eine optimierte Vernetzungscharakteristik aus und könnten die Verarbeitung im Spritzguss wirtschaftlicher machen. Die für die Vulkanisation mit dem
Vernetzungsreagenz N-Methyl-thiazolidin-2-Thion (MTT) entwickelten
Varianten bringen ausgezeichnete Ergebnisse und erweitern damit das Spektrum der verfügbaren Polychloropren-Kautschuke.
„Die Vernetzung ist in der Gummi-Technologie naturgemäß ein ausgesprochen entscheidender Schritt“, erläutert Dr. Klaus Zander, Leiter Global Marketing Baypren in der Lanxess Business Unit High Performance Elastomers. Polychloropren-Kautschuke werden zumeist entweder mit N-Methyl-thiazolidin-2-Thion, MTT, oder Ethylen-Thioharnstoff, ETU, vulkanisiert. „Bei der Vulkanisation von Baypren GF M22D VP mit MTT erhalten wir Vulkanisationsverläufe, die sehr nahe am optimalen Verlauf liegen“, erläutert Urban Dinges, Leiter Global Technical Marketing Baypren. Insbesondere zeigen die Verläufe der Vulkameterkurven schon nach kurzer Zeit ein stabiles Plateau, das die Ausbildung eines stabilen Netzwerks anzeigt. Ein sogenannter „marching modulus“ wird nicht beobachtet.
Auch die Vulkanisat-Eigenschaften können überzeugen: Im Vergleich zu Probekörpern aus Baypren 210 und Baypren 110 in der Standard-Variante zeigen solche aus Baypren GF M22D VP und Baypren GF M02D VP trotz geringfügig verringerter Netzwerkdichte im Labortest vergleichbare Zug-Spannungs-Verläufe.

Alternatives wanted – and found

Lanxess will present new polychloroprene product families. First a new high-performance Baypren grades pooled under the new product class „Baypren HP“. This features products with new properties not previously available on the market. One example is grades with extraordinarily low Mooney viscosity. The second new product class will be market under the name „Baypren Green Finishing“. They are based on the existing product portfolio but have certain advantages when it comes to specific properties, such as their crosslinking behavior. The new low-Mooney Baypren HP M010 VP and HP M210 VP grades, for example, can be extruded more rapidly or processed at lower temperatures – both of which cut costs. Baypren GF M02D VP and Baypren GF M22D VP can be transformed into exceptionally high-quality vulcanizates very quickly using methyl thiazolidinethione (MTT). This is particularly beneficial in injection-molding processes for industrial polychloroprene moldings.